Zum Park Adula

Zum Editorial «Kein freier Zugang im Parc Adula» von René Michel, «Die Alpen» 11/2015

Ich möchte meine Anerkennung für den Standpunkt des Autors im Editorial aussprechen und mein Bedauern über die heftigen Reaktionen ausdrücken, die sein Beitrag ausgelöst hat.

Ich bin in Lugano geboren und aufgewachsen, aber alle meine Ferien habe ich in der Valle di Blenio verbracht. Im Verlauf der Jahre habe ich zuerst mit meinem Vater, dann alleine und nun mit meinen Söhnen das gesamte Massiv des Adula durchstreift, einschliesslich der wenig begangenen Gebiete. Und ich muss sagen, dass man dort mit Ausnahme der Routen, die auf den Gipfel des Adula/Rheinwaldhorns führen, generell kaum jemals andere Bergsportler und Wanderer antrifft. Daher ist es mir unverständlich, weshalb man mit Verboten intervenieren muss.

Ich habe mich in der Natur des Adula immer rücksichtsvoll bewegt, und ich glaube, ich habe meinen Söhnen den Sinn für die Schönheit der Natur und für die Verantwortung beigebracht, dieses Erbe für die zukünftigen Generationen intakt zu erhalten.

Im Tessin haben wir ein riesiges Problem mit wildlebenden Huftieren, die sich unkontrolliert vermehren. In seinem Leserbrief («Die Alpen» 01/2016) schreibt Vincent Sohni, dass «die Lebensgemeinschaft im Gebirge aus deutlich mehr Tieren als Hirsch, Gämse und Steinbock» bestehe, nämlich auch aus anderen empfindlichen Arten, und dass wir noch weit davon entfernt seien, alle Zusammenhänge zu verstehen. Wenn wir so wenig darüber wissen, frage ich mich, weshalb wir dann von der negativen Annahme ausgehen sollen, dass ein sporadischer Wanderer, der eine Bergwiese oder einen Hang quert, das Ökosystem gefährdet.

Es scheint mir absurd, dass ich meine Kinder nicht mehr in diese Landschaften führen darf, weil dies empfindliche Zusammenhänge stören könnte, die wir noch nicht verstehen.

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