Zur Pflege der alpinen Kunst

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

VON RICHARD HALLER, ZOFINGEN

Die Aufgaben des SAC sind mannigfacher Art. Sie beschränken sich nicht nur auf diejenigen Gebiete, die dem rein Bergsteigerischen als nützlich erscheinen. Die Worte Eugen Ramberts Anno 1883: « In unserer rechten Hand die Wissenschaft, in der linken die Kunst » haben heute noch Gültigkeit. Auch in unserer sportbegeisterten Zeit ist Bergsteigen immer noch mehr als nur körperliche Anstrengung. Dem modernen, aufgeschlossenen Menschen genügt das rein Sportliche auf die Dauer nicht. Er sucht immer noch das grosse Erlebnis. Und dies vermittelt die Natur der Bergwelt. Es ist die Grossartigkeit der Schöpfung, die den Bergsteiger immer wieder in tiefster Seele packt und zur Standortbestimmung des eigenen Ichs zwingt. Diese Momente vermitteln den eigentlichen Inhalt des Bergsteigens. Der Kunstschaffende, mit seinem subtilen Empfinden, ist für dieses Erleben doppelt empfänglich. Solange die Menschheit dem Berge begegnete, hat sie Zeugnisse der künstlerischen Darstellung derselben hinterlassen, aus denen wir Heutigen ersehen können, in welchem Verhältnis sie zu ihm stand. Alpine Kunst schaffen kann nur der, der den Berg erlebt, der das grosse Geschehen erkennt und anerkennt und höchstes Bemühen einsetzt, diese Kunst zur Darstellung zu bringen. Alpine Kunst ist und bleibt ein Spezialgebiet, und diese zu fördern und zu pflegen ist und bleibt Aufgabe des SAC.

gäbe der Reorganisation unter günstigen Bedingungen und mit den erforderlichen ausserordentlichen Mitteln übernehmen konnte. So wird im Jubiläumsjahr des SAC, 1963, das Schweizerische Alpine Museum als Zeuge des Geistes und der Leistungen des SAC, in neuem Gewände und nach modernen Gesichtspunkten der Ausstellungstechnik neu gruppiert, seine Gäste empfangen können. Nicht zuletzt unter dem Einfluss der Landesausstellung 1939 hat sich in der Schweiz der Sinn für klare, systematische und auf das Wesentliche ausgerichtete Ausstellungstechnik geschärft. Ging es ehemals darum, alles Sammlungsmaterial irgendwo aufzustellen oder aufzuhängen, so stellt sich heute jedem Museum die Aufgabe einer klaren Trennung in Schausammlung und Studiensammlung. In der Schausammlung sollen die wichtigsten Stücke für das Publikum ausgewählt und in systematisch abgerundeter und ästhetisch ansprechender Weise präsentiert werden. Für den Fachspezialisten muss das übrige Sammlungsgut, das wissenschaftlich nicht minder wichtig ist, in Magazinräumen übersichtlich geordnet und durch Registraturen erschlossen sein. Für das Schweizerische Alpine Museum ergeben sich aus diesen Forderungen, die heute im Museumswesen des In- und Auslandes selbstverständlich geworden sind, keine geringen Probleme. Abgesehen davon, dass Magazin- und Arbeitsräume weitgehend fehlen, lässt sich die zeitgemässe Auflockerung und ästhetische Gestaltung der Schausammlung bei dem verfügbaren Raum nur durch eine rigorose Beschränkung auf die wichtigsten Sammlungsgebiete erreichen. Diese sind für das Alpine Museum die historische Entwicklung des Alpinismus und des SAC sowie die Kartographie mit der bedeutenden Reliefsammlung. Andere Gebiete, wie die Geologie, Mineralogie oder alpine Tierwelt sind seither von andern Museen, wie dem nahe gelegenen Naturhistorischen Museum Bern, übernommen worden, so dass es für das Alpine Museum gegeben ist, das vorhandene Gut zu bewahren, diese Gebiete aber nicht mehr weiter zu entwickeln. Wir hoffen, dass es trotz den nach wie vor knappen ordentlichen Betriebsmitteln und dem knappen verfügbaren Raum gelingen wird, das Schweizerische Alpine Museum auch bei den immer höher emporkletternden Ansprüchen der heutigen Museumstechnik durch eine klare Ausrichtung auf die wichtigsten und unserem Museum spezifisch eigenen Sammlungsgebiete auf der Höhe der Zeit zu halten. Denn in diesem Bereich schaut die Welt auf Bern. Die alpinen Museen von München, Turin, Innsbruck und Zakopane sind durch das Berner Beispiel angeregt worden, und gegenwärtig stehen wir mit Darjeeling, London und Neuseeland in Verbindung, wo die Idee unseres Museums ebenfalls zur Nachahmung gerufen hat. Das verpflichtet.

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