Der Energieverbrauch steigt. Für die Umsetzung der Klimaschutzpolitik sind der Ersatz von fossilen Brennstoffen und der Ausbau von erneuerbaren Energien wichtige Massnahmen. Doch dies erhöht den Druck auf unerschlossene Gebiete. Die Energieversorgung der Zukunft steht damit vor grossen Herausforderungen.

Der SAC kann und will sich der Diskussion um die Energiewende nicht verschliessen, denn er ist selber direkt von den Auswirkungen des Klimawandels im Gebirge betroffen. Schmelzende Gletscher und auftauender Permafrost führen uns dies immer mehr vor Augen. Deshalb unterstützt er die Ziele der Energiewende. Er wünscht sich aber eine Umsetzung, die Rücksicht nimmt auf Natur und Landschaft. Unerschlossene Landschaften in den Alpen sind ein wichtiges Gut. Sie müssen unbedingt geschützt und erhalten werden.

Jede Kilowattstunde, die nicht produziert werden muss, ist die landschaftsverträglichste. Deshalb sollen Stromsparen und Energieeffizienz konsequent gefördert werden. Der SAC fordert, dass neue Anlagen an Standorten gebaut werden, welche eine hohe Effizienz aufweisen, wenig Konflikte verursachen und bereits ausreichend erschlossen sind. Dafür braucht es überregionale und landschaftsschonende Planung.

Bei seinen Hütten setzt der SAC auf erneuerbare Energien, die möglichst vor Ort produziert werden. Bei Umbauten spielt die ökologische Energieversorgung eine sehr wichtige Rolle.

Wasserkraft

Die Schweizer Alpen werden hydroelektrisch bereits intensiv genutzt. Die Wasserkraft produziert einen Grossteil des Schweizer Stroms und wird auch in absehbarer Zukunft die wichtigste erneuerbare Energie hierzulande bleiben. Ein gewisses Ausbaupotenzial besteht durch Seen, welche durch den Rückzug der Gletscher entstehen. Ein grösserer Ausbau ist aber nur mit beträchtlichen Eingriffen in die Landschaft möglich. Anlagen, welche neue Landschaften erschliessen, sollen grundsätzlich nicht mehr gebaut werden. Der SAC ist sich aber bewusst, dass es Kompromisse braucht. Er wünscht sich eine Konzentration auf Anlagen und Gebiete, die eine hohe Effizienz ausweisen und wenig Konflikte verursachen. 

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Anlagen, welche neue Geländekammern erschliessen, sollen grundsätzlich nicht mehr gebaut werden. Auch auf die Fassung der letzten ungenutzten Bäche und Bachabschnitte soll verzichtet werden. Der SAC verlangt die gesetzlich vorgeschriebenen Restwassersanierungen.

Windenergie

Windräder prägen die Landschaft sehr stark - gerade im kleinstrukturierten Alpenraum. Der Bund strebt an, bis 2050 ungefähr sieben Prozent des Strombedarfs durch Windenergie zu decken. Dafür müssten rund 600 – 800 Windenergieanlagen gebaut werden. Als Binnenland ist die Schweiz aber ein wenig ertragreiches Windland. Gebiete mit viel Wind liegen vor allem im Jura und dem westlichen Mittelland. Punktuell gibt es auch im Alpenraum Gebiete mit viel Wind. Dort kommen aber erschwerte Standortbedingungen hinzu wie aufwändige Erschliessung, Vereisung oder die Abnahme der Luftdichte und damit der Effizienz. Zudem ist im kleinräumig strukturierten Alpenraum die Beeinträchtigung der Landschaft oft sehr stark. 

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Windenergieanlagen sollen an wenigen, gut geeigneten Standorten konzentriert werden. Auf Anlagen in landschaftlich besonders wertvollen und ausgesetzten Standorten soll verzichtet werden. 

Photovoltaik

Der Alpenraum eignet sich aufgrund der hohen Strahlungsintensität und der langen Sonnenscheindauer besonders für die Nutzung der Sonnenenergie, auch im Winter. Hier gibt es grosses Potenzial, etwa für Warmwasser aber auch für die  Stromproduktion. In den Alpen gibt es gut geeignete bestehende Infrastrukturen, auf welchen Photovoltaik-Anlagen installiert werden können. Auch viele SAC-Hütten sind damit ausgestattet und werden nur von der Sonne mit Energie versorgt.

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Photovoltaikanlagen sollen dezentral auf bestehenden Infrastrukturen errichtet werden wie Gebäude oder Lawinenverbauungen. Auf Anlagen in freier Fläche in unerschlossenen Gebieten soll verzichtet werden.