A propos überflüssig

Zum Artikel Apropos Schneeschuhe, «Die Alpen» 12/2017

Wenn «Die Alpen» ein Problem thema­tisieren und Missstände anprangern möchten, ist das sicher legitim. Aber Rowdytum im öV ist nun wahrlich keine Erfindung der Schneeschuhläufer. Da ich das ganze Jahr z Berg bin, weiss ich aus eigener Erfahrung: Das Problem mit den gefährlich angebrachten Schnee­schuhen gibt es. Jedoch sind diese wenigen Schneeschuhläufer nicht besonders auffällig, denn es gibt ja noch andere «Problemsportgruppen» wie die Alpinisten, die ihre Steigeisen zum Trocknen aussen am Rucksack hängen lassen und diese auch nicht im vollen Posti einpacken. Oder Biker, welche die Treppen im Bahnhof zwischen Reisenden downhillen. Oder die recht zahlreichen Wanderer mit Stöcken am Rucksack, deren blanke Spitzen den Mitreisenden ins Gesicht stechen. Oder sommers wie winters Alpinisten wie auch Skitourengänger mit nicht fachgerecht montierten Eis­pickeln, deren ­ungesicherte Spitzen und Hauen in der öV-Menge stets auf der Suche nach Kleidungsstücken und Körperteilen sind. Und nicht zu vergessen, der Klassi­ker schlechthin: die Skiläufer, die ihre Sportgeräte geschultert durch die Menge tragen und bei jedem Anlass diese handlichen Sportgeräte auch auf einem vollen Bahnsteig in elegantem Vollkreis auf Kopfhöhe schwingen.

Auf alle diese Gruppen könnte man nun anklagend mit dem Finger zeigen, wieso prangert Alexandre Vermeille also nur eine Gruppe an? Und dann eine der wohl zahlenmässig kleinsten Randgruppen im Bergsport? Ich hoffe, der SAC und «Die Alpen» finden in Zukunft passendere und umfassender betrachtende Ansätze in ihrer redaktionellen Arbeit.

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