Abschiedsgeschenk an den Bergsport? Alpenfolio von Robert Bösch

«Vieles ist mir fast zu perfekt», sagte Robert Bösch vor fast zehn Jahren in einem Interview, das ich mit ihm für «Die Alpen» führte. Er meinte damit vor allem jenen Teil der Bergsportfotografie, die für Ausrüstung und Tourismus warb. Lächelnde Menschen, blauer Himmel, strahlende Alpwiesen, jeder Klettverschluss gestochen scharf. Doch verwackelte, verschwommen graue Bilder sucht man bei ihm vergebens. Perfekt sind auch seine Bilder, aber in einem völlig anderen Sinn. Es sind Bilder, die versuchen, der Grösse der Bergwelt gerecht zu werden: ihrem harten Licht, ihrer Wildheit, ihrer Unnahbarkeit.

Robert Bösch
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'Mountains' ist so etwas wie ein Lebenswerk geworden.
Robert Bösch

30 Jahre lang widmete sich der Fotograf und Alpinist intensiv der Bergsportfotografie. Er hat ihre Anfänge und ihre Auswüchse erlebt, hat sich auf unzählige Expeditionen begeben, als Bergsteiger oder als Fotograf. Nun hat Robert Bösch dem Bergsport erneut ein ganzes Buch gewidmet: seine Sicht auf das Klettern, Bergsteigen, Skitourengehen. «Wirkliches Abenteuer ist kein Vergnügen und schon gar nicht ist es Fun», schreibt er im Vorwort zu Mountains. Dasselbe scheint fast für das Buch selbst zu gelten. Es ist kein einfach zu konsumierendes Coffee Table Book geworden. Mountains ist ein Monument. 3.8 Kilogramm wiegt es, eine Doppelseite ist fast 60 Zentimeter breit und 40 Zentimeter hoch. Für ihn sei dieses Buch zwischen Kunst und Action so etwas wie sein Lebenswerk geworden. Wir freuen uns, euch einige seiner Bilder aus Mountains hier zeigen zu können, etwas kleiner, aber hoffentlich nicht minder eindrücklich.

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