Abschluss eines spannenden Abenteuers

Die Kunstaktion « Gletscherblick 99 » fand Anfang Oktober im Gelände ihren Abschluss. Die fünfzehn Kunstwerke wurden von den Kunstschaffenden entfernt, und die Natur ist wieder sich selbst überlassen. Damit ging ein spannendes Abenteuer, ein « Kunstsommer im Gebirge », zu Ende: die künstlerische Auseinandersetzung mit einem aktuellen Thema, das nicht nur Alpinisten beschäftigt.

Thema und Umsetzung Das Thema der 21. Schweizerischen Ausstellung Alpiner Kunst kam neben dem eingehenden Titel « Gletscherblick 99 » etwas schwerfällig daher: die Alpengletscher, ihre Erforschung und ihre Veränderung durch Klima und Nutzung. Von den 15 Künstlerinnen und Künstlern wurde es aber kreativ und vielfältig aus verschiedenen Blickwinkeln her dargelegt. Zum ersten Male wurden in der langen Tradition dieser Ausstellungs-reihe die Museumsmauern verlassen: Die Ausstellung fand unter freiem Himmel im Angesicht der eigentlichen Thematik, der Gletscher, statt. Die weit zerstreuten Standorte im Gebiet Grimsel, Aaregletscher, Rho- Auf dem Weg zum Sidelhorn wurden die Besucher mit der Installation « Stuhl-siedlung mit Schreibmaschine » von Monika Rechsteiner, Luzern, und Sep Müller, St. Gallen, eingeladen, ihre Gedanken schriftlich festzuhalten.

Kühle Assoziationen weckte die Installation « Panorama » von Axel Haberstroh, Karlsruhe ( D ), am Oberaarsee.

Eigendynamik im Infozentrum...

Das Informationszentrum in Gletsch entwickelte sich vom geplanten « Workshop » zu einer äusserst interessanten, unkonventionellen und deshalb sehenswerten und viel beachteten Ausstellung. Ursprünglich als reine Werkhalle gedacht, profitierten die Kunstschaffenden von diesem geschichtsträchtigen Ort, um ihre Werke zu präsentieren. Hier konnte man sich in aller Ruhe in die einzelnen Arbeiten vertiefen und sie auch miteinander vergleichen; das Informationszentrum wurde zum eigentlichen Herz der Ausstellung im Gelände. Die Bilder, Skizzen, Erklärungen und Dokumentationen offenbarten zudem die Intensität, mit der sich die Kunstschaffenden mit dem Thema auseinandersetzten.

... und Retrospektive im Alpinen Museum Bern Um diese originelle Sammlung einem grösseren Publikum noch einmal zugänglich zu machen, haben wir uns entschlossen, eine Retrospektive im Schweizerischen Alpinen Museum in Bern zu veranstalten. Diese wird am Dienstag, 3O. November 1999, in Form einer Finissage eröffnet. An diesem Datum wird auch der gediegene Katalog vorgestellt, der an das spannende Abenteuer « Gletscherblick 99 » erinnert. Ferner werden der oder die Gewinner des « Prix Meuly » vorgestellt, und dieser Kunstpreis wird verliehen. Alle sind zu diesem letzten Event der Aktion « Gletscherblick 99 » eingeladen.

Bernhard Rudolf Banzhaf, Ressortleiter Publikationen/Kultur im Zentralvorstand Im Projekt « KAMIA » von Karin Isler, Basel, wurden mit Hilfe eines aufwendigen Verfahrens Steine aus der Umgebung des Gletschers als « Fotopapier » für Gletscheraufnahmen benutzt.

Gletscherblick 99

SAC / l' art pour l' aar

Ehrenmitglied des SAC

Am 19. September verschied im Spital von La Chaux-de-Fonds Maurice Brandt, der 1992 von der NZZ als « Balzac unter den Führerautoren » bezeichnet wurde - so ausgiebig war seine Produktivität im Bereich der alpinen Publikationen, die sich den Schweizer Alpen widmeten. Tatsächlich tragen nicht weniger als dreissig SAC-Führervon 1966 bis 1999 den Namen des unermüdlichen Autors.

Nachdem er die vier berühmten Clubführer von Marcel Kurz über das Wallis überarbeitet und ergänzt hatte, verfasste Maurice Brandt in der Folge zwanzig eigene Werke: über das Klettern im Jura ( 3 Bände ), das Skiwandern im gleichen Gebiet ( 2 Bände ), die Walliser Alpen ( 6 Bände ), die Waadtländer Alpen ( ein fast 600 Seiten umfassendes Werk ), die Freiburger Voralpen, die Berner Voralpen ( darunter auch ein Auswahlführer ) und, in Zusammenarbeit mit Giuseppe Brenna, die Tessiner Voralpen.

In seinem Vorwort zum vierten Band der Reihe über die Tessiner Alpen schreibt der Alpinist aus dem Val Verzasca über jenen Mann, der ihn bei seiner umfassenden Beschreibung der Tessiner Alpen ermutigt und unterstützt hat: « Maurice Brandt kennt die Schweizer Alpen wie kein anderer. Sein Vertrauen, seine Ratschläge, seine Unterstützung und wertvolle Mitarbeit sowie seine echte Freundschaft über zahlreiche Jahre hinweg waren der sicherste Garant für den Erfolg meiner eigenen Führer. » Maurice Brandt trat 1979 in die Publikationenkommission des SAC ein. Seit langem hatte er sich einen Namen durch seine Beiträge für die Clubzeitschrift, durch die Überarbeitung von Clubführern und durch seine eigenen kompetenten Werke geschaffen. Ich erinnere mich noch gut an das erste Treffen mit Maurice im Februar 1968 in der Cabane du Mont

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