Alpenfolio: Nicolas Sedlatchek Wo das Auge noch nie war

Die Drohne hat das Leben von Nicolas Sedlatchek auf den Kopf gestellt. Sein Metier war die Architektur. Fotografieren war für ihn nur eine Passion, ebenso wie das Klettern, die Highline oder das Modellfliegen. Das Aufkommen der Quadrokopter änderte alles. Indem er seine Fotokameras an der Drohne montierte, befreite der Sittener sie von der Schwerkraft und eroberte so Blick­winkel, die es vorher noch nie gegeben hatte. «Mit der Drohne gehst du dorthin, wo das Auge noch nie war.» Aber die eroberte Freiheit ist nichts ohne die Disziplin des Fotografen: «Von oben siehst du alles und kannst alles überblicken, aber es ist das Detail, das den Unterschied ausmacht.»

Die Arbeiten von Nicolas Sedlatchek rücken zwar vor allem Architektur, Highline und Klettern ins rechte Licht, aber dank der Fernbedienung hat sich sein Spektrum erweitert. Sie lässt ihn durch das Wallis, seinen Tummelplatz, streifen. Mit der massenhaften Verbreitung der Drohne ist der Überraschungseffekt der Luft­auf­nah­men per Fernbedienung mittlerweile verpufft, aber sie hat dennoch weiterhin ihren Platz in der Welt des 34-jährigen Fotografen. Nicolas Sedlatchek hat begriffen, dass der Schlüssel zum Erfolg darin liegt, das Werkzeug in den Dienst des Endprodukts, nämlich des Bildes, zu stellen. Mit anderen Worten: Er ist mit den Beinen auf dem Boden geblieben.

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