Alpine Unglücksfälle 1897

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Von den in der Litteratur als alpine Unglücksfälle verzeichneten Vorkommnissen des Jahres 1897 nehmen wir, wie gewohnt, die Unfälle aus, welche keinen tödlichen Ausgang genommen haben, ferner einige beim Edelweißsuchen oder Blumenpflücken vorgekommene Todesfälle und Ähnliches. Es bleiben dann noch übrig 33 Unglücksfälle, welche Touristen und Führer in der Ausübung alpiner Thätigkeit betroffen haben. Die Zahl der Opfer beträgt zusammen 37, darunter nur 2 Führer, dagegen 11 Alleingänger. Von den 33 Fällen gehören nach Höhenlage oder Beschaffenheit des Unglücksortes 12 mit 16 Opfern dem Hochgebirge und 21 mit 21 Opfern dem Mittelgebirge an. Die Einzelheiten sind folgende:

A. Im Hochgebirge.

118. Juni. Zugspitze. Dr. Richard Schmidt, Privatdocent und Rechtsanwalt in München, und Emil Diehl, Rechtspraktikant, hatten am 17. von der Knorrhütte aus die innere Höllenthalspitze bestiegen und waren in meist schlechtem Wetter dem Grat zur Zugspitze gefolgt, wo sie, mit erfrornen Händen, erst um 8 Uhr abends anlangten und gezwungen waren, in dem von allem entblößten Unterstandshüttchen am Gipfel eine sehr kalte Nacht zuzubringen. Um 5 Uhr morgens bei wieder schön gewordenem Wetter begannen sie nach dem Eibsee abzusteigen. Dabei verunglückte der sehr erschöpfte Dr. Schmidt beim Traversieren des mit Neuschnee bedeckten österreichischen Schneekars, indem er durch eine Schneerinne hinabglitt und über mehrere Wandstufen hinabgeschleudert wurde. Das Nähere ist nicht bekannt, da sein Begleiter vorausgeeilt war und den Vorfall nicht wahrnehmen konnte. Der erst nach mehreren Tagen aufgefundene Leichnam wies nur geringe Verletzungen auf, aber die Lage ließ vermuten, daß der Verunglückte in bewußtlosem Zustande erfroren war. Ö.A.Z. 1897, pag. 224 f.

2 ) 11. Juli. Groß-Buchstein. Herr Pierre Goudet aus Genf, in Wien wohnhaft, und Herr Theodor Keidel waren mit zwei anderen Partien, aber an besonderm Seil gehend, vom Hintern Winkel über die Buchstein-mauer aufgestiegen und waren dem Plateaurande schon ganz nahe gekommen, als Herr Goudet beim Traversieren einer Rinne durch einen, wahrscheinlich von ihm selber gelösten, Block zu Fall gebracht wurde und Herrn Keidel, der sich vergeblich an die Felsen des Grates klammerte, mit fortriß. Die beiden fielen aus der Rinne heraus auf die darunter befindlichen Platten, über welche sie etwa 80 Meter tief hinabrollten und stürzten. Auf einer kleinen Geröllterrasse blieb Goudet liegen, Keidel wurde über den Rand hinausgeschleudert, blieb aber am Seile hangen. Die zwei andern Partien kamen ihnen sofort zu Hülfe und brachten den weniger verletzten Keidel in Sicherheit, während Goudet 328Redaktion.

an innern Verletzungen nach zwei Stunden verschied. Ö.A.Z. 1897, pag. 189 ff.

3 ) 18. Juli. Rocca Bernauda. Der Beamte Francesco Occhiena versuchte mit einigen Freunden diese von der Seite der Valle della Rho sehr schwierige Besteigung durchzuführen, kehrte aber mit einem Gefährten um, bevor die Höhe der Wand erstiegen war, welche sie auf leichteres Terrain gebracht haben würde. Beim Abstieg blieben die beiden, die nicht angeseilt waren, nicht lange beisammen, weil Occhiena langsam und ungeschickt ging, und Sig. Garelli eilte, als es dunkelte, ins Thal hinunter, um Hülfe zu holen, den Gefährten ermahnend, daß er sich nicht vom Platz bewegen sollte. Es scheint nun, daß der Verunglückte dennoch den Abstieg fortgesetzt und dabei 250—300 Meter tief über die Wand gestürzt sei auf ein Geröllfeld, wo er von einer Suchpartie als zerschmetterte Leiche aufgehoben wurde. K. M. 1897, pag. 264 ff.

46. August. Persgletscher. Der Ingenieur de Scalzi aus Genua hatte mit seiner Frau und dem Führer Metzger die Diavolezza überstiegen. Beim Passieren des Persgletschers stürzte der Tourist, der unangeseilt war und, wie erzählt wird, die dargebotene Hand des Führers verschmäht hatte, beim Überspringen in eine Gletscherspalte und konnte erst mehrere Stunden später, tot, mit zerschmettertem Kopfe, aus einer Tiefe von 50 Metern heraufgezogen werden. Alp. 1897, pag. 145.

5 ) 9. August. Hirzbachthörl. Der stud. ehem. H. Eller aus München war mit dem stud. math. Rudel vom Dorf Fusch aus aufgestiegen, erreichte aber wegen dichtem Nebel und Schneesturm die Höhe erst abends 6 Uhr und mußte etwas unterhalb des Grates bivouakieren. Am folgenden Morgen traten sie den Abstieg an, wobei Eller beim Traversieren einer steilen, mit Neuschnee bedeckten Grashalde abrutschte und über eine 400 Meter hohe Wand fiel. Die von dem Gefährten geholte Hülfsmannschaft fand ihn mit zerschmettertem Kopfe tot auf der Moräne des Hirzbachgletschers. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 192 f.

615. August. Roccia Melone. Eine Partie von fünf französischen Artilleristen hatten den Gipfel erreicht, als ihnen aus der Kapelle 10—12 italienische Carabinieri entgegenkamen. Die überraschten Artilleristen wandten sich zur Flucht, wobei Sergeant Bernard in eine Gletscherspalte fiel. Ein Kamerad, Namens Thermignon, welcher den Berg kannte, machte sich von einem ihn festhaltenden Italiener frei, rief seinem Sergeanten zu, die Richtung zu ändern, aber zu spät, und eilte ihm nach. Auch er fiel in die Spalte, konnte sich zwar wieder herausarbeiten, eilte aber, da er Bernard tot wußte, zu den Chalets de l' Arselle um Hülfe. Die Leiche konnte erst zwei Tage später geborgen werden. R. A. L., September 1897.

7 ) 18. August. Hochwanner. Dr. Theodor Huber, Rechtsanwalt aus Wlirzburg, der allein die Besteigung angetreten hatte, fiel, ans nnauf-

geklärter Ursache, vielleicht im Nebel irregehend, über eine 100 Meter hohe Steilwand hinunter, an deren Fuß der Vermißte nach zehn Tagen von den Partenkircher Führern als Leiche gefunden wurde. Da der Tote in den Wettermantel gehüllt war, so nimmt man an, daß er nach dem Sturze noch einige Zeit gelebt habe. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 205 f.

8 ) 26. August. Jungfrau. Die Führer Andreas und Johann Anderegg, ersterer ein Sohn des berühmten Melchior, kehrten mit einem deutschen Touristen von einer wegen ungünstigem Schnee abgebrochenen Jungfraubesteigung zurück, als sie unterhalb des Rotthalsattels am sogenannten Kranzbergeck eine Lawine antrafen, welche sie in die Tiefe riß. Eine zahlreiche zweite Karawane, die dicht hinter ihnen ging, konnte den Touristen lebend dem Schneegrab entreißen, während die beiden Anderegg tot aufgefunden wurden. Johann hatte das Genick gebrochen, Andreas erstiekt., Alp. 1897, pag. 123 f.

91. September. La Salle. Zwei getrennte Gesellschaften ohne Führer, die zweite bestehend aus M. Gonin, protestantischem Pfarrer in Sitten, und drei jungen Leuten, die bei ihm in Pension waren, nämlich: de Mollin, Bischoff und B. Swinstead, wollten von der Alpe de Liappey aus den Gipfel durch ein mit tiefem, aber anscheinend festem Neuschnee bedecktes Eiscouloir ersteigen. Die erste Gesellschaft benutzte weiter oben die Felsen, indem sie das Couloir links ließen. M. Gonin aber und seine Begleiter traversierten unterhalb der Trace ihrer Vorgänger und erzeugten so eine Lawine, welche sie das Couloir hinunter schleuderte und im Bergschrund begrub. Die von der andern Partie geholte Hilfsmannschaft fand zuerst die Leichen von MM. Gonin, Bischoff und Swinstead, später auch die von M. de Mollin. Alp. 1897, pag. 124.

107. September. Hochschwab. Buchhalter Julius Zampari aus Graz wurde von seinen Gefährten bei einbrechender Dunkelheit und Schneewetter auf dem Plateau in der Nähe des Schiestlhauses in erschöpftem Zustand zurückgelassen. Ein von der Hütte ausgesandter Führer fand ihn nicht mehr. Der Unglückliche war weiter gegangen, vom Wege abgekommen und in das nördlich vom Schutzhause gelegene Gschöderkar abgestürzt, wo er am 10. von den suchenden Führern als Leiche aufgefunden wurde. Ö.A.Z. 1897, pag. 251.

11 ) 30. September. Ararat. Apotheker Emanuel Stöber von Wladikawkas, welcher eine Exkursion des internationalen Geologenkongresses als Landeskundiger begleitete, trennte sich von seinen zwei Begleitern und deren Führern im Aufstieg und verunglückte durch Absturz. Seine Leiche wurde von den suchenden Kosaken in den Felsen in einer Höhe von ca. 4500 Meter gefunden. Er hatte den linken Fuß gebrochen, unbedeutende Schürfungen an Händen und Schenkeln und eine Wunde am Hinterhaupt. Die Lage sprach dafür, daß er durch den Sturz die Besinnung verloren hatte und in diesem Zustande gestorben ist. Alp. 1897, pag. 161 f.

12 ) 6. November. Wetterhorn. Der junge Bankangestellte Hans Wäber aus Bern, Sohn des frühem Redaktors dieses Jahrbuches, hatte mit zwei Freunden, cand. med. Hans Biehly und cand. med. Rob. v. Wyß, das Wetterhorn ohne besondere Schwierigkeiten erreicht. Sie waren im Abstieg, zwischen dem Wettersattel und dem Krinnenflrn, etwas abseits von der gewöhnlichen Route und hatten, weil sie auf plattigem Terrain, ohne Schnee, angekommen waren, eben die Steigeisen abgelegt, um schneller vorwärts zu kommen, als ein vereinzelter von hoch oben kommender Stein Wäber auf den Kopf traf und tödlich verletzte. Da der Verunglückte sofort besinnungslos und nicht zu transportieren war, eilte Biehly zu Thal, um Hülfe zu holen, während v. Wyß bei dem Verunglückten aushielt, bis er, ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu sein, nach acht Stunden verschied. Die Leiche wurde von der durch H. Biehly geholten Führerkolonne nach Grindelwald gebracht. Das Unglück muß einem Zufall zugeschrieben werden, da in den acht Stunden kein weiterer Stein fiel. Alp. 1897, pag. 162.

B. Im Mittelgebirge.

1 ) 3. Januar. Col du Pertuis de Talamarche. Der Lieutenant Fau-quinon stieg mit einem Kollegen von Annecy zum Col de Nantet auf und wollte schleunig über Les Crêtes und den Col du Pertuis de Talamarche zu Thal steigen. Sie befanden sich bald zwischen eisbedeckten Dolomitklippen, bis sie endlich einen Hang von hartem Schnee erreichten. Über diesen wollte F. abfahren, vermochte aber mit dem Pickel die Fahrt nicht zu hemmen und stürzte über eine 150 Meter hohe Felswand ab und blieb mit zerschmettertem Schädel und Rückgrat tot liegen. Der Kamerad konnte durch Landleute gerettet werden.R.M.. 1898, pag. 31.

2Januar. Gratlspitz ( Tirol ). Joseph Hansberger wurde tot gefunden am Fuß einer Felswand des Gratlspitz, welchen er ganz allein bestiegen hatte. R.M. 1898, pag. 30.

3 ) 31. Januar. Lahngraben ( Raxalpe ). Moritz Heiduschka aus Wien, ein mit der Raxalpe vertrauter und gut ausgerüsteter Tourist, war allein über den Lahngraben auf den Grünschacher aufgestiegen, kam bis zur Jagdhütte, vermied es, in das Va Stunde entfernte Otto-Schutz-haus zu gehen, und kehrte wieder zum Lahngraben zurück. Hier trat er offenbar eine Wächte ab und fuhr mit der dadurch gebildeten Lawine zu Thal; als sie zum Stillstand kam, konnte er, nach den Spuren zu schließen, sich noch etwa 40 Schritte durch Einschlagen der Absätze thalwärts schieben, ist dann aber an Kälte und Erschöpfung, vielleicht auch an innern Verletzungen zu Grunde gegangen. Der Leichnam wurde am 1. Februar aufgefunden. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 31 f.

4 ) 18. Februar. Nockspitze. Max Peer, stud. med. aus Wien, hatte mit einem Freunde, Troyer, eine Skitour auf die Nockspitze an der Saile bei Innsbruck unternommen. Beim Abstieg versuchten sie auf einem 35° geneigten Schneehang sitzend abzufahren. Dabei bildete sich eine Lawine, aus der Troyer sich seitwärts retten konnte, während Peer mitgerissen und durch den 800 Meter langen Lahngraben hinabgestürzt wurde. Trotz eifrigem Suchen konnte der Leichnam erst am 25. Mai aufgefunden werden. Sieben Rippen waren eingedrückt, eine Handwurzel und der rechte Unterschenkel gebrochen; auch wurde eine Schädelfraktur konstatiert. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 59 und 134.

5 März. Klausen ( Mödling ). Joseph Stark aus Wien, 17jährig, wollte an den Felsen des Klausen Kletterübungen anstellen. Er befestigte ein dünnes Waschseil an einem Felszahn und ließ sich, trotz der Warnungen eines Gefährten, an demselben hinuntergleiten. Da ihn die Kräfte verließen, stürzte er etwa 20 Meter tief ab und trug Verletzungen davon, an denen er starb. R.M. 1898, pag. 31.

6 ) 4. April. Hochlantsch. Ingenieur Ilmer aus Wien hatte sich beim Aufstieg auf der Teichalm von seinen zwei Gefährten getrennt und den berüchtigten Weg über die Hahnhütte eingeschlagen. Einige Tage darauf wurde er, mit gebrochenen Gliedern tot, in der Nähe des Wasserfalles der Bärenschütz gefunden. Der Weg, den er beim Abstieg benutzt hatte, ist gefahrvoll und hat schon mehr als ein Opfer gefordert. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 86.

71. Juni. Reggelberg bei Radein. Der Kaufmann Niklas aus Wien geriet, in der Nähe des Hotels Zimmerhof, in der Dunkelheit vom Wege ab und auf einen Felsen, über welchen er abstürzte. Es scheint, daß er nach dem Abstürze noch kurze Zeit gelebt hat und sich eine Strecke weit schleppen konnte. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 134.

812. Juni. Klimsenhorn am Pilatus. Herr Hellmuth, ein junger Coiffeur aus Kriens, that beim Abstieg in der Nacht einen Fehltritt und fiel zu Tode. Alp. 1897, pag. 84.

913. Juni. Alvier. Der Schriftsetzer Emil Boßhard aus Wollishofen stürzte ab und wurde oberhalb der Alp Baifries als Leiche aufgehoben. Alp. 1897, pag. 84.

10 ) 24. Juni. Todtenkirchl im Kaisergebirge. Der cand. med. Bruno Magnus hatte allein vom Bärenbad aus das Todtenkirchl erstiegen. Beim Abstieg fand er, auf der obern Latschenterrasse angekommen, den Merzbacherschen Weg nicht mehr und versuchte in einer kaminartigen Rinne abzusteigen, die in eine 30-40 Meter hohe Steilwand ausläuft. Dabei kam er zu Fall und blieb in den Legföhren, den Kopf nach unten, hängen. Ein Schädel- und Genickbruch lassen vermuten, dass der Tod beim Absturz erfolgt ist. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 156 f.

11 ) 10. Juli. Wallberg am Tegernsee. Der Postaspirant S. Lippert aus Tegernsee hatte allein und in Segeltuchschuhen den Gipfel erstiegen und versuchte, über die gegen Enterrottach gekehrten, mit Latschen und schlüpfrigem, langem Gras bewachsenen Steilhänge abzusteigen, wobei er abstürzte und in den Latschen tot liegen blieb. M. D. O. A. V. 1897, pag. 206.

1217. Juli. Taillefer bei Grenoble. M. Anatole Sorpel schlug beim Abstieg einen schwierigen Weg ein und verunglückte. R.M. 1898, pag. 30.

1328. Juli. Rigi. Ein junger Mann, Namens Zurmühle, der àén Rigi auf dem Tracé der Vitznauerbahn besteigen wollte, fiel über einen hohen Felsen hinunter und blieb tot. Alp. 1897, pag. 112.

14Juli. Schwarzensteingrund(Zillerthal ). Ein 17jähriger Münchner, Namens Pfister, verunglückte nach einer Besteigung des Hornkeeses am Zemmbache. Er scheint bei der Überspringung desselben hineingefallen und ertrunken zu sein. Der Leichnam wurde nicht gefunden, wohl aber der Eispickel am Rande des Gletscherbaches. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 182.

151. August. Montalin. Der Uhrenmacher Albert Reich aus Chur stürzte beim Abstieg ab und blieb tot; ob infolge eines Fehltrittes oder beim Edelweißsuchen, konnte nicht ermittelt werden. Man fand ihn am Fuß einer steil vom Gipfel abfallenden, mit Felsköpfen durchsetzten Grashalde. Alp. 1897, pag. 111.

16August. Weißenstein ( Glarus ). Ein Herr Walther stürzte beim Abstieg von diesem ganz leichten Gipfel ab und blieb tot. R.M. 1898, pag. 30.

17Oktober. Jaszczurowka ( Tatra ). Der stud. phil. Casimir von Piotrowski stürzte auf einer allein unternommenen Gebirgstour ab und sein Leichnam wurde in dem Flusse unterhalb des Berges aufgefunden. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 247.

18 ) 20. November. Salève. Jakob Ott, ein junger Mann aus Zürich, der mit einem Freunde von Genf aus die Besteigung unternommen hatte, folgte von Treize Arbres aus dem Kamme des Berges und sie wollten den Abstieg zwischen der Grande Gorge und der Croisette bewerkstelligen. Sie kamen auf schwierigem Terrain um 4 Uhr nachmittags bis zu den Felsen von Chavardon oberhalb des Coin und setzten nach kurzer Rast ihren schwierigen Abstieg fort. Um 5'/a Uhr fiel J. Ott 30 Meter hoch auf Felsen, wo er den Tod fand. Der andere rief um Hülfe und wurde gerettet. E.d.A.. 1897, pag. 419.

19November. Argentine. Herr Herzog stürzte an diesem südwestlich gelegenen Vorgipfel der Diablerets ab. R.M. 1898, pag. 30.

2028. November. Niesen. Ein in Wimmis in Arbeit stehender Malergeselle, Moritz Hauser aus Schupfen, bestieg mit drei Kameraden

âen Niesen, dessen Gipfel sie mittags wohlbehalten erreichten. Um 3 Uhr nachmittags traten sie den Abstieg nach dem Heustrich an, benutzten aber nicht den Fußweg, sondern kamen auf den fatalen Gedanken, den steilen Berg hinunter zu rutschen. Vor einem Abgrund wollte sich der erste, Moritz Hauser, an einem Gesträuch festhalten, glitschte aber ans und stürzte kopfüber die Felswand hinunter, so daß seine Kameraden nichts mehr von ihm sahen. Bei der inzwischen eingetretenen Dunkelheit verirrte sich ein anderer in einer Schlucht, aus welcher er sich nicht mehr herausarbeiten konnte und wo er die Nacht zubringen mußte, da sein Schreien ungehört blieb. Die beiden andern kamen, nachdem es ihnen nicht möglich gewesen, ihren verschwundenen Kameraden Hülfe zu bringen, abends in Wimmis an und berichteten den Hergang. Am Montag Morgen gingen acht des Weges kundige Personen in Begleitung der beiden zurückgekehrten Bergsteiger auf die Suche und es gelang ihnen, gegen Mittag den in der Schlucht Verirrten verhältnismäßig wohl aufzufinden und herauszuziehen. Etwas später fanden sie auch den verunglückten Hauser mit eingeschlagener Hirnschale im sogenannten „ Roßgraben " tot auf, kaum 20 Meter entfernt von der Stelle, wo sein Kamerad die Nacht zugebracht hatte, ohne etwas davon zu ahnen.Bund " vom 1. Dezember 1897.

21 ) 26. Dezember. Pilatus. Ein junger Mann, Namens Hochstetter, verunglückte beim Abstieg dadurch, daß er an einer vereisten Stelle ausglitt und über eine 70 Meter hohe Felswand abstürzte. Er wurde ins Hotel Klimsenhorn transportiert, verschied aber nach kurzer Zeit.

Das Jahr 1897 ist ferner charakterisiert durch mehrere Leichenfunde, die von altern Katastrophen herrühren.

Im Juni wurden im Karwendelgebirge Leichenteile und Kleidungsstücke des seit dem Sommer 1893 verschollenen stud. med. Hans Rinke gefunden. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 145 f.

Am 20. August wurde in einer Klamm der Hochfeldereralm der Leichnam eines unbekannten Touristen gefunden, der schon seit dem Herbste 1896 mindestens, unter Schnee und Geröll verschüttet, dort gelegen haben mußte. Er trug die Kleider eines Ausflüglers, geringe Schuhe; neben ihm lag der Holzschaft eines schlechtgearbeiteten Eispickels. Vermutlich wollte er von der Knorrhütte durch das Felderer-thal und über das Feldererjöchl nach Ehrwald absteigen, verfehlte dabei den schwer kenntlichen Weg und stürzte über die Wände gegen das Almfeld ab. M. D. Ö.A.V. 1897, pag. 206.

Am 22. August wurden nahe dem linken Ufer des Glacier des Bossons Überreste des am 13. Oktober 1866 am Ancien passage des Mont Blanc durch eine Lawine verunglückten Captain ArJcwriglit auf- gefunden. Ein Taschentuch mit dem Namen des Verunglückten diente zur Feststellung der Identität. A.J. Nr. 138, pag. 561.

Im Oktober wurde am Calanda, Seite gegen Vättis, die Leiche des seit dem Sommer 1894 vermißten Dr. med. Jakob Iselin gefunden und an Kleidungsstücken, Rucksack und besonders der Nummer der goldenen Taschenuhr sicher erkannt. Alp. 1897, pag. 163.

Redaktion.

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