Alpine Unglücksfälle 1910 und 1911

Trotz der abnorm schlechten Witterung des Jahres ist die Ziffer der alpinen Unglücksfälle gegen 1909 nicht zurückgegangen, sondern von 72 Opfern bei 59 Touren auf 100 Opfer bei 82 Touren gestiegen. Dabei spielt die Katastrophe am Bergli eine große Rolle, aber es mag auch sein, daß die Zusammenstellung von 1909 nicht erschöpfend war. Die Ostalpen figurieren 1910 mit 44, die Schweizeralpen mit 39 und die französischen Westalpen inklusive Savoyen und Mont Blanc mit 14 Unglücksfällen, wozu noch 3 in außeralpinen Gebieten kommen. Die Einzelheiten sind folgende:

A. Im Winter.

1 ) 8. Januar. Auf dem vereisten Schrennenwege, oberhalb des Seealpsees ( Appenzeller Voralpen ), verunglückte abends der nicht ungeübte, etwa 26 Jahre alte Schneider Kaspar Rohr von Weggenwil ( Kanton Aargau ). Der zerschmetterte Leichnam wurde Mittwoch den 12. Januar von einer Rettungskolonne etwa 200 m tiefer als die Absturzstelle am Ufer des Seealpsees aufgefunden. Alp. 1910, pag. 37.

2 ) 10. Januar. Am Moléson ( Freiburger Voralpen ) verunglückte durch Absturz an vereisten Felsen der Buchdruckergehulfe Franzelen aus Berlin, welcher mit einem Begleiter diese im Sommer gänzlich ungefährliche Tour unternommen hatte. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 7.

3 ) 22. Januar. Auf dem Claridengletscher verunglückten durch Erschöpfung oder Sturz in eine Spalte die Skifahrer Ingenieur Walter Spohr und Student Ernst Koßlau, in Zürich wohnhaft, zwischen der Hüfihütte und der Claridahütte, zu welch letzterer sie sich zurückziehen wollten, nachdem sie von Föhnsturm und schweren Schneefällen in der ersteren mehrere Tage, zuletzt ohne Nahrung, blockiert gewesen waren und den Abstieg durch das Maderanertal nicht hatten durchsetzen können. Alp. 1910, pag. 38, 46, 79; D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 39.

4Januar. Am Chamossaire ( Waadtländer Alpen ) kam eine englische Dame, welche allein einen Ausflug unternommen und sich verirrt hatte, durch Erfrieren ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 7.

53. Februar. In der Nähe des Zürsersees kam der alleingehende Zollober-kontrolleur Heckmann aus Lindau durch Absturz von einem Felsen ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 7.

6 ) 18. Februar. Am Monte Lomason bei Riva stürzte der Leutnant der preußischen Garde-Artillerie von Prittwitz Gaffron, vermutlich im Nebel, über eine etwa 40 m hohe Wand ab und wurde von einer Suchpatrouille als zerschmetterter Leichnam aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 67.

714. März.B.eim direkten Aufstieg Seealpsee-Weesen Altenalp ( Säntisgebiet ) glitt der mit zwei Kameraden gehende 19jährige Buchbinder Otto Villinger, in St. Gallen wohnhaft, infolge eines Krampfanfalls auf schlüpfrigem Rasen zwischen Felsköpfen aus und stürzte rücklings in die Tiefe, wo er tot aufgehoben wurde. Alp. 1910, pag. 84.

8April. Im Flüelatal wurde ein Skiläufer aus Davos-Platz, namens Wilhelm Roßberg, von einer Lawine verschüttet und von seinen Kameraden nur als Leiche zutage gefördert. Alp. 1910, pag. 118.

911. Dezember. Am Grünten bei Kempten fand der alleingehende bayrische Leutnant Treuheit durch Absturz auf steilem gefrornem Rasen den Tod, als er im Abstieg, um abzukürzen, von dem leichten Weg in die sehr steilen Nordwestabhänge auswich. Er war mit Nagelschuhen, aber nur einem kurzen Gehstock ausgerüstet. Der Absturz ging in Stufen etwa 300 m tief. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 10.

1026. Dezember. Am Karfunkelturm ( Tatra ) verunglückte ein Beamter aus Budapest, indem er knapp unterhalb des Gipfels auf einer vereisten Platte ausglitt, 6 m tief abstürzte und ein Bein brach. Seine Gefährten brachten ihn in Sicherheit, aber bevor Hülfsmannschaft zur Stelle war, stürzte er noch einmal ( freiwillig ?) ab und verschied auf dem Transporte. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 38.

B. Im Mittel- und Yoralpengebirge.

115. Mai. An der Aiguille de Sugitton ( Provence ) stürzte der junge Joseph Angeboin aus Marseille von einer Wand, an welcher zur Erleichterung der Kletterei ein Seil hängt, 60 m tief zu Tode, wahrscheinlich infolge eines Schwächeanfalls. R. A. 1910, pag. 197.

215. Mai. Am Hochschwab verunglückte der junge Arbeiter Simon Fröhlich aus Wien, der mit drei Freunden eine Pfingsttour unternahm, indem er in einem verharrschten Lawinengang ausglitt und über Felswände und steile Schneehalden in ein Kar hinunterstürzte, wo er mit schweren Verletzungen aufgehoben wurde, denen er am folgenden Tage erlag. Alp. 1910, pag. 129.

3 ) 16. Mai. Beim Aufstieg zum Oberalpstock verunglückte der 26jährige Kaufmann Fritz Heidecke, in Zürich wohnhaft, der in Gesellschaft von vier mit Skiern, Schneereifen und Steigeisen ausgerüsteten Kameraden eine Pfingsttour unternahm, indem er, von der übrigen Kolonne getrennt marschierend, in einem Lawinenzug oberhalb Guferen zu Falle kam, 200 m tief abstürzte und von seinen Kameraden als Leiche aufgehoben wurde. Alp. 1910, pag. 118.

4 ) 17. Mai. Am Napoleonsstein verunglückte ein ungenannter Herr aus Hellenstein bei Nürnberg tödlich durch Absturz. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 7.

526. Mai. An der Kampenwand verunglückte der in größerer Gesellschaft gehende Ingenieur Langgut aus München durch Absturz über Felsen. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 131.

629. Mai. An den Schrammsteinen ( Sächsische Schweiz ) verunglückte der Uhrmacher Heinrich Siekmann aus Dresden, indem er durch einen zufälligen Fehltritt etwa 20—25 m weit über den Felsen abstürzte und sich Verletzungen zuzog, denen er im Krankenhaus zu Schandau erlag. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 150.

75. Juni. Am Totensessel ( Kaisergebirge ) stürzte der Bankbeamte Frank Riegler aus München, der mit einem Begleiter die Ostwand anstieg, von einer etwa 10 m hohen Wand beim Vorgipfel infolge Ausbrechens eines Griffes ab und fiel in eine bedeutende Tiefe, wo er zwar von einer Httlfskolonne nachts aufgefunden wurde, aber bald seinen Verletzungen erlag. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 150.

812. Juni. In der Klamm der Roize bei Grenoble kam ein Tourist von Rives, namens F. Allimand, welcher mit Mme B. diese hatte passieren wollen, in der Weise ums Leben, daß er beim Abstieg über eine Felsenbarre sich ein Bein brach, infolgedessen auf schmalem Bord über einem Wasserfall liegen blieb und von einer Suchpartie tot aufgefunden wurde, während seine Begleiterin gerettet werden konnte. R. A. 1910, pag. 234.

919. Juni. Am Jallouvre ( Chaîne du Bargy ) verunglückte ein aus Österreich gebürtiger Arbeiter der Motorsacoche von Genf, namens Emile Hussar, welcher mit einem Arbeitsgenossen einen ungewöhnlichen Aufstieg versuchte, indem er 200 m tief abstürzte. R. A. 1910, pag. 234.

10 ) 22. Juni. Am Falknis ( Rhätikon ) verunglückte der Tourist Gustav Schrader aus Dresden, indem er alleingehend auf Lawinenschnee ausglitt und 200 m tief durch ein Couloir abstürzte, an dessen Fuß er von einer Suchkolonne am 1. Juli aufgefunden wurde. Alp. 1910, pag. 144.

11 ) 23. Juni. Am Jägersteig bei Zinal verunglückte der Geheime Ober-Regierungsrat Dungs aus Berlin, indem er auf einem Spaziergang an einer Stelle, wo man durch einen Sprung auf die andere Seite des Abgrundes gelangen muß, etwa 200 m in die Tiefe stürzte. Alp. 1910, pag. 145.

1225. Juni. Im Hohenwinkel ( Kaisergebirge ) erfroren im Schlafe oder aus Erschöpfung zwei junge Münchner Bergsteiger, der Beamte F. Werner und der Uhr-machergehülfe J. Salch, nachdem sie unter ungünstigen Umständen die Überschreitung des Kopftörlgrates hatten erzwingen wollen. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 160.

1326. Juni. An der Marchreisenspitze ( Kalkkögln bei Innsbruck ) erfror der stud. phil. Hans Lausegger, nachdem er mit einem Begleiter den Anstieg über die Nordwand ausgeführt hatte, weil er in total erschöpftem Zustand hart unter dem Gipfel zurückblieb, während sein Begleiter, um Hülfe zu holen, abstieg. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 160 und 182.

1426. Juni. Am Stadelwandgrat ( Wiener Schneeberg ) sind die erprobten Hochtouristen Ingenieur K. Mayer und Dr. H. Renezeder und das völlig unerfahrene Fräulein B. Wondraschek tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 160—161.

15Juni. Im Melchtal ( Unterwaiden ) verunglückte ein Herr Julius Alard aus Brüssel durch Absturz von einem Felsen. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 7.

1618. Juni. Am Col de Ferrex ( Wallis ) verunglückte der hessische Ministerial- beamte Adolf Helfmann, wahrscheinlich durch Abirren vom Weg und Einbruch durch Schnee in den Bergbach des Econduits. Die Leiche des seit dem 17. Juni Vermißten wurde von Sennen der Alp La Peulaz auf Schweizerseite Mitte August gefunden. Alp. 1910, pag. 174.

1710. Juli. An den Aiguilles de Warens ( Savoyen ) verunglückte der 21jährige Genfer Erneste Scherrer, als er sich bei der Rückkehr von der aus elf Personen bestehenden Karawane trennte, um einen kürzeren Weg einzuschlagen, indem der Boden unter ihm nachgab, so daß er 200 m in die Tiefe stürzte. R. A. 1910, pag. 278.

1818. Juli. Vom Ifinger ( Sarntaler Alpen ) ist der alleingehende Oberlehrer G. Trefz aus Conweiler bei Lauenburg tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 182.

1920. Juli. Am Salève bei Genf verunglückte der von Weimar gebürtige Schuster M. Gribner aus Genf, als er allein den Übergang von der Grande Gorge zu der Grande Varappe machte, vermutlich infolge eines Fehltrittes. Alp. 1910, pag. 191.

2023. Juli. Am Sexmor ( Spitzmeilen ) verunglückte der 19 Jahre alte E. Bochs-ler aus Zürich, indem er, mangelhaft ausgerüstet, beim Aufstieg nahe dem Gipfel ausrutschte und in die Tiefe stürzte, wo er von einer vom Kurhaus Seeben ausgesandten Kolonne als zerschmetterte Leiche geborgen wurde. Alp. 1910, pag. 154.

2128. Juli. Am Mont Chauffé ( Savoyen ) verunglückte der 21 Jahre alte M. George Berlioz aus Paris, in Begleitung des Waldhüters Bouchet, indem unter seinen Füßen auf dem Grat ein Stein wich, so daß er etwa 50 m in die Tiefe stürzte, wo eine Hülfsexpedition nur den Tod durch Schädelbruch konstatieren konnte. R. A. 1910, pag. 278.

2230. Juli. An der Hohen Wand ( Niederösterreich ) verunglückte die 50jährige Fräulein Luise Kruß aus Wien tödlich durch Absturz, als sie die Durchkletterung des sehr schwierigen Turmsteiges ohne Begleitung versuchte. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 182.

2331. Juli. Am Hochkar ( Karwendel ) stürzte der 34jährige Beamte Essler aus Wien, der die unschwierige Tour mit einer Dame unternommen hatte, von einem Unwohlsein befallen und in der Dunkelheit etwa 60 m tief in eine abgelegene Schlucht ab und blieb tot. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 183.

24Juli. Im Speikboden ( Kitzbühleralpen ) kam der in größerer Gesellschaft gehende Universitätsprofessor Dr. C. Albrecht aus Berlin ums Leben. Als Ursache wird Erschöpfung angegeben. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 7.

253. August. Watzmann-Südspitze. In der Ostwand verunglückte, wahrscheinlich des an diesem Tage herrschenden Unwetters wegen, der alleingehende Berliner Student Kurt Oehme. Die Leiche wurde erst am 23. Juli 1911 gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8, 124, und 1912, pag. 38.

268. August. Am Gotthard ist der in Gesellschaft gehende Maler Steinhäuser aus Stuttgart durch Absturz von Fels ums Leben gekommen. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8.

2711. August. Beim Abstieg von den Rochers du Parquet, nahe dem Mont Aiguille ( Provence ), stürzte der 20jährige M. Muletier aus La Tronche, der sich, um Blumen zu pflücken, etwas von der Karawane entfernt hatte, in der steilen Wand ab, blieb zwar auf einem Vorsprung über dem Abgrund liegen, starb aber an einer Kopfwunde, kurz nachdem man ihn aus dieser prekären Situation befreit hatte. R. A. 1910, pag. 311.

28August. Beim Abstieg vom Sirac ( Dauphiné ) auf der Seite von Vallonpierre glitten zwei durch das Seil miteinander verbundene Studenten aus und rutschten ein Stück weit ab. Der eine konnte sich halten, aber das Seil riß, und Paul Jacques von Saint-Bonnet-en-Champsaur wurde über eine Felswand hinausgeschleudert, an deren Fuß er tot liegen blieb. R. A. 1910, pag. 311.

2915. August. An der Pleckwand ( Salzkammergut ) stürzte der 34jährige Wiener Zahnarzt Dr. E. v. Günther, der den Ausflug mit einem Geschwisterpaar unternommen hatte, wohl infolge einer plötzlichen Gehirnstörung, kopfüber in einen 30 m tiefen Abgrund, wo er zerschmettert liegen blieb. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 195.

3015. August. Am Hochnissl ( Karwendel ) kam Dr. Scholz, Beamter aus München, durch Absturz ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8.

3125. August. Am Salève verunglückte der aus Mannheim gebürtige Student Max Leser durch tödlichen Absturz. Der Leichnam wurde erst am 26. geborgen. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 213.

3228. August. Am Säntis verunglückte der 17jährige J. Eggmann aus St. Gallen, der die Besteigung mit einem Kameraden gemacht hatte, indem er beim „ Blauen Schnee " ausglitt und abstürzte. Zu Hülfe eilende Touristen fanden ihn noch lebend; er gab aber bald darauf den Geist auf. Alp. 1910, pag. 190—191.

33August. In der Gegend von Châtillon ( Val Tournanche ) kam der 14-jährige Conte Jules Secondi aus Mailand vor den Augen seiner Mutter und Schwester durch Absturz in eine Tiefe von 100 m ums Leben. R. A. 1910, pag. 310.

34August. Am Hochstadl verunglückte Herr Joseph Winkler, Drogist aus Lienz, durch Absturz von Fels. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag, 8.

35August. An der Kaisereck ( Freiburger Voralpen ) verunglückte der Lehrer Schütz aus Bern durch Absturz von Fels. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8.

3613. September. Am Untersberg bei Berchtesgaden fand der Buchhalter Ludwig Hœrmann aus München den Tod durch Erschöpfung. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8.

3716. September. An der Veunca ( Julische Alpen ) kam der sehr tüchtige junge Hochtourist Heinrich Herz, welcher mit einem ebenfalls kompetenten Gefährten diesen Gipfel von Norden ersteigen wollte, beim Passieren eines großen Blockes dadurch zu Fall, daß dieser unter ihm nachgab. Das versicherte Seil riß durch Reibung an einem Felszacken, und Herz stürzte wohl 500 m tief in eine Schlucht ab, wo die Leiche am folgenden Tage geborgen wurde. Ö.A.Z. 1910, pag. 230.

3816. September. An der Kampenwand verunglückte der Student Bernhard Stolle aus München durch Absturz von Fels. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8.

3928. September. Am Salève verunglückte der 65jährige Genfer Adrian Guillebaud. Der bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichnam wurde tags darauf am Fuß der Felswand unter dem Belvédère gefunden. Alp. 1910, pag. 210.

402. Oktober. Am Montalin ( Graubünden ) verunglückte der Tischlergehülfe Walk aus Hamburg durch Absturz von Fels. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 284.

415. Oktober. An der Canisfluh verunglückte der Lehrer Oberender aus Lindau durch Absturz von Fels. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 234.

4219. Oktober. An der Fleischbankspitze ( Kaisergebirge ) stürzte der Hütten-knecht Streichberger aus Kufstein tödlich ab. D. & O. A. V. M. 1911, pag. 8.

4320. Oktober. Am San Giacomo-Pass ( Bedretto ) kam wahrscheinlich durch Erfrieren im Schneesturm der Student Albert Marasca aus Piemont ums Leben. Die Leiche wurde erst Ende Juli 1911 gefunden. Alp. 1911, pag. 146.

4423. Oktober. In der Tatra ( Siebenbürgen ) scheint der Gymnasialprofessor Oskar Mahler am Iglà abgestürzt zu sein. Die Leiche ist nicht aufgefunden worden. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8.

4530. Oktober. Am VII. Kreuzberg ( Säntisgebiet ) fand der 22jährige Kunstmaler Otto Lamm aus Bayern seinen Tod durch Absturz über Felsen ungefähr 200 m tief, infolge eines Krampfanfalles beim Klettern ohne Seilsicherung, die ihm von seinen mitgehenden drei Kameraden vergeblich angeboten worden war. Alp. 1910, pag. 224.

4630. Oktober. Am Jägerkamp stürzte der alleingehende Hubeck tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 234.

471. November. Am Untersberg kam der alleingehende Chemiker William Fielding aus Manchester beim Aufstieg über den Ostgrat zu Fall und stürzte tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 260.

C. Im Hochgebirge.

120. Juni. An der Rocher de Pacave genannten Felswand, welche vom Glacier de Tabuchet auf den untern Teil des Glacier de la Meije hinabfällt, verunglückte durch Absturz bei einer Kletterpartie Professor Max Kuhn aus Elberfeld und der 14jährige Sohn Henry des Führers J. Savoye von La Grave. Man fand ihre Leichen noch durch das Seil in einer Länge von 18 m verbunden am Fuß der Felswand. R. A. 1910, pag. 234.

28. Juli. An den Berglifelsen ( Grindelwald Fiescherfirn ) wurden beim Übergang von der Station Eismeer der Jungfraubahn zur Berglihütte in metertiefem Neuschnee, am ersten schönen Tage nach einer Periode schwerer Niederschläge, die Touristen Hans Barthold, Kaufmann aus Saarbrücken, und Alfred Kühn, Schriftsteller aus Straßburg, und deren Führer, der bekannte Alexander Burgener und seine Söhne Adolf und Alexander, aus Eisten im Saastal, sowie die Grindelwaldner Führer Christian Bohren,. Peter und Rudolf Inäbnit und Fritz Brawand, welche mitgingen, um die Bergli- und die Konkordiahütte zu verproviantieren, von einer Lawine, die sich unter ihren Füßen löste, über die Felsen hinabgerissen. Die beiden Touristen, Alexander ( sen. ) und Adolf Burgener, Bohren, P. Inäbnit waren sofort tot; Rudolf Inäbnit erlag seinen schweren Verletzungen während des Transportes zur Station Eismeer, während die ebenfalls verletzten Alexander Burgener ( jun. ) und Fritz Brawand im Spital zu Interlaken Heilung fanden. Vier Träger aus Grindelwald, welche der ersten Kolonne in einiger Entfernung folgten, wurden ebenfalls noch von der Lawine erfaßt, kamen aber ohne merklichen Schaden davon. Alp. 1910, pag. 143—144, 154.

320. Juli. An der Dreischusterspitze ( Sextener Dolomiten ) starb beim Abstieg der Kaufmann Otto Widmayer aus Stuttgart, welcher in Gesellschaft von zwei anderen Partien scheinbar ohne Überanstrengung den Gipfel vom Fischleinboden aus in normaler Zeit erreicht hatte, plötzlich an einem Herzschlag. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 194.

425. Juli. Am Grossglockner verunglückten der Oberstabsarzt Dr. med. Wilhelm Kaupe aus Dortmund und sein Führer Franz Lehner aus Krimml durch Absturz vom Grat auf den Ködnitzgletscher, etwa 600 m tief. Alp. 1910, pag. 174; D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 182.

53. August. An der Winterlücke ( Göschenental ) verunglückte der etwa 40-jährige Bankier Rud. Blendinger-Hirzel aus Basel, als er mit einem etwa 10jährigen Sohn und einem Freund und dessen Frau ohne Führer, aber angeseilt, auf der Seite der Göscheneralp abstieg. Er brachte durch Ausschlipfen die andern zu Fall, riß sie etwa 200 m weit mit sich hinab bis zu einem Felsvorsprung, wo er aus dem Seil glitt und noch weitere 1500 m hinab zu Tode stürzte. Alp. 1910, pag. 163—164.

67. August. An der Grivola verunglückten im Abstieg über die schwer zu begehende Ostwand, welche Richtung sie vielleicht um abzukürzen eingeschlagen hatten, die jungen Brüder Gerolamo und Enrico Segato aus Turin. Die noch durch das Seil verbundenen Leichen wurden am 8. August von zwei englischen Bergsteigern und deren Führern in der Mitte des großen die Gipfelpyramide durchziehenden Couloirs gefunden, 300 m unterhalb einer Stelle, wo Blutspuren auf ein Aufschlagen im Sturz schließen ließen, etwa 60 m unter dem Gipfel. R. A. 1910, pag. 310—811; R.M. 1910, pag. 253—254.

714. August. Vom Hochlantsch ( Steiermark ) ist der 23jährige Beamte Alfred Steyskal aus Wien abgestürzt, als er den Abstieg von dem in größerer Gesellschaft erreichten Gipfel allein, und zwar über den felsigen Absturz, versuchte. Der Leichnam wurde erst am 19. August aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 195.

815. August. Auf dem Glacier des Bossons am Mont Blanc stürzte der mit andern Landsleuten gehende 42jährige William Sparkies aus London, als er seinen ihm vom Winde entführten Hut haschen wollte, so unglücklich, daß er den Schädel brach und sofort tot war. Alp. 1910, pag. 225.

916. August. Am Pizzo dei tre Signori ( Ortlergruppe ) ist eine 16jährige Mailänder Dame durch Absturz ums Leben gekommen. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 195.

1016. August. An der Jungfrau verunglückten, wahrscheinlich während eines Gewitters, durch Absturz vom Rottalsattel gegen das Rottal hinunter die Ingenieure Walter Kinscherf und Hans Wenner und Fräulein Gertrud Fahrner. Die Bergung der Leichen gelang, unter großen Mühen und Gefahr, erst am 22. August, etwa 1000 m unterhalb der Absturzstelle. Alp. 1910, pag. 173—174.

1118. August. An der Jungfrau verunglückte der 25jährige Paul Nüßli, Angestellter eines Seidengeschäftes in Zürich, als er ganz allein von der Rottalhütte aus diesen Gipfel anging. Ein Pickel, der seinen Namen trug, wurde eine Stunde unterhalb des Gipfels und später der Leichnam des Abgestürzten in den Felsen des Rottals gefunden. Alp. 1910, pag. 174.

1224. August. Am Pizzo Rotondo ( Gotthardgebiet ) glitt der in Baden ( Kanton Aargau ) konditionierende 27 Jahre alte Apotheker Konstantin Knöringer aus Neckar-teilfingen bei dem entgegen dem Rate seines einzigen Gefährten unternommenen Versuch, in einem steilen, vereisten Schneecouloir der Nordseite stehend abzufahren, aus und wurde auf den Gerengletscher hinuntergeschleudert, wo er tot liegen blieb. Alp. 1911, pag. 174, 191.

1325. August. Am Dobratsch ( Villacher Alpe ) stürzten der 20jährige Hörer der Akademie für Bodenkultur Joseph Bradaczeck und der 17jährige Gymnasiast Hans Rese aus Wien über eine 800 m hohe Wand ab, als sie den Abstieg nach Arnoldstein versuchten. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 213 und 225.

146. September. Am Grossglockner verunglückten die führerlos gehenden Dr. Gaiser, Bezirksarzt aus Wiener Neustadt, und Frau durch Abbruch einer Wächte und Sturz in eine Tiefe von 500 m. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 213.

157. September. Am Jupperhorn ( Avers ) stürzten beim Abstieg zwei führerlos gehende Studenten aus München, Peter und Wolfgang Cornelius, vom untersten Gletscher etwa 150 m weit ab, wobei sich Wolfgang C. so schwere Verletzungen zuzog, daß ihn die von dem Bruder herbeigeholte Rettungskolonne nur als Leiche bergen konnte. Alp. 1910, pag. 202.

168. September. Am Hochnarr ( Hohe Tauern ) stürzte der alleingehende Maler Joseph Lehmann aus Wien zu Tode. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8.

178. September. An der Amthorspitze ( Zillertal ) verunglückte der Eisenbahnsekretär Max Zweininger aus Dresden, nachdem er mit zwei anderen Herren im Neuschnee den Gipfel erreicht hatte, beim Abstieg während einer Rast auf einem Schneefeld, indem er, von einer Herzschwäche befallen, über das Schneefeld abrutschte und am unteren Ende desselben durch Aufschlagen im Gestein einen Schädelbruch erlitt, dem er an Ort und Stelle erlag. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 225 und 248.

1817. September. An der Zugspitze verunglückte der Kaufmann Richard Guthe aus München, welcher den Gipfel in größerer Gesellschaft bestiegen hatte, durch Absturz von Fels. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 243.

1918. September. Am Dammastock wurden vier Bahnbeamte aus Erstfeld ( Kanton Uri ) beim Anstieg über die Ostwand von der Göscheneralp aus durch eine Neuschneelawine beim Anseilen überrascht, und drei von ihnen, Walter Heß, Emil Hammer und Lorenz Vogt, kamen in einer Schneerinne ins Rollen, wobei Vogt, der 400—500 m weit gefallen war, sogleich getötet, Heß leicht und Hammer schwerer verwundet wurden. Alp. 1910, pag. 201—202.

2025. September. An der Guglia di Brenta verunglückte der in Gesellschaft gehende Zeichner August Seidl aus Innsbruck durch Absturz. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 234.

21September. Am Corno di Baitone ( Adamellogruppe ) verunglückte durch Absturz von Eis ein ungenannter Herr aus Neapel. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 8.

228. Oktober. Am Mont Blanc starb im Aufstieg über die Arête des Bosses bei der sogenannten Tournette, wenige Minuten unterhalb des Gipfels, an einem Hirnschlag wegen Erschöpfung oder Kälte der ungefähr 30jährige englische Professor F. L. Pogson, der von zwei Chamonixführern begleitet vom Hôtel des Grands Mulets ausgegangen war. R. A. 1910, pag. 370.

2313. Oktober. An der Rötelspitze ( Texelgruppe ) verunglückte der eifrige Sportsmann Rittmeister von Rodakowski aus Wien, welcher den Gipfel allein von Sprons aus über das Langseejoch und den Haselferner erreicht hatte, indem er beim Abstieg im dichten Nebel den Weg verfehlte und 150 m tief in das Steinkar bei der Tablander Lake abstürzte. D.&Ö.A.V.M.. 1910, pag. 248.

24 ) 30. Oktober. An der Planspitze ( Ennstaler Alpen ) verunglückten die führerlos gehenden Gymnasialprofessor Dr. Anton Derganz und Ingenieur Max Himmelbauer aus Wien, indem sie ermüdet und wahrscheinlich in der Abenddämmerung vom Bande der Pichlerroute in der Nordwand zirka 400 m tief abstürzten. Die noch angeseilten Leichen wurden von einer Suchpartie am 5. November geborgen. Ö.A.Z. 1910, pag. 269.

25. November. Auf der Mer de Glace ( Chamonix ) verunglückte die alleingehende Miss Bates, welche, um den Spalten der Gletscherzunge auszuweichen, die Felsen von Les Mottets hinabkletterte, dabei vermutlich infolge Ausgleitens abstürzte und den Schädel brach. Ihre Leiche wurde im Juni 1911 gefunden. Mont. 1911, pag. 354.

1911.

Entsprechend der durch die langandauernde günstige Witterung des Sommers vermehrten Gelegenheit zu Bergtouren ist auch die Zahl der alpinen Unglücksfälle erheblich gestiegen, nämlich auf 120 Fälle mit 133 Opfern. Davon entfallen auf das winterliche Gebirge 15 Fälle mit 17 Toten, auf das Mittelgebirge 65 Fälle mit 70 Toten, auf das Hochgebirge 40 Fälle mit 46 Toten. Die Schweizeralpen figurieren mit 39 ( 6 + 24 + 9)j die Ostalpen mit 74 ( 10 + 35 + 29 ), die französischen ( West)alpen mit 7 ( 0 + 1 + 6 ), die außeralpinen Gebirge Europas mit 13 ( 1 + 10 + 2 ) Toten. Die Einzelheiten sind folgende:

A. Im Winter.

115. Januar. Plan de la Chaux ( Großer St. Bernhard ). Vier Genfer Skifahrer wurden während der Traverse der steilen Hänge des Col de Fenêtre nach Val Ferrex von einer sich unter ihren Füßen lösenden Schneelawine erfaßt, welche den 27jäh-rigen Henri Gras begrub und erstickte, während die drei übrigen unversehrt blieben. Alp. 1911, pag. 25; R. A. 1911, pag. 60.

231. Januar. Glacier de Pigne ( Arolla ). Beim Abstieg vom Pigne d' Arolla, welchen drei Engländer mit vier Führern, im Anschluß an einen Übergang vom Val de Bagnes her traversiert hatten, brach der zuletzt gehende Führer Louis Teytaz aus Ayer im Eifischtal durch eine Schneebrücke und stürzte, weil das gefrorene Seil riß, 70 m tief auf den Grund der Spalte, aus welcher die Leiche erst folgenden Tages geborgen werden konnte. Alp. 1911, pag. 32; R. A. 1911, pag. 108; Mont.

1911, pag. 231.

34. Februar. Auf dem Weg zur Ehrenbachhöhe bei Kitzbühel verunglückte der Münchner Student Hans Gobert, indem er alleingehend durch eine Wächte am Wegrand durchbrach und sich beim Sturz über die steile Böschung eine absolut tödliche Wirbelsäulenverletzung zuzog. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 52.

418. Februar. Bei Blichboden im Groß Walsertale geriet ein alleingehender Skifahrer unter eine Lawine und wurde als Leiche geborgen. D.&Ö.A.V.M..

1912, pag. 38.

519. Februar. Am Männlichen ( Berner Oberland ) verunglückte der 20jährige Student Erich v. Fischer aus Bern, bei einer in größerer Gesellschaft, dabei auch ein Führer, von Wengen aus unternommenen Skitour, indem er aus Versehen über den Wegrand trat, in einem Couloir etwa 300 m tief abstürzte und mit zertrümmerter Schädeldecke aufgefunden wurde. Alp. 1911, pag. 42.

621. Februar. In der Umgegend von Domo d' Ossola fand ein alleingehender Skifahrer durch Absturz in eine Schlucht den Tod. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 38.

726. Februar. Im Marultale ( Vorarlberg ) stürzten zwei skifahrende Ulmer Studenten in der Dunkelheit über eine Felswand ab, wobei der eine, Erwin Laubheimer, sogleich tot blieb, der andere mit schweren Verletzungen davonkam. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 63.

86. März. An der Mutt, einem Vorgipfel des Zwölferkogels, nahe beim Hospiz Ktthtai, verunglückte der mit den lokalen Verhältnissen vertraute und skitüchtige A. Hell, indem er beim Aufsteigen in einer Mulde ein Schneebrett anschnitt, das ihn mit sich fortriß und 10 m tief begrub. Die Rettungskolonne fand ihn erst zwei Tage später erstickt vor. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 78 und 88.

926. März. Am Bruderkogel ( Rottermanner Tauern ) traten 6 Teilnehmer an einer dreitägigen Skifahrt in die Bösensteingruppe beim Queren eines tiefen Schneehanges an einem föhnigen Tage eine Lawine los, und drei derselben, Dr. Alfred Kernthaler, A. Korany und Dr. F. Blaschke, wurden von den Schneemassen begraben und erstickt, während die übrigen sich retten konnten. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 88; Ö.A.Z. 1911, pag. 121—122.

109. April. Auf der Raxalp in der Nähe des Erzherzog Otto-Schutzhauses erfror im Schneesturm und wegen völliger Erschöpfung der ungenügend ausgerüstete 23jährige Buchdruckergehülfe Friedrich Engelke aus Wien. Die von einem Gefährten vom Schutzhaus herbeigeholte Rettungsmannschaft konnte nur die Leiche bergen. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 102.

1111. April. Am Monte Grigna bei Corno stürzte ein Skifahrer aus Deutschland ab und wurde von seinen zwei Begleitern tot aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag 39.

12Anfang Mai. Auf dem Hochjoch ( Ötztaler Alpen ) zog sich der skifahrende Postbeamte Max Pohl, der sich verirrte und zwei Nächte im Freien zubringen mußte, so schwere Frostschäden zu, daß er, in das Krankenhaus Innsbruck geschafft, am 12. Mai daselbst starb. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 124.

13Januar. Beim Übergang vom Bavonatal ins Antigoriotal verunglückte ein Kaufmann aus Domo d' Ossola, indem er bei einer Bergtour ausglitt und zu Tode stürzte. Die Leiche wurde erst später gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 52.

14Januar. Am Fuß des Plessberges ( Erzgebirge ) wurde Mitte Mai die Leiche eines wahrscheinlich im Schneesturm umgekommenen, seit Januar vermißten Touristen aus Abertham gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 39.

1529. November. Am Wischberg ( Julische Alpen ) verunglückte der 22jährige Schriftsetzer Johann Wilhelm aus Klagenfurt, indem er oberhalb des „ Wischberg-tunnels " ausglitt, etwa 250 m über die verschneiten Hänge abrutschte und schließlich über eine 30—35 m hohe Felswand abstürzte, an deren Fuß er sitzend und erfroren am 2. Dezember aufgefunden wurde. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 297.

B. Im Mittel- und Voralpengebirge.

116. April. Grabenbaueralpe. Beim Versuch, auf die nach St. Aegyd führende Straße abzusteigen, stürzte der mit zwei Begleitern gehende Mechaniker Hermann Nikolschik aus Wien etwa 100 m tief ab und starb infolge von Gehirnerschütterung. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 116 und 150.

217. April. Am Kleinen Mythen bei Schwyz stürzten die 20jährigen in Zürich in Arbeit stehenden Handwerker August Kämpf und Heinrich Stegmaier, beide aus Heilbronn, beim Passieren einer stark abfallenden, von Schneewasser durchtränkten Schneemulde mit einer unter ihren Füßen sich lösenden Schmelzschicht ab, wobei sich Stegmaier so schwere Kopfverletzungen zuzog, daß er, in eine benachbarte Alphütte gebracht, seinen Verletzungen am folgenden Tage erlag. Alp. 1911, pag. 79 und 87.

317. April. Am Nebelstein im fränkischen Jura stürzte der 19jährige Handlungsgehülfe Gottfried Hagen aus Fürth etwa 40 m tief ab und blieb tot; er hatte es abgelehnt, sich anseilen zu lassen. Ein ausbrechender Mauerhaken scheint die unmittelbare Ursache des Sturzes gewesen zu sein. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 116.

414. Mai. Bei Erkletterung der Flügelwände ( Sächsische Schweiz ) stürzte ein Student aus Bodenbach ab und zog sich tödliche Verletzungen zu. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 40.

519. Mai. Vom Mönchberg bei Salzburg stürzte ein Handwerker aus Salzburg tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 36.

6Ende Mai. Bei Buchenau fand ein italienischer Tourist durch Absturz über eine hohe und steile Felswand den Tod. Die Leiche konnte geborgen werden. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 39.

728. Mai. Am Gamshalt ( Kaisergebirge ) verunglückte der mit zwei Gefährten gehende stud. techn. Rottmann aus München, indem er vom Nordgrat wohl infolge Ausbrechens eines Griffes abstürzte, wobei das neue Seil an der scharfen Kante durchschnitten wurde und Rottmann mehrere hundert Meter tief in den „ Hohen Winkel " abstürzte. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 133.

828. Mai. Auf der Raxalpe ist beim Ausstieg vom Eeistaler Steig auf das Plateau der 46jährige Fleischhauermeister L. Naglschmid aus Wien durch Ausgleiten auf einem Schneerest tödlich über die Wand abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 134.

9 ) 3. Juni. Von der Schafseitenspitze im Padastertal ist Dr. Anton Hittmaier aus Innsbruck, welcher, in Gesellschaft gehend, vor Erreichung der Spitze umgekehrt war, auf nassem Boden ausgeglitten und zu Tode gestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 134.

104. Juni. Bei Eiland im Bielatal ( Böhmische Schweiz ) kam ein Tourist aus Dresden durch Absturz ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 40.

114. Juni. Vom Laufbacheck ( Allgäu ) ist der vom Nebelhorn zum Prinz Luitpolt - Haus gehende 25jährige Stuttgarter Student Alb. Paul auf steilem Schnee ausgeglitten und tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 150.

124. Juni. Im Höllental verunglückte der Hülfsarbeiter J. Gr. Rosch, der sich längs dem Blitzableiter des Zugspitzhauses in die Höhe arbeitete und dabei tödlich abstürzte. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 134 und 150.

135. Juni. Am Totenkirchl stürzte der Leutnant Theodor v. Falk aus Frankfurt a/O ., welcher mit einem Freunde ( beide wenig geübt ) den Gipfel durch den Führerkamin und die Schmittrinne ersteigen wollte, die ganze Seillänge, 30 m, welche sein Begleiter ausließ, ab und verletzte sich so schwer, daß er trotz sofort geleisteter Hülfe starb. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 134 und 150.

14Juni. Am Moléso n ( Freiburger Voralpen ) soll ein junger Mann namens Lemacher tödlich abgestürzt sein. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 151.

155. Juni. Am Altmann ( Säntis ) soll ein Ingenieur aus Konstanz durch Absturz den Tod gefunden haben. D. &. Ö.A.V. M. 1912, pag. 52.

167. Juni. Am Grossen Priel kam der ungenügend ausgerüstete Gerichts-kanzlist, J. Huber aus Waldhofen a. d. Ybs, auf Schnee ins Rutschen, stürzte ab und erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus zu Linz, wohin ihn seine Begleiter geschafft hatten. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 130.

177. Juni. Am Col de Jaman ( Waadtländer Voralpen ) stürzte ein Fräulein von Leinitz aus Schlesien tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 130.'18Juni. Am Dürrenberg ( Kiental ) verunglückte durch Absturz der allein über die Sefinenfurgge gekommene Journalist Dr. Alexander Jollos aus Moskau. Die Leiche mit schweren Wunden am Kopf wurde am 26. Juni gefunden. Alp. 1911, pag. 128.

1910. Juni. Im Passeiertal an den Bergwänden zwischen Rabenstein und Pfelders verunglückte der mit zwei Begleitern gehende Münchner Hochschüler Fritz Hebeler durch Verirren und tödlichen Absturz. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 150.

2017. Juni. Vom Wehlturm ( Sächsische Schweiz ) stürzte durch einen unaufgeklärten Zufall ( plötzliches Unwohlsein oder Fehltritt ) der bekannte Hochtourist Dr. Hermann Rumpelt aus Dresden, der eben zwei Freunde abgeseilt hatte, 60 m tief ab und erlag eine Stunde später seinen schweren Verletzungen. O. A. Z. 1911, pag. 218.

2122. Juni. Am Bosruck ( Ennstaleralpen ) ist bei dem Versuche eines Aufstiegs über die Nordseite der 38jährige Kaufmann P. Fischer von Ledenice aus Linz tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 151.

2226. Juni. An der Nordwand des Rohacs ( Tatra ) verunglückten die durch das Seil verbundenen Bergsteiger Baumeister Ludwig Koziczinski aus Zabrece und Chemiker Karl Jene aus Frankfurt a/O. durch Absturz auf brüchigem Fels; der erstere fiel 400 m, der letztere noch 350 m tiefer, wobei das Seil riß. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 160 und 186; Ö.A.Z. 1911, pag. 234 — 235.

232. Juli. Vom Zindelspitz ( Wäggital ) stürzte der 38jährige Setzer Richard Biel aus Zeitz, in Zürich wohnhaft, beim Abstieg infolge Irregehens und Nebel, ins Oberseetal ab, wo ihn der ihn begleitende Neffe als Leiche fand. Alp. 1911, pag. 128.

242. Juli. An den Jumelles ( Savoyen ) verunglückte der in Vevey wohnhafte Wilhelm Albertsmeyer aus Hamburg, indem er an einer Abseilstelle der Route Grammont-Tombeau des Allemands aus Unwohlsein das Seil losließ und 35 m in die Tiefe stürzte, wo ihn seine zwei Begleiter mit einer schweren Kopfwunde fanden, welcher er bald erlag. Alp. 1911, pag. 177.

255. Juli. Am Hohen Fels ( Fränkische Schweiz ) fand ein Mechaniker aus Nürnberg durch Absturz den Tod. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 39.

269. Juli. An der Ellmauer Haltspitze ( Kaisergebirge ) sind beim Abstieg, vielleicht in der Dunkelheit vom rechten Weg abirrend, der Einjährig-Freiwillige Reinhard Lindemann aus München, Fräulein Else v. Zimmermann aus München und Fräulein M. Kröse aus Posen zunächst der Roten Rinnscharte in den Scharlinger Boden abgestürzt, wo ihre Leichen am 11. Juli geborgen wurden. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 160.

279. Juli. Im Gebiet des Lugauer ( Ennstaler Alpen ) irrte der alleingehende Jurist Eduard Reiß aus Wien im Nebel vom Wege ab und stürzte in der Nähe des Felssteigs „ am g'spitzten Stein " tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 168.

289. Juli. Am Grossen Mythen stürzten, voneinander unabhängig und zu verschiedenen Stunden, am sogenannten Bändli, abseits des gebahnten Weges, der 32jährige Franz Wachter aus Württemberg, Spenglergeselle in Einsiedeln, der Schriftsetzer Albert Weber aus Zürich und der in Schwyz in Arbeit stehende Schneidergeselle Sommer aus Bayern, alle tödlich ab. Alp. 1911, pag. 129.

299. Juli. Am Hundstein ( Säntis ) stürzten die etwa 29jährigen Hermann Rupp und Emil Winkler von Lachen-Vonwil bei St. Gallen, welche im Nebel vom Wege abgekommen waren, tödlich ab. Der erstere, der sich zuvor den Fuß verstaucht hatte, muß gegen 300 m tief gefallen sein, der letztere ist beim Versuch, Hülfe herbeizuholen, in der Nähe des Roten Turms verunglückt. Alp. 1911, pag. 129.

3012. Juli. Am Herzogstand ( Sächsische Schweiz ) wurde ein Lehrer aus Medewitz bei Potsdam wahrscheinlich infolge von Erschöpfung vom Schlage getroffen. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 40.

31Juli. Bei Grindelwald stürzte bei einem nächtlichen Abstieg ein Heinrich von Almen tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 160.

3212. Juli. Am Stripsenjoch ( Kaisergebirge ) wurde beim Aufstieg, vermutlich infolge von Überanstrengung, ein Tourist aus Hannover vom Herzschlag getroffen. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 54.

3323. Juli. Am Augstmatthorn ( Brienzergrat ) ist Gemeinderat Kaspar Wyß von Brienz zu Tode gestürzt. Alp 1911, pag. 144.

3424. Juli. Am Hochgimpel bei Pfronten im Allgäu ist der 25jährige Buchbinder Paul Podieu aus Nesselwang beim Versuch, die Nordwand zu durchklettern, infolge Ausbrechens eines Blockes etwa 40 m unter dem Gipfel zu Tode gestürzt. Alp. 1911, pag. 146; D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

3516. Juli. Am Totensessel ( Kaisergebirge ) stürzte beim Aufstieg der bayrische Leutnant Graf Hugo v. Fugger-Blumental, welcher mit einem Kameraden ging, ab und fiel so unglücklich auf den Hinterkopf, daß er bald darauf erlag. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

3627. Juli. An der Südseite der Ellmauer Haltspitze ist auf dem Wege über die Gamsänger der 24jährige Führer Thomas Widauer, welcher mit einem Touristen ging, in einem Anfall von Herzschwäche oder Hitzschlag tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 173 — 174.

37Juli. Am Grammont ( Savoyeralpen ) kam in der „ Tombeau des Allemands " genannten Schlucht bei Lovenex ein alleingehender junger Tourist aus Preußen, wahrscheinlich durch Steinschlag, ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 160.

3830. Juli. Auf der Kampalpe ( Semmering-Gebiet ) ist eine 17jährige Josephine Pichler aus Wien durch Absturz über die sogenannte „ Bärenwand " tödlich verunglückt. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

391. August. An den Loferer Steinbergen bei der v. Schmidt-Zabierow-Hütte stürzte der alleingehende Malergehülfe G. Koidl aus Zell a/S. aus unbekannter Ursache tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

40August. Am Brisi ( Churfirsten ) ist bei dem Versuch, allein von Starkenbach über den Berg nach Weesen zu gehen, der Technikumsschüler Albert Schwalm von Bühler durch Absturz verunglückt. Der Leichnam wurde am 7. August in der sogenannten „ Silbergrube " gefunden. Alp. 1911, pag. 145.

41August. Am Grubenpass ( östlich der Sulzfluh ) verunglückte Franz Walser aus Schruns, welcher zum Heuen nach St. Antonien hinübergehen wollte, indem er vom Weg über eine 80 m hohe Felswand hinunterstürzte. Alp. 1911, pag. 145.

42August. Auf dem Monte Denervo nördlich von Gargnano am Gardasee stürzte ein Handelsangestellter aus Mailand zu Tode. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 40.

433. August. Beim Übergang über die Mayenfelder Furka von Davos nach Arosa verunglückte durch Absturz vom „ Tritt " über eine steile Felswand der Tanz-lehrer Müller-Müller aus Zürich. Alp. 1911, pag. 145—146.

446. August. In den Sulzkarwänden des Zinödl ( Ennstaler Alpen ) glitt der in Kletterschuhen alleingehende 32jährige Beamte Leopold Bergmann aus Wien auf einem glatten Grasbande aus und stürzte tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 185.

4511. August. Am Col Santo, südöstlich von Roveredo, zog sich ein Offizier durch Absturz schwere Verletzungen zu, denen er bald darauf erlag. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 65.

4615. August. Beim Aufstieg auf den Hohenstein bei Kronstadt ( Sieben-bürgener Karpathen ) stürzte ein Apotheker aus Broos, welcher sich von seinen drei Gefährten getrennt hatte, tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 53.

4723. August. Auf dem Monte Stivo, nordwestlich von Rovereto, wurde die Leiche eines abgestürzten Touristen aus Castellane gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 53.

48August. Bei Erkletterung des Herrenhausfelsens in der Böhmischen Schweiz kam ein 9jähriger Knabe aus Berlin durch Absturz ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 40.

49August. An der Lambrechtswand stürzte ein Tourist aus Tamsweg im Salzburgischen tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 40.

50August. Bei einer Besteigung der Rax kam aus unbekannten Gründen ein alleingehender Tapezierermeister aus Wien ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 53.

5126. August. Am Kleinen Wilden ( Allgäuer Alpen ) stürzte im Anstieg, den er mit seinem Sohne unternahm, der gut ausgerüstete und weggewandte Dr. Ernst Schwarz, Arzt in Memmingen, wohl infolge eines Herzschlags 80 m tief ab und wurde tot mit schweren Verletzungen aufgehoben. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 202.

523. September. Vom Danielsteig der Raxalpe stürzte das in größerer Gesellschaft ohne Seil vorangehende Fräulein M. Steiner aus Mürzzuschlag infolge Ausgleitens ab und zu Tode. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 202.

53September. Auf dem Hasliberg oberhalb Meiringen kam ein alleingehender Elektromonteur aus Einsiedeln durch Absturz über eine Felswand und nachheriges Verbluten ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 53.

544. September. Am Guffert bei Steinberg kam der kletterkundige 22jährige stud. med. et vet. Joseph Nieberl aus München, als er mit einem Herrn und einer Dame über die bisher ungezwungene Südkante aufsteigen wollte, an einer besonders schwierigen Kletterstelle ( Überhang ) infolge von Übermüdung ins Gleiten und stürzte, da seine Begleiter die Seilsicherung nicht ausübten, in todbringender Weise etwa 25 m weit ab. Die Leiche und die zwei Begleiter konnten erst am folgenden Tage unter großen Mühen geborgen worden. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 213; Ö.A.Z. 1911, pag. 299—300.

555. September. Bei Herkulesbad ( Tatra ) soll durch Absturz über eine Felswand ein rumänischer Student verunglückt sein. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 40.

565. September. Am Creux du Van ( Neuenburger Jura ) verunglückte durch Absturz der Apotheker Rattler aus Fleurier. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 214.

576. September. Bei Klosters ( Graubünden ) fand der 18jährige Sohn eines holländischen Arztes auf einem Spazierwege infolge Ausgleitens mit ungenagelten Schuhen durch Absturz den Tod. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 277.

5815. September. Beim Abstieg vom Hohen Licht ( Allgäuer Alpen ) wurde der Bezirkstierarzt Kicherle aus Bad Aibling durch Steinschlag getötet, während seine Frau und der Führer nicht verletzt wurden. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 214.

5920. September. Am Monte Grigna östlich des Comersees verunglückte beim Abstieg durch den Segantinikamin durch Steinschlag oder Ausbrechen eines Griffes ein Mailänder Tourist. Sein Begleiter fand ihn leblos am Fuß einer Rinne. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 66.

60September. Bei Cursolo in der Valle Cannobina am Lago Maggiore stürzte ein Tourist ab. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 40.

618. Oktober. Vom Peilstein ( Niederösterreich ) ist der 19jährige Handlungsgehülfe Adolf Schumann abgestürzt und einige Tage später seinen Verletzungen erlegen. D. &. Ö.A.V. M. 1911, pag. 241.

6216. Oktober. Am Kanzelturm ( Sächsische Schweiz ) stürzte der 19jährige Zeichner Johannes Scherr aus Dresden etwa 30 m tief ab und blieb sofort tot. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 241.

63Oktober. Im Rhätikon stürzte ein Fräulein aus Basel tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 66.

64Oktober. Am Säntis kam ein Holzhändler aus Wildhaus durch Absturz ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 66.

65 ) 29. Oktober. Bei einer Besteigung des Kamor vom Rheintal aus kam der 22jährige Apotheker Werner aus Nürnberg mit zwei Gefährten infolge des Nebels vom Wege ab, rutschte aus und stürzte über eine 30 m hohe Felswand zu Tode. Alp. 1911, pag. 210.

C. Im Hochgebirge.

1Juni. Auf dem Gornergletscher kam aus unbekannter Ursache ( Sturz in eine Spalteein Engländer ums Leben. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 54.

224. Juni. An der Schüsselkarspitze ( Wettersteingebirge ) verunglückte beim Aufstieg der mit Führern gehende Landgerichtsrat J. Schmied aus Landshut durch Ausbrechen eines Felsblocks und starb an seinen Verletzungen im Krankenhaus zu Partenkirchen zwei Tage später. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 160.

328. Juni. An der Meije ( Dauphiné ) verunglückte bei dem Versuch, allein über die Südwand zur Brèche Zsigmondy aufzusteigen ( auf der Route, welche Dr. E. Zsigmondy 1885 das Leben gekostet hat ), durch Absturz, 400—500 m tief auf den Glacier des Etançons der 25jährige Dr. Jean de Rufz de Lavison. Mont. 1911, pag. 482—483; R. A. 1911, pag. 270—271.

42. Juli. Beim Abstieg vom Corno Miller ( Adamellogruppe ) glitt eine junge Mailänder Dame namens Farani, die sich in Begleitung ihrer zwei Brüder befand, auf einem steilen Schneefeld aus und rutschte ab. Bei dem Versuch, sie an dem zugeworfenen kurzen Seile hochzuziehen, riß dieses, und die bereits verletzte Dame stürzte in noch größere Tiefe, wo sie als Leiche geborgen wurde. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 160.

54. Juli. Beim Versuch, den Admonter Reichenstein ( Gesäuse ) über seine sehr schwierige Nordseite allein zu ersteigen, verunglückte tödlich durch Absturz der 23jährige Privatbeamte K. Stenauer aus Wien. Die unmittelbare Ursache ist nicht aufgeklärt. D.&Ö.A.V.M ., pag. 160.

65. Juli. An der Dent du Midi ( Wallis ) verunglückte beim Alleingehen durch Sturz in eine Gletscherspalte ( des Plan Névéein in Salvan Aufenthalt machender Amerikaner namens Homer Diman. Die Leiche wurde erst am 23. Juli aufgefunden. Alp. 1911, pag. 136; D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

79. Juli. An der Dent de Morcles ( Wallis ) stürzte der Fortwächter von Riondaz, Hermann Ligner aus Winterthur, welcher Touristen auf den Gipfel geführt hatte, bei der sogenannten Bella Crettaz von der Grand' Vire ab und zu Tode. Alp. 1911, pag. 129.

812. Juli. Auf dem Gosaugletscher ( Dachstein ) verunglückte der alleingehende Wiener Handelsangestellte M. Trebessiger durch Sturz in eine Gletscherspalte, 60 m tief, von wo die Leiche am folgenden Tage geborgen wurde. D.&Ö.A.V.M ., pag. 160, 185—186, 213.

914. Juli. Am Grand Charnier ( Dauphiné ) stürzte der 35jährige Mr. Vieux, Steuerbeamter von Allevand, bei einer Rast, wo er sich von seinen zwei Gefährten getrennt hatte, um den gegen den Pic du Frêne führenden Grat zu rekognoszieren, im Nebel und in brüchigen Felsen ab und rollte bis auf den Glacier de Cuines hinunter, wo er mit eingeschlagenem Schädel tot aufgehoben wurde. R. A. 1911, pag. 271; Mont. 1911, pag. 483.

1020. Juli. Beim Abstieg vom Zayjoch ( Ortlergruppe ) zur Troppauer Hütte verunglückte der mit einer Führerpartie gehende 46jährige Edward Stanley aus London durch tödlichen Absturz, ohne daß seine Begleiter helfend eingreifen konnten. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

1123. Juli. Am Schrankar ( Sulztal ) ist der Lehrer Fritz Richter aus Leipzig bei dem Übergang von der Winnebachseehütte zur Ambergerhütte, vielleicht infolge eines Herzschlages oder plötzlichen Unwohlseins, tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

1225. Juli. An der Aiguille du Plan ( Mont Blanc-Gebiet ) wurde von einer aus zwei Touristen, einem Führer und einem Träger bestehenden Partie zuerst der Träger Léon Simond in einem Couloir der Nordwestwand durch Steinschlag getötet, und als die übrigen, um der Gefahr zu entgehen, den Anstieg fortsetzten, nachdem sie die Leiche gesichert hatten, glitt der zuletzt gehende 40jährige Tourist Joseph Caillet aus Toulouse mit einer abgehenden Schneeschicht aus und stürzte, da das Seil an einer scharfen Felskante zerschnitten wurde, in die Tiefe, durch ein auf den Glacier des Pélerins hinabführendes Couloir. Die beiden Leichen wurden später unter großen Schwierigkeiten geborgen. R. A. 1911, pag. 271—272; Mont. 1911, pag. 483-484.

1326. Juli. Bei dem aus Irrtum unternommenen direkten Abstieg vom Hirz-bachtörl ( Hochtenn ) gegen die Hirzbachalpe glitt von einer aus zwei Herren und zwei Damen bestehenden Partie der vorangehende 16jährige W. Gabessam aus Brünn auf einem steilen Firnfeld, das er stufenhauend beging, aus und riß die durch das Seil mit ihm verbundene 18jährige Elsa Schön mit sich in die Tiefe und in den Tod. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 173.

14Juli. Am Hohen Göll ( Kalkalpen ) verunglückte der alleingehende Rent-amtsassessor Karl August Thoma aus Berchtesgaden, indem er vom Wege abirrte und dann abstürzte. Man fand die Leiche am 26. Juli in der Nähe des Torrener-joches. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

1527. Juli. An der Zugspitze wurde beim Aufstieg aus dem Höllental der mit einem Führer gehende Oberbahnmeister Remecke aus Hannover von einem Felsblock, welchen zwei über ihnen gehende Touristen losgemacht hatten, an der Hüfte getroffen und erlag einem durch den Schreck hervorgerufenen Herzschlag. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 173 und 201.

1628. Juli. An der Nordwand des Sass Rigais ( Dolomiten ) verunglückte beim Abstieg zur Broglesalp der Studierende an der Münchener Akademie Eduard Leisner aus Flensburg, indem er aus Unkenntnis oder um abzukürzen in eine mit Überhängen endigende Schlucht geriet und darin 150 m tief abstürzte. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174 und 185.

1728. Juli. Am Terryjoch ( Hohe Tatra ) beim Abstieg vom Jegvölgyergipfel verunglückte der Volksschullehrer Ad. Erte aus St. Völten, als er für seine Gefährten Stufen quer über einen Eishang schlug, wobei er ausglitt und in eine Schlucht zu Tode stürzte. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

1830. Juli. Von der Rotwand ( südliche Rosengartengruppe ) stürzte der alleingehende und vom Wege abgekommene Fabrikbesitzer Ernst Albert aus Wiesbaden in der Nähe des Vajolonpasses tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 174.

1930. Juli. Vom Piz Lischanna ( Unterengadin ) stürzte der Malergehülfe Johann Depeder aus Sta. Maria an der Parait cotchna, wo er Edelweiß pflücken wollte, ab und blieb auf der Stelle tot. Alp. 1911, pag. 146.

208. August. Am Mont Dolent ( Mont Blanc-Gebiet ) kam der mit einem Touristen und einem Träger gehende tüchtige Führer Auguste Blanc aus Bonneval-sur-Arc dadurch ums Leben, daß beim Umklettern eines Gratturms auf dem Nordgrat nahe dem Gipfel ein nur leicht berührter Block aus dem Gleichgewicht kam, beim Fallen das Seil zerschnitt und Blanc in die Tiefe stürzte, wo er drei Tage später auf dem Glacier de Pré de Bar mit einem absolut tödlichen Schädelbruch aufgefunden wurde. Mont. 1911, pag. 539—541; E. A. 1911, pag. 301—304.

21 ) 8. Aug. Am Gaiskarferner ( Stubaieralpen ) stürzte der Münchner Bankbeamte Fritz Schiller in eine Gletscherspalte und blieb tot. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 186.

228. August. An der Partenkirchner Dreitorspitze verunglückte der Student der Mathematik Ernst Bauer aus Hamburg, indem er, wohl infolge von Übermüdung durch vorangegangene Strapazen und Biwakieren, beim Abstieg von dem Westgipfel den Steig verlor und über eine Bergwand abstürzte, an deren Fuß er bewußtlos aufgefunden wurde und bald darauf starb. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 185.

2310. August. Auf der Pasterze verunglückte in der Nähe der Oberwalder Hütte durch Absturz in eine verschneite Gletscherspalte der alleingehende Wiener Diurnist Karl Mandi. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 185 und 200—201.

24August. Am Mettenberg bei Grindelwald stürzte ein Berliner Tourist ab und wurde nach mehreren Tagen tot aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1912, pag. 53.

2519. August. Beim Abstieg vom Grossen Pyhrgas über die Südwände verunglückten drei ganz ungenügend ausgerüstete Touristen, der 26jährige Professor L. Frobelski aus Wien, die 21jährige Hilda Waldert-Brunner aus Traun und die 22jährige Minna Furtner aus Wien. Es scheint, daß zuerst Fräulein Waldert-Brunner, schon nahe dem Fuße der 300 m hohen Wand, in einer steilen Rinne etwa 10—15 m abgestürzt und durch Schädelbruch tot geblieben sei, während ihre Begleiter, nachdem sie die Leiche sorglich gebettet, beim weiteren Abstieg in der Rinne nacheinander über den 25 m hohen letzten Abbruch in die Randkluft gestürzt seien. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 185 und 199—200.

2619. August. Am Mönch verunglückte bei dem Versuche, mit einem Gefährten die Besteigung von Norden durchzuführen, der Gymnasiallehrer Anton Bucher aus Augsburg, indem er etwas unterhalb des Mönchnollens auf vereisten Schieferplatten ausglitt und 350—400 m auf das Mönchplateau abstürzte. Alp. 1911, pag. 155; D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 201.

2720. August. Beim Abstieg vom Bristenstock verlor der alleingehende Tourist Zachmann aus Burgdorf auf dem Gletscher oberhalb des Bristenseelis das Leben durch Absturz in eine Gletscherspalte. Alp. 1911, pag. 155.

2824. August. Von der Guglia di Brenta ( Dolomiten ) stürzte ob der Garbarikanzel der Würzburger Beamte Eugen Prosch infolge Ausbrechens eines Blockes, wobei das ihn mit zwei hinter ihm gehenden Gefährten verbindende Seil von der scharfen Felskante zerschnitten wurde, 200 m tief ab und war augenblicklich tot. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 201; Ö.A.Z. 1911, pag. 281.

2928. August. Bei dem Versuch, die Santnerspitze ( Dolomiten ) über die Nordwand zu ersteigen, stürzten die jungen Alpinisten Hans Kahl und Max Gabloner aus Bozen tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 202.

3028. August. Beim Abstieg von der Parseierspitze ( Lechtaler Alpen ) stürzte, vielleicht infolge von Steinschlag, der mit drei Begleitern führerlos gehende Bahn-sekretär Karl Spinner aus Göppingen ( Württemberg ) ab und blieb tot auf dem Grinnerferner liegen. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 202.

3128. August. Auf dem Persgletscher verunglückte der mit einem Gefährten ohne Seil gehende Emanuel Lang aus Paris durch Sturz in eine 25 m tiefe Spalte. Alp. 1911, pag. 164.

3228. August. Beim Abstieg vom Monte Cristallo ( Dolomiten ) stürzte der 46jährige tüchtige Führer Angelo Gaspari aus Cortina d' Ampezzo bei der „ Bösen Platte ", in einem durch Überanstrengung veranlaßten Ohnmachtsanfall, wenige Meter tief ab, bis das von dem Touristen energisch eingezogene Seil weiteren Sturz aufhielt. Gaspari wurde tot, mit einer schweren Wunde am Hinterhaupt, geborgen. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 201 und 226—227.

3329. August. An der Granatspitze ( Hohe Tatra ) glitt der 22jährige Uni-versitätshörer Johann Drege aus Warschau, als er beim Abstieg seinen zwei Schwestern zu Hülfe kommen wollte, aus und stürzte zu Tode. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 202.

34August. Auf dem Mont Blanc wurde der Träger Pierre Gazoni, welcher mit zwei französischen Gelehrten, die er auf einer wissenschaftlichen Expedition begleitete, während eines Gewitters Zuflucht in der Hütte auf dem Gipfel gesucht hatte, vom Blitz getroffen und starb an den Folgen in Chamonix, wohin man ihn mit großer Mühe transportiert hatte. R. A. 1911, pag. 315.

35August. Am Theodulpass verunglückte der alleingehende junge Tourist Scribi aus Turin beim Abstieg nach Breuil, indem er in eine Gletscherspalte stürzte. Alp. 1911, pag. 164.

36l. September. An der Punta Emma ( Rosengarten ) verunglückte durch Absturz der Hochtourist Dr. Ernst Ludwig Pinner aus Charlottenburg, als er allein und die ihm angebotene Hülfe verschmähend einen Überhang und eine schlimme Wandstelle forcieren wollte. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 202 und 213.

372. September. Am Marltgrat glitt, unmittelbar vor Beginn des Aufstiegs zum Ortler, der mit zwei Gefährten gehende Leutnant Karbe aus Berlin auf lockerem Geröll aus und stürzte durch eine steile Rinne auf den Marltferner hinab, wo er tot liegen blieb. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 202.

3810. September. An der Pfandlscharte ( Glockner ) stürzte der junge Musiker Paul Otto aus Reichenhall etwa 6 m ab und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung mit Gehirnblutung zu, welcher er in der folgenden Nacht erlag. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 213.

3923. September. An der Eistalerspitze ( Hohe Tatra ) ist Freifrau A. von Mittnacht aus Stuttgart infolge von Herzschlag am Rande einer Schlucht ausgeglitten und zu Tode gestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 227.

408. Oktober. Beim Versuch, die Südwand des Col Rodella ( Dolomiten ) zu durchklettern, stürzten der Lehrer Riz aus Innsbruck und der Führer Luigi Fave aus Campitello tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1911, pag. 241.

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