Aufregung der ­anderen Art

Der Profialpinist Stephan Siegrist stiess bei seinem letzten Trip nach Kaschmir neben Schlechtwetter auch auf ungewöhnliche Schwierigkeiten: Während er sich im August mit Julian Zanker zur Akklimatisation auf den Corner Peak (5700 m) begab und damit gleich eine Erstbesteigung durchführte, verunfallte in der Nähe der indische Bergsteiger Ranjit Jakkli. Beim Sturz renkte er sich den Ellbogen aus. Die Schweizer erfuhren beim Abstieg ins Basislager von dem Unfall und verarzteten ihren Kollegen notdürftig. Bis der Helikopter eintraf, verging ein weiterer Tag. Die drei Bergsteiger hatten bereits den Abstieg begonnen. Auf dem Landeplatz in Gulabgarth wartete allerdings kein Arzt, sondern Vertreter von Militär und Polizei. Die Alpinisten wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, verhört und verdächtigt, ein Satellitentelefon benutzt zu haben, was in der umkämpften Grenzregion verboten ist. Anscheinend war ein Signal geortet worden. Es erschien sogar eine Meldung mit Fotos der europäischen Bergsteiger und Schuldzuweisungen in der Zeitung Kashmir Life. Allerdings wurden die drei dann wieder freigelassen, da ihnen nichts nachzuweisen war. Die Expedition von Siegrist und Zanker endete ohne weitere Gipfel.

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