Ausgrabungen in luftiger Höhe

Die sogenannte «Mauer des Hannibal» in Liddes/VS enthüllt immer mehr ihrer Geheimnisse. Bereits zum zweiten Mal fanden die archäologischen Ausgrabungen von Juli bis August auf 2643 Höhenmetern oberhalb von Liddes statt. Es kamen Schuhnägel, Keramik, Rüstungsteile und Reste von ­Nahrung zum Vorschein. Aber wer besetzte diese 270 Meter lange und zwei Meter hohe Festungsmauer? «Schwierig zu sagen», antwortet der verantwortliche Archäologe, Romain Andermatten. «Unsere Hypothese ist, dass der Ort von einheimischen Kelten bevölkert war, bevor sie vom römischen Militär erobert wurde.» Das müsste etwa zwischen 57 und 15 vor Christus gewesen sein, in der Übergangsperiode von der Eisenzeit zum Römischen Zeitalter, in dem die Römer diese Region annektierten. Eine solche Konstruktion von einer derartigen Höhe ist in Europa einzigartig und zeugt von der taktischen Bedeutung dieses Ortes.

Feedback