Bergführerverband und Heliskiing

Zu « SAC und Helifliegen » in ALPEN 3/99, 5. 48 In diesem Beitrag wird die Heliflie-gerei im Gebirge von den Autoren Thomas Tschopp und Jürg Meyer gut dargestellt. Man macht sich Gedanken über gewicht- und raumsparen-des Material bei der Hüttenversorgung, und auch billige Flüge zu Hütteneinweihungen empfiehlt man einzuschränken.

Was sehr stark eingeschränkt und in weiterer Zukunft auch verboten werden soll, ist das Heliskiing. Dieses ist aber bloss für 2% aller Helikopter-bewegungen in der Schweiz verantwortlich. Zudem wird das Heliskiing durch Wind, Wetter, Schneeverhältnisse und saisonale Bedingungen sowieso sehr stark eingeschränkt. Heliskiing ist der am straffsten geregelte Flugbetrieb der gesamten Gebirgs-f liegerei. Bloss auf 28 von 43 Gebirgslandeplätzen werden Tiefschneelieb-haber abgesetzt. Die Gruppen werden von Skilehrern und Bergführern der Region begleitet, die auch Wild-einstände und andere Besonderheiten des Gebiets kennen. Gstaad mit sechs und Zermatt mit fünf Gebirgslandeplätzen sind die Hochburgen des Heliskiing in der Schweiz. Schaut man Gstaad-Saanenland ( 120 km2 ) genauer an, ergibt sich folgendes Bild: 16 Tiefschneeabfahrten ( Varianten ) können ab den Bergbahnen unternommen werden, und ab diesen Liftanlagen gibt es 24 präparierte Abfahrtspisten. Für den Skialpinisten gibt es 37 weitere Abfahrten, von denen er nur gerade sieben mit Heliski-touristen zu teilen hat.

Tatsache ist:

- dass für Umwelt und Natur das Aufstellen von noch mehr Bergbahnen sicher viel nachteiliger ist als ein paar Heli-Landungen.

- dass es, wie die Lawinensituation im Februar mehrfach gezeigt hat, an qualifizierten Helipiloten für Aussen-landungen in der Schweiz mangelt.

- dass durch Einschränkungen und Verbote ein Angebot im Schweizer Tourismus verloren geht ( während sich doch alle bemühen, neue Angebote zu schaffen ).

port-ettkampfklettern

- dass es immer Leute geben wird, die Freude am Heliskiing haben -wenn nicht in Europa, dann eben in Kanada. Wie viel es der Umwelt nützt, wenn jeder einzelne, um in die Rocky Mountains zu fliegen, noch zusätzliche zwei Tonnen Kerosin verbrennt, bleibe dahingestellt.

In der gleichen ALPEN-Ausgabe wird auch die Gründung der Nationalmannschaft für Skialpinismus vorgestellt. Damit diese vom SAC stark unterstützte Sportart ausgeführt werden kann, braucht es Hunderte von Helikopterflugstunden, und zwar weitab von Gebirgslandeplätzen. Man begehe die Haute-Route Chamonix-Zermatt, während die Patrouille des Glaciers eingerichtet, durchgeführt oder abgeräumt wird! Dabei handelt es sich um eine vom SAC geförderte, besondere Art von Heliskiing.

Im Sommer, wenn ich als Bergführer unterwegs bin, werde ich auch weit weg von Gebirgslandeplätzen durch Fluglärm gestört. In der Regel von 8 bis 18 Uhr, ob beim Klettern in der Innerschweiz oder an einem Viertausender, wird man rund um die Uhr vom Surren aller möglichen Flugzeuge « belärmt »!

Mit der Kampagne gegen das Heliskiing werden nicht die tatsächlichen Probleme angegangen. Es handelt sich um einen Schaukampf, der dem Publikum das Gefühl geben soll, hier setzten sich unerschrockene Streiter für die Umwelt ein. Solange der SAC die Heliflüge in den eigenen Reihen nicht vehement einschränkt, bin ich der Meinung, dass nur die wirklich Betroffenen - die Einwohner der Region nämlich - über Sein oder Nicht-Sein von Heliskiing zu entscheiden haben!

Wer mehr über das Verhältnis der Schweizer Bergführer zur Natur wissen möchte, findet dies im Leitbild des Schweizerischen Bergführerver-bandes.1 Armin Oehrli, Präsident des Schweizerischen Bergführerverbandes

Arrampicata libera e di competizione

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