Bilder finden Alpenfolio von Marco Volken

Eine Drohne hat er nie dabei, auch keine Reflektoren oder Kunstlicht. «Gestellte Bilder interessieren mich nicht», sagt Marco Volken, «ich will nicht Bilder machen, sondern sie finden.» Schaut man sich um in der Bergfotografie, wirkt Volkens Herangehensweise geradezu altmodisch. Doch mit dieser Einordnung hat der fast 54-jährige, in Mailand geborene und im Tessin aufgewachsene Fotograf keine Mühe. «Wenn man altmodisch ist, ist man auch alle 20 Jahre wieder aktuell», lacht er. Ein kleiner Beweis dafür: Beim neu erschienenen Boulderführer über Brione hat das Redaktionsteam ein Foto von ihm für die Plakate ausgewählt. Volken war der Einzige, der ohne Blitz und Reflektoren gearbeitet hatte.

Mit fünf bekam er seine erste Kamera, eine Instamatic. Als 14-Jähriger trat er der JO bei. Fotografie und Berge: Sie blieben fortan Marco Volkens Fixpunkte. Er sucht die Vertrautheit mit der Landschaft, nicht nur über ein paar Tage, sondern über Jahre oder Jahrzehnte. «Darum konzentriere ich mich auch auf die Schweiz und das angrenzende Ausland», erklärt er. Er sucht Perspektiven, die jede Berggängerin und jeder Alpinist auch einnehmen könnte, die – so unspektakulär sie zuweilen sind - dennoch überraschen, bezaubern, zum Träumen einladen.

«Mit meinem Vorgehen könnte ich keine schrille Werbekampagne fotografieren, aber das will ich auch nicht.» Seit 2003 kann er davon leben. Dass es auch weiterhin – trotz der um sich greifenden technischen Aufrüstung – eine Nachfrage für seine Art Bilder geben wird, ist ihm und uns sehr zu wünschen.

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