Ci vediamo!

Seit fünf Jahren wird diese Zeitschrift auch in italienischer Sprache veröffentlicht – ein schönes Geschenk an alle italienischsprachigen Bewohner der Schweiz. Es hat im Tessin gar zu einer Zunahme der SAC-Mitglieder geführt. Ebenfalls vor fünf Jahren hat der Tessiner Alpenverein, die Federazione Alpinistica Ticinese (FAT), das internationale Gegenrechtsabkommen unterzeichnet. Somit können alle SAC-Mitglieder in den 29 Hütten der FAT zu ermässigten Preisen übernachten. Zwei gute Gründe, um die Berge der Südschweiz zu entdecken.

Die FAT ist eine tessinerische Besonderheit: Neben den drei SAC-Sektionen mit rund 4000 Mitgliedern gibt es hier noch 15 lokale Vereine mit rund 8000 Mitgliedern, die in der FAT zusammengefasst sind. Die ersten Vereine entstanden um 1900, um sich von der «Bourgeoisie» des SAC zu distanzieren und das Wandern und Berg­steigen auch innerhalb der Arbeiterklasse zu fördern. Mit den Jahren verlor dieser Grund seine Bedeutung, und neue Sektionen entstanden vor allem, um neue Berg­hütten zu realisieren. Oft wurden dabei verlassene Alphütten wieder instand gesetzt. Dank FAT und SAC verfügt das Tessin mit rund 70 Hütten heute über die wohl höchste Hüttendichte eines Kantons. Mehrtägige Trekkings bieten gar die Möglichkeit, Aufenthalte in SAC- und FAT-Hütten zu kombinieren. Der Wermuts­tropfen: Seit zehn Jahren gehen die Übernachtungszahlen rasant zurück. Im Jahr 2003 gab es 63 000 Hüttenübernachtungen, 2015 nur noch 45 000, das sind 30% weniger. Hauptgrund: Die Gäste aus der Eurozone bleiben fast vollständig weg.

Dennoch: Für uns Tessiner ist 2016 ein Festjahr und ein Jahr der grossen Hoffnungen. Denn jetzt kommt ein dritter Grund hinzu, weshalb sich die Reise ins Tessin lohnt: Dank dem Gotthard-Basistunnel braucht man ab Dezember rund eine halbe Stunde weniger, um an die Felsen und Gipfeln der Südschweiz anzureisen.

Ein Netz von 3600 Kilometern Wanderwegen deckt ein Gebiet ab, das sich von Ascona bis zum Adula erstreckt. Es locken wildromantische Wälder, international bekannte Klettergebiete und unzählige Gipfeltouren mit ganz eigenem Charme. So wie jene bei der Capanna Campo Tencia (S. 63). Wir bauen darauf, dass unsere Wanderwege und Hütten wieder zu einem auserwählten Ausflugsziel für die Mitglieder der grossen Familie des Schweizer Alpen-Clubs werden. Ci vediamo!

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