«Den SAC für die Jungen attraktiver machen» Frischer Wind im Zentralvorstand

Der Zentralvorstand des SAC hat gleich drei neue Mitglieder. Nach 100 Tagen im Amt ziehen sie eine erste Bilanz und erklären, wohin sie den SAC führen wollen.

Stefan Goerre

«Ich möchte dazu beitragen, dass sich der SAC offen zeigt für die Entwicklungen im Bergsport und damit attraktiv bleibt für die Jugendlichen. Ein wichtiges Anliegen ist mir, die ‹Gletscherspalten› zwischen den Berg- und Unterlandsektionen, zwischen Romandie, Tessin und Deutschschweiz und zwischen der Geschäftsstelle und den Sektionen zu überbrücken. Dabei hilft mir, dass ich in der Bündner Sektion Piz Platta gross geworden und heute Präsident der Unterlandsektion Olten bin, dass ich in der Romandie studiert habe und Italienisch spreche. Ich habe alle Stationen einer SAC-Laufbahn vom JO-Mitglied über den Tourenleiter bis zum Sektionspräsidenten durchlaufen und dabei alle Spielarten des Bergsports vom Hallenklettern über Hochtouren und Eisklettern bis zu Skitouren kennengelernt. Aktuell gehe ich einmal pro Woche klettern und mache rund einmal pro Monat eine Ski-, Hoch- oder Klettertour. Ich möchte kein Funktionär sein, der nur am Schreibtisch sitzt und nicht mehr weiss, was ‹draussen› abgeht. In den vergangenen Monaten habe ich im Zentralvorstand und auf der Geschäftsstelle lauter hoch motivierte und sehr gut ausgebildete Kameradinnen und Kameraden kennengelernt und freue mich darauf, mit ihnen zusammen den SAC für die Zukunft fit zu halten.»

Aufgezeichnet: Andreas Minder

Elisabeth Chatagny

«Am Anfang war ich überrascht von der Vielzahl der verschiedenen Aufgaben, die der Zentralverband wahrnimmt, und auch vom Engagement seiner Mitarbeiter, das viel höher ist als anderswo in der Berufswelt. Während der vierjährigen Amtszeit ist es mein Ziel, den Leistungssport innerhalb des SAC zu fördern, wo er manchmal missverstanden wird. Dieser Bereich des Bergsports bietet eine gute Möglichkeit, junge Menschen zu erreichen. Die Olympischen Jugendspiele im Januar, an denen auch Skitourenrennen ausgetragen werden, und die Olympischen Spiele in Tokio, bei denen das Klettern zum ersten Mal zu den Disziplinen zählt, werden in dieser Hinsicht wichtige Meilensteine sein. Ich freue mich darauf, mich im Rahmen meiner Aufgabe im Zentralkomitee mit begeisterten Menschen aller Altersgruppen mit verschiedene Hintergründen austauschen zu können. Gemeinsam die Strategie unseres Verbandes neu zu definieren, ist spannend! Ich bringe meinerseits eine weibliche Perspektive und die Sicht der französischsprachigen Schweiz sowie Erfahrungen im Vorstand aus der Sektion Moléson mit. Meinen Job im Finanzbereich sehe ich als Pluspunkt, denn auch beim SAC spielen finanzielle Fragen eine sehr wichtige Rolle. Zum Glück bin ich in den Bergen genauso aktiv wie vor meinem Amtsantritt. Dies trägt dazu bei, die notwendige Verbindung zwischen dem Strategischen und dem Operativen aufrecht zu halten.»

Aufgezeichnet: Laurent Grabet

Thomas Kühne

«Ich freue mich darauf, den notwendigen Veränderungsprozess in einer sehr traditionellen Organisation wie dem SAC zu begleiten. So finde ich etwa unsere Kommissionsstruktur etwas antiquiert. Und natürlich sollte der SAC auf die Digitalisierung der Gesellschaft reagieren und etwas daraus machen. Dafür bringe ich Erfahrung mit. Ich habe beruflich grosse Einheiten geführt und diese immer wieder transformieren müssen: Ich habe sie auf- oder abgebaut, verlagert, verändert. Dieses Know-how würde ich gerne nutzen. Ich wünsche mir, dass sich der SAC stärker als Interessensverband positioniert und prononcierter auftritt. Der SAC ist heute vor allem ein Dienstleister für die Sektionen. Das ist eine seiner Aufgaben, aber nicht die einzige. Ich fand es zum Beispiel erstaunlich, wie lange man diskutieren musste, ob man die Gletscherinitiative unterstützt oder nicht, aus Angst, einzelne Sektionen zu verärgern. Ein weiteres Anliegen ist mir, dass der SAC für die Jungen wieder attraktiver wird. Ein Mittel, das wir dazu nutzen können, ist der Spitzensport. Petra Klingler ist ein Aushängeschild und wirkt auf junge Leute. Ausserdem kann der Verein mit dem Spitzensport auch Finanzmittel generieren.»

Aufgezeichnet: Andreas Minder

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