Der Eisphönix Der Schneefloh

Haben Sie schon einmal diese kleinen schwarzen Punkte bemerkt, die sich im Wasserfilm eines aperen, sommerlichen Gletschers durcheinanderbe­wegen oder manchmal sogar mehrere Zentimeter hoch springen? Nun, das sind sie, die Schneeflöhe! Vielen sind sie besser bekannt unter dem Namen Gletscherflöhe. Die Tiere machen in den Schneeregionen dieser Welt wegen ­ihrer massenhaften Ausbreitung von sich reden.

Es ist besonders frustrierend, den redaktionellen Anforderungen betreffend Kürze gerecht zu werden, wenn man das Thema Schneeflöhe behandeln möchte. Denn sobald man die Tür zur Welt dieser Mikroorganismen auch nur einen Spalt öffnet, erahnt man gleich die schwindelerregenden und unwahrscheinlichen Fakten, die sich dahinter verbergen.

Lassen wir also beiseite, dass Schneeflöhe bis zu 20 Zentimeter hoch springen können. Um mit unseren kleinen Superhelden mitzuhalten, müsste sich der Mensch über 100 Meter in die Höhe katapultieren … Verschweigen wir auch ihre Verdauungsfähigkeiten, mit denen sie Zellulose und Mineralstaub in Leben und vielleicht in Liebe verwandeln können! Vergessen wir, zu erzählen, dass diese Zwerge schon 50-mal länger auf der Erde weilen als die menschliche Spezies. Die Schneeflöhe wurden geboren, um zu überleben, obwohl sie unzählige Massensterben hinter sich haben. Und am besten behalten wir für uns, dass diese sympathischen Gesellen über unglaubliche Fortpflanzungsfähigkeiten verfügen und eine Dichte von 400 000 Tieren pro Quadratmeter erreichen können.

Aber lassen Sie uns einen Moment bei der Tatsache verweilen, dass die Schneeflöhe in unseren Eiswüsten niedrige Temperaturen problemlos vertragen. In Wirklichkeit leben in den Alpen mehrere Arten der Spezies. Alle sind jedoch seit Urzeiten imstande, das Einfrieren und Auftauen zu überleben. Ein Frostschutzmittel, ein leerer Magen sowie die beeindruckende Fähigkeit, sich auszutrocknen (durch Ausscheiden von Feuchtigkeit aus dem Körper), ermöglichen es ihnen, Temperaturen von bis zu –60 °C zu überleben. Bei dieser Kälte sind sie komplett eingefroren, und die Zellen zeigen keine Stoffwechselaktivitäten mehr an. Das darauffolgende Auftauen bedeutet für den Schneefloh eine wahre Auferstehung.