Der Ski kommt nicht aus China

Zum Artikel «Der Ski der Wikinger», «Die Alpen» 02/2016

Der Artikel enthält Fehler und geht der Propaganda auf den Leim, die im Hinblick auf die Schaffung des Wintertourismus in China lanciert wurde. Zu sagen, der Rheinheimen-Ski sei eine Wikingererfindung, ist falsch. Die «Wikingerzeit» fällt in die Periode von 800 bis 1075. Sie beginnt also, ein Jahrhundert nachdem der Ski verloren worden ist. Vermutlich von einem Rentierjäger, also einem Mitglied des Volks der Sami. Der Altai als Wiege des Ski ist eine Hypothese, die Fridtjof Nansen 1890 vorgebracht hat. Sie beruht auf der Ähnlichkeit zwischen den Begriffen «suksi» (finnisch für Ski) und «suksilla», dem Wort, das in der mandschu-tungusischen Sprachfamilie für Ski steht. Der Austausch des Wortes unter den Völkern finnischer Sprache und der Sprache der Völker Südsibiriens kann in ­beiden Richtungen erfolgt sein. Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse neigen zur Hypothese, dass der Ski in Nordeuropa erfunden wurde und sich nach Sibirien ausbreitete. Diese Ausbreitung könnte 5000 Jahre zurückliegen. Im südlichen Teil des Altaigebirges, der von China besetzt ist, wurden kürzlich Zeichnungen entdeckt, die Skifahrer darstellen. Solche Zeichnungen gab es bereits vorher in den sibirischen und mongolischen Teilen des Altais sowie an anderen Orten Südsibiriens. Ein einheimischer Archäologe datierte sie – ohne Nachweis – auf ein Alter von 10 000 bis 20 000 Jahren. Er ist Co-Autor eines ­Buches, das nachzuweisen versucht, dass der Ski in China erfunden wurde.

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