Der Wolf: eine Gefahr für die ­Alp­bewirtschaftung

Zum Artikel «Der Wolf, eine Herausforderung», «Die Alpen» 02/2017

Sie haben sehr gut dargestellt, was die Tierhalter tun müssen, um ihre Herden zu schützen. Aber haben Sie die Kosten für die Massnahmen berechnet, welche die in ihrem Artikel zitierten Leute getroffen haben? Haben Sie diese mit Ihrem Stundenlohn verglichen? Es ist doch offensichtlich, dass diese Kosten die Schafhaltung in der Schweiz zum Verlustgeschäft machen. Die Aufgabe der Tierhaltung ist deshalb der naheliegende Schritt, mit allen Konsequenzen, die Sie auflisten: Bisher gut gepflegte Weiden und Wiesen verbuschen zunächst und werden dann zu Wald. Aber was Sie nicht sagen: In grösseren Höhen, oberhalb der Waldgrenze, wird die Aufgabe der Schafhaltung für zunehmende Lawinen sorgen, auf die man gern verzichten würde. Denn das nicht abgefressene Gras wird durch das Gewicht des Schnees Richtung Tal zu Boden gedrückt und bildet so eine veritable Rutschbahn. Regionen, in denen die Beweidung bereits aufgegeben wurde, haben dies teuer bezahlt. Ausserdem haben unsere Bauern schon genügend Probleme mit der Konkurrenz des Weltmarkts, sodass zusätzliche durch die Raubtiere wahrlich nicht mehr nötig sind. Wenn das Ziel der Umweltschützer die Zerstörung der Alpbewirtschaftung ist, damit völlig wilde Zonen entstehen, dann haben sie zweifellos «Erfolg» gehabt. Aber dann muss man auch akzeptieren, dass wir noch mehr Lammfleisch aus Neuseeland importieren müssen. Aus Gründen der Ethik, der Nahrungsmittelunabhängigkeit, der Verminderung von Transporten und der Gesundheit müsste man aber doch im Gegenteil die Abhängigkeit von Importen reduzieren. Die in der Schweiz produzierten Lebensmittel sind immer noch am einfachsten zu kontrollieren. Bitte nachdenken!

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