Die höchste Nadel des Juras

«Aussergewöhnlicher, von der Felswand abstehender Monolith; der höchste im Jura», schreibt Maurice Brandt im Guide d’escalade dans le Jura, den der SAC 1966 in zwei und 1980 in drei Bänden publizierte. Die erste Ausgabe enthält eine Route auf die knapp 50 Meter hohe Aiguille de la Mort im tief eingeschnittenen Tal des Doubs, die zweite fünf Routen; der neue SAC-Kletterführer Neuenburg und Waadt Nord beschreibt zehn Routen an der Nadel und sechs weitere an den Nachbarswänden. «Es ist 8 Uhr 30, als wir einer Blechschachtel zuerst Hühnerknochen und dann ein Heft entnehmen, das uns die Namen der ‹Ersten› enthüllt», berichtet Brandt von seiner Besteigung der Aiguille de la Mort Mitte der 1950er-Jahre in der Zeitschrift «Die Alpen» von 1958: «Die Erstbesteigung geschah am 1. Mai 1948 durch J. und W. Mathys mit W. Riesen; dann zwei Besteigungen im Juni 1949 und dann nichts mehr bis heute. Wir sitzen auf unserem luftigen Platz, herrlich allein.»

Zweimal stand ich in jungen Jahren selbst auf dem Kalkturm am Zickzackweg oberhalb der Ruine der Moulin de la Mort. Die Haken zur unteren Terrasse, an denen wir die selbst gebastelten Strickleitern einhängten, mussten wir eigenhändig schlagen.

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