«Die Mutterschaft hat mich gestärkt!»

Maude Mathys siegte an der Patrouille des Glaciers in Rekordzeit. Die Nummer zwei der Weltrangliste läuft diesen Winter weniger Rennen. Siegen will sie trotzdem.

Im Mai schloss Maude Mathys eine eine Saison mit regelmässigen Platzierungen auf dem Podest ab. Höhepunkt war ihr Sieg an der PdG in Rekordzeit. Zusammen mit ihren Kolleginnen Séverine Pont-Combe und Laetitia Roux brauchte sie sensationelle 7 Std. 27 Min. Das Team unterbot den Rekord von 2010 um ca. 13 Minuten. «Es wird diesen Winter schwierig werden, besser zu sein als in der Saison 2014. Ich habe an Resultaten alles erreicht, was ich mir zum Ziel gesetzt hatte», gesteht die Wettkämpferin vom SAC Swiss Team.

Weniger Ski, mehr Läufe

Schwieriger wird es auch, weil die 28-Jährige diesen Winter weniger Rennen absolvieren will. «Ich möchte mich mehr auf den Sommer konzentrieren, denn es ist einfacher, die Trainings für Laufwettkämpfe mit der Familie zu koordinieren», sagt sie. Seit drei Jahren ist die Spitzenathletin nämlich auch Mutter einer Tochter. Siegen will sie trotzdem: «Das grosse Ziel des Winters sind selbstverständlich die Weltmeisterschaften in Verbier im Februar 2015. Zu Hause anzutreten, ist immer eine zusätzliche Motivation», so Mathys.

In kurzer Zeit von den Volksläufen zur Elite

Das Jahr 2011 wurde nicht nur durch die Geburt ihrer Tochter Charlotte im April geprägt. Es war auch das Jahr, in dem Maude Mathys an die Spitze des Skialpinismus aufstieg. «Während meiner Schwangerschaft verzichtete ich zwar auf Wettkämpfe, aber ich trainierte weiter. Die zusätzlichen Kilos haben zu zusätzlichen Muskeln geführt, ich habe meine Kondition nicht verloren. Die Mutterschaft hat mich gestärkt!», sagt sie glücklich.

Im Herbst 2011 gewann sie den Berglauf Kilomètre Vertical von Fully in der Kategorie Elite. Grégory Gachet, damals Trainer des SAC Swiss Teams im Skitourenrennen, war als Zuschauer vor Ort. Er schlug ihr sofort vor, bei seiner Mannschaft mitzumachen. Im Winter darauf bestritt Mathys bereits nationale Skitourenrennen und Läufe des Weltcups in den Farben der Nationalmannschaft. Und das im Spagat zwischen Sport und Familie.

Die ersten Schritte waren schwer

Maude Mathys hätte nie zum Skialpinismus gefunden, wenn ihr Mann sie nicht vor sieben Jahren dazu animiert hätte. «Ich war nicht so begeistert, in den Abfahrten hatte ich Angst», gesteht sie. Und erinnert sich belustigt an ihr erstes Rennen : «Das war 2008 auf der kleinen Runde in den Gastlosen, zusammen mit meinem Mann. Es war so hart. Ich glaube, ich gehörte zu den Langsamsten.» Aber das stachelte die Wettkämpferin in ihr an. «Ich war es leid, immer überholt zu werden, und ich wollte in der Rangliste nach oben kommen». Das hat sie eindeutig erreicht: Heute ist Maude Mathys die Nummer zwei der Weltrangliste.

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