Die SAC-Jugend

Editorial

Die SAC-Jugend

Seit etwa zwei Jahren wird im SAC viel über die « Jugend » gesprochen - und dies ist gut so! Obwohl Entscheide gefällt worden sind und die Integration der Jugend in den SAC, wenigstens auf dem Papier, vollzogen ist, geht die Diskussion über gewisse Einzelheiten weiter. Auch das ist zu begrüssen, denn mit der Erarbeitung der neuen Statuten und Réglemente ist die Möglichkeit von Anpassungen nochmals gegeben.

Aber was ist eigentlich die « SAC-Jugend »? Als Ausgangspunkt unserer Überlegungen deshalb einige Fakten, die weder mit dem Bergsteigen noch mit dem SAC in einem direkten Zusammenhang stehen.

Die « Jugend » Die Entwicklung vom Kleinkind zum erwachsenen Menschen verläuft, natürlichen Gesetzen gehorchend, über mehrere Stufen. Eine davon, wahrscheinlich die wichtigste, ist die Pubertät: Zwischen etwa 13 und 15 Jahren findet der grosse Wandel vom Kind zum Jugendlichen statt. Dass dies nicht ohne Schwierigkeiten geht, ist allen Erziehern bestens bekannt! In den anschliessenden Jahren, etwa bis zum Alter von 18 Jahren, reifen dann die Jugendlichen zu Erwachsenen. In die Zeitspanne zwischen 10 und 18 Jahren fällt auch der grösste Teil der natürlichen Ablösung der Kinder von den Eltern.

Auf den Sport bezogen, bedeutet dies, dass die Bedürfnisse der Jugendlichen ganz anders gelagert sind als diejenigen der Kinder ( bei ersteren liegt das Hauptgewicht auf Leistung und Selbständigkeit, bei letzteren auf Spiel und Betreuung ). Dagegen sind die Unterschiede bei den anderen Stufen ( um das 1O. und 18. Jahr ) weniger ausgeprägt, eher nur graduell. Bedingt durch Veränderungen im Seit über zwei Jahren wird im SAC viel über die « Jugend » gesprochen - und das ist gut so! Im Anmarsch zum Hockenhorn ( CC-Lager Lauchernalp ) sozialen Umfeld ergeben sich neue Anforderungen an die « Anbieter » von Jugendarbeit. Wir können hier nicht im Detail darauf eingehen und nennen nur einige Stichworte: gestörte Familienverhältnisse, Einzel-kinder, Naturentfremdung, passiver Konsum von Spielsachen ( oder Fernsehen... ). Diese Erkenntnisse sind im Prinzip für jede Sportart gültig und auch in jedem seriösen Sportverband bekannt.

Die « SAC-Jugend » Was nun das Bergsteigen anbelangt, sind zwei Besonderheiten hervorzuheben: Es handelt sich um eine sportliche Betätigung mit so vielen Facetten, dass man sie praktisch das ganze Leben in immer wieder anderer ( angepasster ) Form betreiben kann; und sie beinhaltet überdurchschnittlich viele erzieherische und soziale Elemente. Daraus ergibt sich für den SAC eine ausserordentliche Chance, aber auch eine grosse Aufgabe.

Sofort wird klar, wie vielschichtig die Aufgaben der mit der Leitung dieser Jugend betrauten Personen sind.

Es genügt nicht, die Jungen beim Klettern anzuleiten, sie in die Berge zu führen, für ihre Sicherheit besorgt zu sein ( bereits eine enorme Verantwortung !), nein, die grundlegende Aufgabe ist die Begleitung heran-wachsender Menschen vom Kind bis zum Erwachsenen! Wahrscheinlich ist sich der vielleicht selbst noch junge JO-Leiter dieser Sachlage weniger bewusst - die technischen Aspekte überwiegen. Sicher treten beim Kinderbergsteigen die sozialen Bedürfnisse stärker in Erscheinung als bei den Jugendlichen. Darin liegt vielleicht auch eine Erklärung, warum das Durchschnittsalter der Leiter beim Kinderbergsteigen höher ist als bei der JO. Sicher ist, dass alle Leiter der SAC-Jugend, bewusst oder unbewusst, eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe zu erfüllen haben.

Die Integration in den SAC Wo stehen wir nun, im Licht dieser grundsätzlichen Überlegungen, mit der eingangs angesprochenen « Integration der Jugend »?

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< Das spektakulärste Ergebnis ist gewiss die Herabsetzung des Eintrittsalters in den SAC auf 10 Jahre, was aber in der praktischen Tätigkeit nicht viel ändert. Sehr erfreulich ist hingegen die nun « offizielle » Anerkennung sowohl des Kinderbergsteigens als auch der JO! Warum 10 Jahre für die Mitgliedschaft im SAC? Dies deckt sich mit einer der Entwicklungsstufen: dem Übergang vom frühen zum späten Schulkindalter. Die Kinder haben damit einen Selbständigkeits-grad erreicht, der den Verzicht auf die elterliche Anwesenheit ( auch für mehrere Tage ) unproblematisch werden lässt. Es ist wohl kein Zufall, dass auch J+S 10 Jahre als neues Eintrittsal-ter gewählt hat.

Die vor kurzem angenommene Wegleitung für die SAC-Jugend erwähnt im Zweckartikel die wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Ebenso ist die Aufteilung in zwei Aktivitätsgruppen verankert ( als Empfehlung an die Sektionen ). Diese Gliederung trägt der Pubertät Rechnung, dem Wandel vom Kind zum Jugendlichen. Dieser Entwicklungsschritt kann von einem Individuum zum andern bis drei Jahre auseinanderliegen, deshalb die Forderung eines fliessenden Überganges.

Eine weitere Altersgrenze ist in den Statuten verankert: die Erlangung des Stimmrechtes mit 16 Jahren. Dies gründet sich nun nicht auf einen natürlichen Entwicklungsschritt, sondern eher auf clubpolitische Überlegungen. Dasselbe ist zu sagen zum Ende der Zugehörigkeit zur SAC-Jugend mit 22 Jahren und den damit verbundenen administrativen und beitragsmässigen Konsequenzen.

Vergebens sucht man in diesem Artikel einen Hinweis auf Mitgliederwerbung. Wir sind überzeugt, dass die Wahrnehmung der in der Jugendarbeit liegenden Chancen und eine gute Erfüllung der damit verbundenen Aufgaben die beste langfristig erfolgreiche Werbung für den SAC ist!

Ruedi Meier, Vizepräsident der Jugendkommission und Beauftragter für das Kinderbergsteigen

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