Dr. Georg Greim und Mathilde Greim: Korsika

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Diese beiden Reiseführer des Verlags Hendschels Telegraph bilden Hefte 42 und 40 der Sammlung Hendschels Luginsland. Sie werden sicherlich ihren Weg machen, sobald einmal auf den Zugängen zu den von ihnen beschriebenen Örtlichkeiten auch nicht zu der „ Entente " gehörende Reisende wieder ungehemmt werden wandeln dürfen. Und das ist im Interesse der betreffenden Länder und ihres Reiseverkehrs dringend zu wünschen. Beide Hefte sind musterhaft gemacht, sofern man nur an das auf gebahnten Wegen reisende Publikum denkt. Das Heft Korsika enthält 3 Karten und Skizzen ( Italien'mit Korsika, Mittelmeerküste, Korsika ), die bei ihrem kleinen Maßstab natürlich nur der äußerlichsten Orientierung dienen können, und 58 gutgelungene Abbildungen von Landschafts-, Städte- und Straßenbildern im Text. Dieser gibt, nach einer Einleitung über Klima, Reisezeit, Zoll, Sprache, Unterkunftsverhältnisse, Volkstum und die Schiffahrtswege nach Korsika, die Beschreibung des Landes nach den gebräuchlichen Routen. Wohltuend berührt überall das freundliche Verständnis für das Wesen und die Sitte der Einheimischen, und auch das dumme Gerede über die Vendetta und die Banditen, das bei Maderno ( siehe oben pag. 214 ) so aufdringlich wirkt, ist verschwunden. Von Bergtouren — es soll da noch jungfräuliche Gipfel geben — handeln nur 9 Zeilen auf S. 50 und auch in dem sonst guten Literaturverzeichnis am Schluß werden Hochtouristen nur auf die in der Zeitschrift des D. & Ö.A.V. erschienenen Aufsätze von Felix v. Cube verwiesen, nicht auch auf die in unserm Jahrbuch publizierten von P. Montandon und W. Flender, die doch auch „ leicht zugänglich sind ". Sorgfältig besprochen ist das vorhandene Kartenmaterial. Im ganzen ein sehr erfreuliches Büchlein.

Lob spenden kann ich auch dem liebenswürdigen Reiseführer auf der Westalpenstrasse, d.h. der von Nizza nach Evian führenden, 640 km langen „ Route nationale Nr. 212 ", welche, „ vom 1. Juli bis 15. September in regelmäßigem Fahrdienst von bequemen, schnellen und starken Gesellschaftskraftwagen " befahren, dem Reiseverkehr im Anschluß an die P. L. M. Eisenbahn dient. Auch hier begegnen wir wieder bei dem Verfasser, welcher sich auf dem Titelblatt „ Mitglied des Französischen Alpenklubs, Sektion Mont-Blanc, Paris nennt — was mag aus ihm und seiner Mitgliedschaft geworden seineinem sympathischen Verständnis und gerechter Würdigung französischer Art und Sitte, und es mutet einen melancholisch an, wenn man im Jahre 1917 auf die 1913 gedruckte Stelle ( S. 38 ) stößt, wo „ ein liebenswürdiger Franzose, Professor der deutschen Sprache am Gymnasium in Digne, Basses-Alpes, der seine Sommerferien regelmäßig in Allos verbringt, sich anerbot, der deutschen Touristen- weit jegliche Auskunft zu erteilen und auf deutsche Briefe in deutscher Sprache zu antworten ". Wann wird ihm das wieder möglich sein? Einstweilen müssen wir uns dessen getrösten, daß Deutschlesenden in Koerners Buch eine auch auf das Historische und Landschaftliche eingehende Beschreibung der in 5—6 Tagefahrten zu bewältigenden Strecken Nizza-Barcelonnette-Briancon-Chambery-Aix les Bains-Chamonix-Evian geboten wird. Es geht dabei über eine Reihe von Pässen, von denen die höchsten, der Col de Lautaret 2075 m, der Col du Galibier, 2550 m beim Tunnelportal, und ( noch nicht vollendet ) der Col d' Iséran 2769 m erreichen. 1 Karte ( in 1:1,000,000 und in zwei Abschnitten eingeheftet ), 1 Streckenprofil und 55 Abbildungen erläutern die Beschreibung und ein Register ist beigefügt.BedaMion.

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