Dr. Julius Weber: Geologische Wanderungen durch die Schweiz

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Mit dem vorliegenden III. Bande ist innerhalb der vorgesehenen Frist ein schönes und nützliches Werk zum Abschluß gekommen, dessen Bearbeitung das Churer Zentralkomitee, entsprechend einem Beschluß der Delegiertenversammlung vom 22. November 1909 in Zürich, dem Geologen J. Weber, Professor am Technikum in Winterthur, übertragen hatte. Das 1911 herausgekommene 1. Bändchen enthielt, nach einer allgemeinen „ Übersicht über die Gesteinsarten der Schweiz ", eine Darstellung des Mittellandes und des Jura. Das 2. Bändchen, erschienen 1913, und das 3. von 1915 behandeln die Alpen, und zwar Band II die Kalk- und Schieferalpen, Band III die Kristallinischen Alpen und Randgebiete. Es kann sich bei dem beschränkten Raum, der mir zur Verfügung steht, nicht darum handeln, diese drei Bändchen in extenso zu prüfen und zu besprechen. Ich beschränke mich demnach auf eine kurze Wiedergabe des Eindrucks, welchen das Schlußbändchen auf mich, als einen Laien, Jahrbuch des Schweizer Alpenclub. 51. Jahrg.

gemacht hat. Die „ Geologischen Wanderungen " wollen, wie das Begleitwort des St. Galler Zentralkomitees hervorhebt, kein systematisches Werk sein, das in erschöpfender Weise das ganze schweizerische Gebiet behandelt. Das wäre auch ein für die Zwecke und Mittel des S.A.C. zu hochgestecktes Ziel. Immerhin dienen Abschnitte wie gleich der erste im 3. Band: Materialtransport und Aufschüttung im alpinen Quertal der Reuß, oder spätere wie: das Aarmassiv, das Maderanertal und der Hüfigletscher, das Gasternmassiv und die Doldenhorndecke, das Urserntal und die Furka, das Gotthardmassiv, das Rhonetal, und schließlich: die Insubrische Vergletscherung und Seenbildung, vor allem der Systematik und der Einführung des angehenden Jüngers der Geologie in das Verständnis der schweizerischen Landschaft, namentlich des Gebirges. Im einzelnen wandern wir mit dem Verfasser von Altdorf zum Kontakte der Kalkalpenzone mit dem Aarmassiv, besuchen die beiden Windgellen, die Bergstürze von Kandersteg, vom Öschinensee, von Siders, das Gasterntal, die Umgebung von Bad Leuk, wie die von Lugano mit San Salvatore und San Giorgio. Wir lernen die geologischen Verhältnisse sowohl des Lötschenpasses, als des Lötschbergtunnels kennen und, was bei der heutigen Kohlennot von höchster praktischer Bedeutung ist, die Karbonaufschlüsse im Rhonetal, die vereinzelten Fetzen und Schichten des Karbon bei Boltigen im Simmental, im Pàys-d'Enhaut, an der Kleinen Windgelle und am Bifertengrätli, und namentlich den ausführlich behandelten Karbonaufschluß bei Manno nördlich von Lugano im Vedeggiotale. Auch was über das Bleierzlager bei Goppenstein und über das Tonlager im Scairolotale ( bei Lugano ) gesagt ist, verdient Beachtung. Ein Gesamtregister über die drei Bände leistet gute Dienste und trefflich sind, wie in den beiden ersten Bändchen, die von C. Meili gezeichneten Profile und Skizzen. Dankbar muß man dem Verfasser auch sein für die geschichtlichen Notizen, die er an geeigneten Orten eingestreut hat, und für die Literaturnachweise. So hoffe ich wirklich, wie der abgetretene Zentralpräsident, daß der gediegene Inhalt bei sehr bescheidenem Preise — Fr. 1.80; 2.20 und 2.50 für Mitglieder — dem Werke in und außer dem S.A.C. eine weite Verbreitung sichern möge, damit das darin investierte Kapital bald auf weitere Klubführer wissenschaftlichen Inhalts verwendet werden kannRedaktion.

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