Ed. Whimper: A Guide to Chamonix and the range of Mont Blanc

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Julius Meurer: Illustrierter Führer durch die Ortlergruppe mit Stilfserjochstrasse, Sulden, Tonalepass etc. " Wien, A. Hartlebens Verlag, 1896.

Europäische Wanderbilder: Oberaargau und Unter-emmenthal. Artistisches Institut Orell Füßli, Zürich.

Der berühmte englische Reisende und Bergsteiger hat in seinem „ Montblancführer " ein Mittelding geliefert zwischen einem der modernen „ Climbers'guide " und „ Hochgebirgsführer " und den alten Reisehandbüchern. Das Buch Whympers enthält eine Geschichte des Priorats und Thales von Chamonix, eine Geschichte der hauptsächlichsten Besteigungen des Mont Blanc seit Saussure, eine Aufzählung und Analyse der am Mont Blanc vorgekommenen Unglücksfälle, eine Schilderung der Zufahrten und Zugänge von Chamonix, Angaben über Stationen, Straßen, Gasthofe, Aussichtspunkte u. dgl. Beigegeben sind Höhentabellen und Führertarife. Das Büchlein von 192 Seiten ist also belehrend, unterhaltend und „ gruselig " zu lesen. Die Kompetenz Whympers auch über dies Gebiet zu schreiben ist bekannt, und sein lebendiger Stil ist gewürzt durch eine Fülle amüsanter Geschichten und witziger Bemerkungen. Nicht ganz auf der Höhe des Textes sind die Bilder. Die Holzschnitte sind zum Teil recht alt und „ ausgeleiert ". In der Karte ist die Landesgrenze zwischen Frankreich und Italien in der Nähe des Hauptgipfels falsch angegeben.

Der Führer durch die Ortlergruppe von Julius Meurer ist schon im Sommer 1896 erschienen, konnte aber im vorigen Jahrbuch nicht mehr recensiert werden. Er umfaßt das vielbesuchte Gebiet der Ortleralpen, das im Osten vom Etschthal, im Norden vom Vintschgau und Münsterthal, im Westen von Val Muranza und Val Braulio und der obersten Valtellina, im Süden von Val Camonica, Val Vermiglio, Val di Sole und Val di Non begrenzt wird. Das Reisebuch soll sowohl dem Wagen-reisenden als dem Fußwanderer und dem Hochtouristen dienen. Damit der letztere sein Gepäck nicht unnütz vermehre, ist das Buch so eingerichtet, daß er den „ praktischen " Teil samt dem Register herausnehmen und den beschreibenden Teil samt den Illustrationen zu Hause lassen kann. Übrigens ist das ganze Büchlein nicht allzudick. Es scheint mir, soweit ich das mit meiner mangelnden Ortskenntnis beurteilen kann, ein geschickt gemachter Reiseführer zu sein. Beigegeben ist eine Übersichtskarte der österreichischen Alpenländer im Maßstab von 1: 1,000,000. Der Preis für 15 Bogen Oktav in Bädeker-Einband ist 3 fl. = 5 Mark 40 Pfg.

Das Wanderbild Oberaargau und Unteremmenthal verdankt seine Entstehung der Initiative einiger Mitglieder der Sektion Oberaargau S.A.C., und die Redaktion wurde, wie ich glaube, auch hauptsächlich von Mitgliedern dieser Sektion besorgt. Das dargestellte Gebiet kann natürlich höchstens ein voralpines genannt werden, ist aber landschaftlich sehr hübsch, und das Büchlein, das auch gute historische und kulturgeschichtliche Darstellungen enthält, kann wohl zur Anschaffung und Lektüre empfohlen werden. Die von dem wohlbekannten Künstler J. Weber gelieferten 45 Illustrationen sind gut ausgewählt und meistens recht hübsch. Am wenigsten gefällt mir das etwas schematisch gehaltene Panorama von der Hohwacht.Redaktion.

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