Ehre, wem Ehre gebührt

Zum Artikel «Retter aus Nepal lernen von der Schweiz», «Die Alpen» 05/2016

Dieser Artikel enthält eine grosse Ungenauigkeit. Herr Aymon schreibt, dass das Team von Air Zermatt 2005 Tomasz Humar aus äusserster Not am Nanga Parbat im letztem Moment gerettet hat. Dies stimmt nicht. Tomasz Humar wurde durch zwei Helikopterpiloten der pakistanischen Armee gerettet, die den Heli total von Ballast befreit haben, um die Höhe von 6300 Metern zu erreichen. Sie wurden später vom pakistanischen Staatspräsidenten empfangen und mit der höchsten Dekoration geehrt. Die ganze Geschichte ist durch Bilder auf der Website von Tomasz Humar, auf Social Media und auf Sendungen vom slowenischen Fernsehen dokumentiert worden.

Ich kenne die Geschichte so genau, weil ich zur selben Zeit im Nanga-Parbat-Basislager war und mit Tomasz Humar und seinen Leuten Freundschaft geschlossen habe. Als ich weiterzog, stieg Tomasz am Tag darauf in die Wand ein, und ich hörte nichts mehr von ihm. Als ich Anfang August in Gilgit die pakistanischen Nachrichten schaute, fiel ich fast vom Stuhl, als ich sah, wie Tomasz am Seil hängend im Basislager deponiert wurde und den Boden küsste. Die zwei pakistanischen Piloten standen stolz und erleichtert daneben.

Was hingegen im Bericht von Herrn Aymon stimmt, ist, dass die Air Zermatt leider zu spät zu Tomasz Humars Unfall am Langtrang Lirung gerufen wurde. Wären sie früher alarmiert worden, hätten sie ihn sehr wahrscheinlich retten können.

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