Ein Team, ein Zugseil

Das Zugseil ist in Mode gekommen.

Vorne ein Skitourenrennläufer mit vor Anstrengung verzerrtem Gesicht, hinten ein Kamerad, von der Müdigkeit offensichtlich gezeichnet. Dazwischen ein maximal gespanntes Gummiseil. Was noch vor wenigen Jahren nur bei den Profiteams im Einsatz war, setzt sich jetzt auch bei den Volksläufern durch. Als Folge dieser Entwicklung bieten einige Hersteller jetzt sogar Rucksäcke mit eingebautem Zugseil an.

Im Rhythmus bleiben

«Das Gummiseil ist sehr wirksam, es wäre ein Fehler, es nicht zu benützen», bestätigt Tony Sbalbi, Trainer des SAC Swiss Team und ehemaliger Rennläufer. «Früher konnte man einem Kameraden in Schwierigkeiten noch den Rucksack tragen. Heute untersagt das Reglement der ISMF diese Praxis, es erlaubt dafür das Zugseil.» Das gleiche Reglement schreibt auch vor, dass der Abstand zwischen den einzelnen Teammitgliedern nicht mehr als 30 Sekunden betragen darf. Da kann das Zugseil entscheidend dazu beitragen, diese Vorschrift einzuhalten. Aber wie alle guten Dinge, muss auch das Zugseil mit Augenmass verwendet werden. «Es hilft nichts, wenn derjenige, der zieht, dadurch selber in den roten Bereich gerät», warnt Tony ­Sbalbi. Für Maude Mathys ist das Ziehen einer Teamkollegin, die bereits am Ende ihrer Kräfte ist, nicht sinnvoll. Für die Athletin des SAC Swiss Teams «soll das Zugseil dem schwächsten Teammitglied helfen, im Rhythmus zu bleiben, das ist alles». Sie misst dem Gummiseil zwar eine wichtige psychologische Bedeutung zu, unterstreicht aber auch, dass das Zugseil in Spitzkehren oder beim Überholen hinderlich sein kann.

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