Erster Jahresbericht der Bibliothek-Coinmission des S. A. C

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der

Bibliothek-Commission der S.A.C.

auf 31. December 1891.

Von Dr. E. Walder in Zürich.

Die Commission, deren Bestand im Jahrbuch Nr. XXVI, pag. 499, mitgetheilt worden ist, hat während des abgelaufenen Jahres in 5 Sitzungen eine größere Zahl von Geschäften erledigt, welche in erster Linie die Feststellung der verschiedenen Reglemente und die Einrichtung der Bibliothek des S.A.C. innerhalb der Stadtbibliothek Zürich, sodann aber auch einige der nothwendigsten Anschaffungen zum Gegenstand hatten.

Vor allem wurden die beiden Regulative ausgearbeitet, deren Inhalt den Mitgliedern des S.A.C. im letzten Jahrbuch mitgetheilt worden ist; das eine enthält die Bestimmungen über die „ Benutzung der Bibliothek des Schweizer Alpenclub durch die Mitglieder des Schweizer Alpenclub, sowie durch das weitere Publikum ", das andere über die „ Benutzung der Stadtbibliothek Zürich durch den Schweizer Alpenclub ". In Ergänzung von 10 des erstgenannten Regulativs wurde beschlossen: „ Handschriften, Kupferwerke und artistische Blätter, werthvolle Drucke und ungebundene Jahrgänge von Zeitschriften werden in besondern, bezw. verschlossenen Repositorien aufgestellt. Das Bibliothekariat behält sich in jedem einzelnen Falle unter Kenntnißgabe an die Commission den Entscheid über die Zuweisung zu den diesbezüglichen Beständen vor. Betreffend die Benutzung gilt 10 des Regulativs. "

Im Laufe des Jahres stellte sich die Creirung einer besondern Bech-nungsstelle als nothwendig heraus. Es wurde bestimmt, daß der Quästor dem Centralcomite verantwortlich sein und am Ende jedes Jahres die Rechnung stellen solle, welche jeweils den Vereinsmitgliedern durch Publikation mitgetheilt wird. Als Quästor wird Hr. Lavater-Wegmann bezeichnet.

In Bezug auf die Katalogisirung der Bücher wird beschlossen, einen alphabetischen Zettelkatalog anzufertigen, die dem S.A.C. gehörenden Bücher auch in den großen Katalog im Lesezimmer einzutragen und außerdem einen Fachkatalog zu erstellen, über dessen Specialisirung noch besondere Bestimmungen vereinbart werden müssen. Die Anschaffungen werden von Jahr zu Jahr den Mitgliedern des S.A.C. durch Publikation bekannt gegeben werden. Ein besonderer Stempel, welcher außer den Worten „ Bibliothek des S.A.C. " das Vereinswappen zeigt, und ein besonderer Einband werden die Bücher des S.A.C. äußerlich von denjenigen der Stadtbibliothek unterscheiden.

Der Bibliothek des S.A.C. ist im Parterre des Stadtbibliothek-gebäudes nach der Südseite hin ein größerer Raum zugewiesen worden.

Was die Anschaffungen für die Bibliothek betrifft, so war das bereits vorhandene Material, das sich in der Bibliothek des Centralcomite befand, von geringem Umfange und beschränkte sich hauptsächlich auf Zeitschriften, von denen jedoch nicht eine einzige, nicht einmal das Jahrbuch des S.A.C., complet sich vorfand. Obschon uns das Maximum des Credites, d.h. 1000 Franken, für das Jahr 1891 zugewiesen wurde, so sahen wir uns doch, um dem Bestand der Bibliothek möglichst bald einen entsprechenden Inhalt und Umfang zu geben, genöthigt, weitere Kreise auf die Bedürfnisse derselben aufmerksam zu machen. Es wurde ein Circular an die Verleger alpiner Literatur gesandt, um womöglich Gratiszusendung von Werken zu erhalten, und ein Circular an die Vorstände der Sectionen des S.A.C. mit der Bitte, daß sie die Aeufnung der Bibliothek durch Ueberlassung von Doubletten oder in anderer gut scheinender Weise fördern möchten. Der Erfolg dieser Circulare entsprach den gehegten Erwartungen nicht ganz. Immerhin muß mit Anerkennung hervorgehoben werden, daß eine Anzahl von Buchhändlern kleinere oder größere Sendungen uns zugeschickt haben; andere Firmen haben sich bereit erklärt, die Verlagswerke zu einem bestimmten Rabatte abzugeben. Um vor Allem die Zeitschriften in kürzester Zeit completiren zu können, wurde ein genaues Verzeichniß über das Fehlende aufgenommen und dasselbe in einem Circular den Sectionsvorständen zugesandt mit dem Ansuchen, daß sie uns behülflich sein mögen, durch Zusendung von Material, welches in den einzelnen Bibliotheken leicht entbehrt werden kann, das Fehlende zu ersetzen. Wir wollen im Interesse der Bibliothek hoffen, daß die bescheidene Bitte nicht ungehört verklinge. Abgesehen von den Zeitschriften richteten wir unser Augenmerk auf die Anschaffung größerer Werke der alpinen Literatur, die wegen des hohen Preises von den kleinern Bibliotheken nicht leicht erworben werden können. Im Uebrigen verweisen wir auf den Katalog, welcher diesem Jahrbuch beigelegt ist, und machen auch aufmerksam auf das demselben beigefügte Verzeichniß der Schenkungen.

Die Bibliothek zeigt nunmehr folgenden Bestand:

357 Bände, 1¾9 Brochuren, 8 Berichte, 65 Blätter ( Panoramen, Ansichten etc. ) und 25 Karten, im Ganzen also 594 Nummern.

Zur Rechnung haben wir zwei erklärende Bemerkungen zu machen. Es mag auffallen, daß die Buchbinderkosten mehr als die Hälfte des Bücherconto's ausmachen. Der Grund liegt darin, daß das vorhandene Material und die geschenkten Bücher fast durchwegs ungebunden waren und daher sofort gebunden werden mußten. Die allgemeinen Kosten für die Bibliothek sind selbstverständlich im ersten Jahre ihres Bestehens besonders groß, weil die für die Einrichtung nöthigen Requisiten neu angeschafft wurden. In den folgenden Jahren wird es möglich sein, dem Bücherconto einen größern Credit zuzuweisen.

Zum Schlüsse möchten wir an die Mitglieder des S.A.C. die Einladung ergehen lassen, die Bibliothek, welche jetzt schon eine Reihe ansehnlicher Werke besitzt, recht fleißig zu benützen, damit der hohe Zweck, welcher bei der Gründung derselben in 's Auge gefaßt worden ist, seine wahre Erfüllung finde.

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