Farbenfrohe Gipfel Bergnamen

Abgesehen von Ausnahmen wie dem Scheuchzerhorn, benannt zu Ehren von Johann Jakob Scheuchzer («Die Alpen» 11/2016), werden Bergnamen nicht bewusst gewählt, sondern ergeben sich aus dem spontanen Sprachgebrauch. Oft beziehen sie sich auf das Aussehen einer Stelle, zum Beispiel ihre Färbung. Am häufigsten ist einer Zusammenstellung von swisstopo zufolge die Farbe Rot: Davon zeugen der Pizzo Rosso, die Aiguilles Rouges, die Dents Rousses, der Piz Cotschen, der Rot­stock / Crap Tgietschen und das Rothorn, alles Gipfel mit rötlichem Gestein. Auch Namen mit Schwarz und Weiss sind weitverbreitet, während Gelb, Grün und Blau seltener sind. Die Prägnanz von Farben zeigt sich in Arbaz, wo die Luy Blantse – «weisser Abhang» – zwischen Sex Noir und Sex Rouge liegt, also zwischen dem «schwarzen» und dem «roten Felsen». Die Farbangabe reicht, um sich im Gelände zu orientieren. Nicht alle Farben erweisen sich allerdings als waschecht: Das Hasliberger Dorf Goldern ebenso wie der Hügel Goldere bei Adlemsried im ­Simmental sind nicht etwa Goldfundstellen, sondern Orte, wo viel Gol herumliegt, «grober Steinschutt».