Fast «die erste grössere Gipfeltour»

Am 4. Januar 1896 zogen der Schweizer Victor de Beau­clair und die Deutschen Erwin Baur, Wilhelm Paulcke und Peter Steinweg von Amsteg durchs Maderanertal gegen die Hinterbalmhütte (1820 m). Am nächsten Morgen um 2.15 Uhr ging die «Besteigung des Oberalpstock (3330 m) mit norwegischen Schneeschuhen» weiter. Unter diesem Titel veröffentlichte Paulcke im Februar 1896 in der SAC-Zeitschrift Alpina seinen Bericht. Zuerst stiegen die vier mit «Schneereifen» von der Hütte durchs Brunnital hoch: «Um 5 Uhr wurden bei Brunniboden, 2047 m, die Skis angeschnallt – und noch einmal so leicht ging es vorwärts, eine wahre Erholung gegen das Tragen jeder Schneereifkonstruktion.» Die Schneereifen von damals nennt man heute Schneeschuhe, während die Ski übrigens einst auch norwegische Schneeschuhe genannt wurden. Am Fuss der Felsen auf ca. 3200 wurden die Ski abgeschnallt, «unter die weichsohligen Pelzschuhe kommen genagelte Sandalen, und de Beauclair und ich klettern über Fels und den Schneegrat zum Gipfel. Die beiden andern warteten unten.» Um 14.45 Uhr ist der Gipfel erreicht: «(...) ein jubelndes Ski Heil! wurde zu Thal gesandt, war ja auch die erste grössere Gipfeltour mit Hülfe der Skis gelungen.»

Und genau da irrte Paulcke: Obwohl bis heute immer wieder zu lesen, war der Oberalpstock nicht der erste Skidreitausender der Alpen, sondern nur der Schweiz. Schon zwei Jahre zuvor hatte Wilhelm von Arlt den Hohen oder Rauriser Sonnblick (3105 m) in den Hohen Tauern in Österreich mit Ski bestiegen.

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