Friedrich Pieth: Erinnerungen des Landammanns Johann Salzgeber

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Dr. Ernst Haffter: Ein Vorschlag zur Erleichterung des Ruttnerdienstes vom Dezember 1784. Bündnerisches Monatsblatt, VII. Jahrgang, Nr. 3. März 1902.

Die für die Landes- und Kulturgeschichte Graubündens recht interessanten Aufzeichnungen des biedern Salzgeber, in Briefen an seine Enkel aufgeschrieben 1809 und von Prof. Pieth aus Privatbesitz herausgegeben, enthalten für uns doch mehr Interessantes, als man auf den ersten Blick meint, wenn sie sich auch mit den früher hier besprochenen Publikationen über andere Bündner Ökonomen und Landesforscher nicht vergleichen lassen. Auf pag. 33 ff. finden wir die Beschreibung der „ schaudervollsten Scene in meiner gantzen Lebenszeit ", nämlich des mit zwei Gefährten bei der Rückkehr vom Schrunser Markt im Montafun 1781 gemachten Übergangs von der Tschagunseralp Sporn nach der Seewiseralp Fais neben dem „ gewohnten Weg " ( Schweizertor ?) vorbei über ein anderes Joch, wobei sie „ auf der Wand hart am Gipfel des sogenannten Geyrenspitzes von 12 bis 5 Uhr in der finstern Nacht zubrachten " und Salzgeber sich die Hände erfror, was nachher eine lange Kur nötig machte. Nach verschiedenen nächtlichen Irrfahrten und ängstlichen Stunden kamen sie in die Maiensässe von Salkina und über Pussarein und Marin am Abend des zweiten Tages nach Hause, wo S. sich gleich zu Bett legen mußte, das er etliche Wochen nicht verließ. Der lange vierte Brief enthält eine „ Beschreibung der Grafschafft Worms, samt dahmaliger Verfassung ". Salzgeber war Podestat im obern Veltlin 1771172. Die Reise nach Bormio machte er, da er „ die näheren Berge Skalletta und Perinina mit Pferden wegen Durchbruch im Schnee nicht passiren konnte, über den Splügner-berg und durchs gantze Veltlin ". Im „ Kardinell " wäre er mit seinem Pferde, das er an der Hand führte, durch einen Windstoß beinahe in den Abgrund geschleudert worden. Sein Bericht über die Zustände im Veltlin ist in mancher Beziehung interessant; über Berge und Pässe finden wir freilich fast gar nichts, und das wenige, was erwähnt wird, ist Bekanntes. Merkwürdig ist immerhin, daß 1771172 im Untern oder St. Martinsbad von Bormio „ Fangokuren " gemacht wurden, und zwar unter diesem Namen. Im Juli 1802 machte S. eine „ Schweizerreise ", die ihn u.a. nach Bern, Thun, ins Toggenburg und Appenzellerland führte; aber obwohl er in Bern die „ Promenaden auf dem Randbahr " ( remparts —Große und Kleine Schanze ) besuchte und im Eichberg bei Thun die „ romantische Aussicht dieses ganzen Landguths " rühmt, spricht er doch kein Wort von dem Gebirge, das man an diesen beiden Orten sieht, und auf dem Eichberg bei Gais „ betrachtete er die in die Augen fallenden tieffliegenden Landschaften mit innigem Vergnügen ". Sein Naturgefühl ist also doch vorromantisch.

Die Notiz von Dr. E. llaffter bezieht sich auf die Schneeverhältnisse am Berninapaß und bringt in dem italienisch geschriebenen Brief des Puschlavers Tomaso Giuliani an den Churer Buchdrucker Otto die Beschreibung eines von dem Puschlaver selbst erdachten, die Erleichterung des Schneebrechens bezweckenden Instrumentes. Der Brief wurde nie publiziert, da die Zeitschrift, für welche er bestimmt war, mit dem Jahr 1794 einging. Ob das Instrument, das aus einem starken Brett mit schräg angebrachter Stange bestand, je in Gebrauch kam, wird nicht berichtet.Redaktion.

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