Früher gab es kein Wunsch­konzert

Zum Artikel «Wenn die Allergie in den Bergen zuschlägt», «Die Alpen» 07/2016

Beim Lesen des Artikels glaubte ich, ein Promiheft in der Hand zu haben. ­Jeder, der mit Allergien zu kämpfen hat, weiss, dass er bei solchen Unternehmungen die Risiken mit dem Arzt abklären muss. Die teuren und nicht lange haltbaren Medikamente kann sich jeder selber beschaffen, statt die Verantwortung dem Hüttenwart und den Bergkameraden zuzuschieben.

Ich bin über 70, habe keine Allergien und esse, was die Natur hergibt. Die heutige Gesellschaft ernährt sich vegetarisch oder vegan und schluckt Pillencocktails der Pharmaindustrie. Als wir noch mit Suppenbeutel, Trockenfleisch und Brot die Hütten besuchten, gab es kein Wunschkonzert, und wir waren alle zufrieden und kollegialer. Heute zählt Leistung und Zeit, aber die Schönheit der Natur wird nicht gesehen. Es ist im Trend, mit der Kreditkarte im Sportgeschäft die teuerste Ausrüstung zu kaufen. Wie man das Material einsetzt? Keine Ahnung! Wenn etwas schiefgeht, nimmt man das Natel zur Hand. Ich werde ja abgeholt, und bezahlt wird mit dem Gönnerbeitrag. Die Retter setzen dabei ihr Leben aufs Spiel, aber Hauptsache, ich bin gerettet.

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