Geologische Karte der Schweiz

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Die erste Auflage dieser geologischen Übersichtskarte erschien im Jahre 1894. Seither häufte sich neues Material, gewonnen aus der Kleinarbeit monographischer Bearbeitungen von Gebirgsgruppen, welches einer Neubearbeitung rief, um so mehr, als die erste Auflage erschöpft ist. Die Farbengebung ist bei der zweiten Auflage im wesentlichen dieselbe geblieben: Tertiär gelb, Jura blau, kristalline Schiefer und Granite rot. Wo es irgend anging, wurde die natürliche Felsfarbe gewählt, so helles Gelbbraun für Molasse, dunkles Blauviolett für Bündnerschiefer, welches zugleich dessen Zugehörigkeit zum dunkelblau kartierten Lias angibt und grün für grüne Schiefer und Serpentin. Die Farben sind alle möglichst klar und durchsichtig und im allgemeinen um so intensiver gewählt, je kleiner die damit zu bezeichnenden Flächen auf dem Bilde erscheinen. Aber trotz der großen Anzahl von Farben ( es wurden bei der Reproduktion 23 Farbplatten verwendet ) wirkt das Gesamtbild durchaus nicht buntscheckig, wie bei so vielen geologischen Karten, denn die vorgenannten Grundtöne für die verschiedenen geologischen Stufen sind einheitlich und nicht zu zahlreich, sekundäre Altersstufen werden durch feine Nuancen des Grundtones, Gesteinsvarietäten durch Schraffen oder Punktierung hervorgehoben.

So präsentiert sich das geologische Bild unseres Landes in ruhiger Klarheit. Im Norden der Karte sind noch die Massive von Schwarzwald und Vogesen, unterbrochen durch die Rheintalsenke, sichtbar, dann weiter südlich folgt die Schar der blau und grün kartierten Juraketten von Südwest nach Nordost streichend und auf der Linie Genf-Schaffhausen unter die Molassehügel des Schweizer Mittellandes tauchend. Dann in plötzlich sehr kompliziertem Bau erheben sich die Sedimentketten in gelber, grüner und blauer Farbe in fast gerader Linie von Savoyen bis ins Vorarlberg, gliedern sich über den Tiefengesteinen und kristallinen Schiefern, welche in gewaltiger Ausdehnung im Zentral- und Südgebiet der Alpen zutage treten — ein harmonisches, ja künstlerisch schönes geologisches Gemälde unseres Landes. Wer die schwierigen Probleme der Überschiebungen auf der Karte verfolgen will, findet, um nur ein Beispiel zu nennen, die kristallinische Dent blanche-Decke auf den Sedimenten der Zinalmulde prächtig ausgeprägt.

Hervorgehoben sei noch die entgegen der Tradition, aber dem wirklichen Sonnenstand entsprechend gewählte Südostbeleuchtung der Karte. Ihr Vorkämpfer ist bekanntlich Prof. Albert Heim, unter dessen Oberleitung auch die vorliegende Karte entstanden ist.Hans Bubi ( Sektion Bern ).

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