Georg Bilgeri: Der alpine Skilauf

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Es sei ein gewagtes Unternehmen, nochmals über ein skitechnisches Thema zu sprechen, sagt der Verfasser in der Einleitung; denn Lehrbücher über Skilaufen ( auch das vorliegende ist ein solches ) besitzen wir schon viele und vorzügliche. Dennoch glaubt der Verfasser, „ eine gewisse Berechtigung zu haben, seine Ansichten und Erfahrungen zu veröffentlichen, da er im alpinen Skilauf weder absoluter Anhänger der ausgesprochen norwegischen, noch der Lilienfelder Technik sei ", ferner deshalb, weil „ ein Werk speziell über den alpinen Skilauf, das heißt über die Verwendung der Skier im Hochgebirge, bisher nicht existiert ". Letzteres muß insofern richtiggestellt werden, als unsere bisher besten Skibücher, von Hoek und Paulcke, neben dem Skilauf im Alpenvorland, sich sehr eingehend über den alpinen Skilauf verbreiten, während Bilgeri über den alpinen Skilauf allein berichtet.

Bilgeri geht die ganze Skilauftechnik systematisch durch, so daß trotz mancher begreiflicher Anlehnung an ähnliche Publikationen das Büchlein einen in sich abgeschlossenen Lehrgang bildet. Einiges ist bei Bilgeri aber vollständig neu; so die Beschreibung der kurzen Sommerskier, die „ Ausfallstemmstellung ", das mit Hülfe von Skiern und Ski-stäben hergestellte Biwak im Schnee, die sehr praktische Kursskizze für Marsch im Nebel. Neu ist aber auch eine gewisse Umständlichkeit der Schreibweise, wie der mit unterlaufende Pleonasmus bei der Beschreibung des Christianiaschwungs: „ Die Beine sind fast gestreckt, die Knie wenig gebeugt "; ferner die mangelnde Logik in der Ausdrucksweise: „ Die Bindung wird ungefähr so aufmontiert, daß bei einer Skilänge bis 180 cm. die Fußspitze genau in die Längenmitte des Ski zu liegen kommtoder Unklarheiten, wie: „ Die Breite ( des Ski ) nimmt nach vorne um l1!2-2 cm. zu und ist bei Beginn der Aufbiegung am größten; nach rückwärts nimmt der Ski gleichmäßig um 1/z—1 cm. zu. " Vollends dunkel ist der Sinn der an eine Tourenbindung zu stellenden Forderung: „ Das Skiende soll an den Fuß auf irgend eine Art leicht und gut angefedert werden. Diese Federung soll auch regulierbar sein.Über solche kleine Unebenheiten könnte der Anfänger leicht stolpern, aber sie sind doch nicht derart, daß sie den günstigen Gesamteindruck des inhaltlich recht tüchtigen Büchleins beeinflussen könnten. Dieses darf gewiß jedem Skiläufer, ob Anfänger oder „ Senior ", warm empfohlen werden. Seine Lauftechnik ist so vollständig wie diejenige anderer Lehrbücher, und Bilgeris Ansichten über Skifahrten im Hochgebirge und Abhaltung von Skikursen weisen viele neue und originelle Ideen auf.

Die Illustrationen sind sehr zahlreich und kommen auf dem matten Kunstdruckpapier prächtig zur Geltung.

Bilgeris alpiner Skilauf bildet einen wertvollen Beitrag zur Skiliteratur; er bringt zwar keine neue Technik, wie man aus der Einleitung etwa schließen könnte, hingegen interessiert es doch sehr, zu vernehmen, wie ein erfahrener Mann — man denke nur an die schneidigen Patrouillenläufe unter der Leitung des Oberleutnant Bilgeri — über den alpinen Skilauf denkt. Daß er im großen und ganzen zu denselben Resultaten kommt, wie schon andere vor ihm, beweist nur, daß unsere Sache auf guten Wegen ist.Hans Bubi.

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