Georges Casella: Le sport et l'avenir

Dieses Buch ist hervorgegangen aus einer Umfrage, welche der Verfasser, im Sinne einer in Amerika gegründeten Gesellschaft zur Hebung der physischen und intellektuellen Gesundheit der menschlichen Kasse, an eine Reihe bekannter französischer Schriftsteller gerichtet hat, um zu erfahren, was sie über diese Frage denken und welchen Sport sie persönlich seit ihrer Jugend betreiben. Die Antworten stellt dann der Verfasser nach den verschiedenen Kategorien des Sports zusammen, versieht sie mit seinen Anmerkungen und zieht seine Schlüsse. Das alles ist trotz der „ race humaine " nur auf Frankreich bezogen, aber auf diesem beschränkten Gebiete scheint mir die Auskunft ziemlich vollständig. Natürlich werden die Leute nicht einig, aber gerade dies macht den Reiz der Lektüre aus. Der Alpinisme ist unter den „ sports de voyage " eingereiht und nimmt quantitativ mit seinem Anhang: Le ski et les sports d' hiver einen ziemlichen Raum ein ( 28 Seiten ). Aber die Qualität ist gering. Der Verfasser kennt die alpine Literatur, von der er viel Aufhebens macht, nur in der französischen Sprache, von der deutschen, englischen und italienischen nur das, was in französischen Übersetzungen erschienen ist, und manches überhaupt nur aus zweiter und dritter Hand. So kommt es denn zu unglaublichen Fehlern. So soll Eugène Rambert mißer den Ascensions et souvenirs „ une quinzaine de volumes sur les Alpes suisses " geschrieben haben; Petrarka besteigt am 26. April 1335 „ mit dem Enthusiasmus eines Neophyten und eines Alpinisten den schon von Titus Livius besungenen Mont Ventouxauf dem nämlichen Berge wandelt Goethe „ in den Spuren seines glorreichen VorläufersJohn Ruskin soll „ den Alpinisten den Vorwurf gemacht haben, sie betrachteten die Gipfel nur als einen eingeseiften KlettermastJean-Jacques Rousseau soll „ der begeisterte Sänger der von Schneegipfeln eingerahmten Hochtäler " gewesen sein; die Schauerbeschreibung eines nicht näher definierten Gletschertals bei G. S. Gruner wird von M. Casella auf Grindelwald bezogen und außerdem „ G.S.

Gruner ( de Berthoud ), Die Eisgebirge des Schweizerlandes, 1760 " offenbar mit dem Dekan Joh. Rud. Gruner verwechselt, der ebenfalls an diesem Unsinn unschuldig ist; Bruzen de la Martinière soll eine Phrase über die „ von der Sonne nie erreichten Schnee- und Eismassen in den Höhlen der Berge " im Dictionnaire géographique du dix-huitième siècle in Bern geschrieben haben usw. Selbst über den Club Alpin Français scheint M. Casella schlecht unterrichtet, wenn wir page 95 lesen: „ M. Delbruck est sans nul doute un alpiniste. Combien pouvons-nous en conter aujourd'hui en France? Très peu, à coup sûr. " Das ist nicht schmeichelhaft und auch unbillig. Auch von den lange vor dem Concours in Chamonix von 1909 einsetzenden Versuchen der französischen Heeresleitung, den Ski bei den alpinen Truppen einzuführen, scheint der sonst patriotisch gesinnte Verfasser herzlich wenig zu wissen.Redaktion.

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