Gottfried Straßer: Das Berner Oberland und Illustrierter Führer der Berner Oberland-Bahnen

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Gottfried Strasser: Illustrierter Führer der Berner Oberland-Bahnen. Wackernagel, Basel 1892.

Es kann nicht Aufgabe des Jahrbuches S.A.C. sein, Referate über Publikationen zu bringen, welche der sogenannten Reklamelitteratur angehören oder nahe stehen, und wenn für die oben verzeichneten Broschüren hier eine Ausnahme gemacht wird, so wird der Leser selber denken, daß es geschehe, weil sie von dem bekannten „ Gletscherpfarrer " verfaßt sind, also Anspruch auf Beachtung machen können. Der Text ist wirklich in beiden lesenswert, und es wird uns über Land und Leute in einem angenehmen Plauderton manch Wissenswürdiges mitgeteilt, abgesehen von den rein praktischen Angaben, wie Hoteladressen, Tarife, Gletscher- und Bergtouren etc. Das Historische, z.B. in dem Abschnitt: Zur Geschichte der Lütschinenthäler, genügt freilich strengeren Anforderungen nicht, und mit dem vorhandenen Material hätte eine genauere Darstellung gegeben werden können. Die meisten Käufer dieser Büchlein werden freilich die Gelehrsamkeit wenig schätzen. Wissenschaftlich wertvoll sind im „ Illustrierten Führer " die Abschnitte: „ Die Vegetation der Thäler von Lauterbrunnen und Grindelwald " von Dr. E. Fischer und „ Populär-Geologisches " von Prof. A. Baltzer. Am geringsten sind in beiden Büchlein die Illustrationen; im „ Illustrierten Führer " taugen eigentlich nur die beiden geologisch kolorierten Lichtdrucke etwas, und auch im „ Berner Oberland " kommen Bilder vor, die man von dem Bruckmann'schen Verlag sonst nicht gewohnt war. Selbst arge Nachlässigkeiten in der Bezeichnung der Bilder sind zu rügen. So steht unter einem Ausblick aus der Kanderschlucht nach Kandersteg mit dem Hotel Bären im Vordergrund „ Das Gasternthalein Blick auf Jungfrau und Mönch von einem beliebigen Punkt am Rügen ist bezeichnet als „ Heimwehfluh ", und ein ähnlicher auf Jungfrau, Mönch und Eiger, ebenfalls aus dem Bödeli aufgenommen, als Wengernalp. Bei so weltbekannten Punkten sollte man sich so schnöde Scherze nicht erlauben.Red.

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