H. A. Tanner: Führer für Forno-Albigna-Bondasca

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Mit zahlreichen Bildern nach photographischen Aufnahmen des Verfassers, einem Titelbild nach Giovanni Segantini und einer Kartenwiedergabe in 1: 100,000. Basel, im Selbstverlag des Verfassers. 1906.

W. A. B. Coolidge: Illustrierter Führer von Grindelwald. Mit der Generalstabskarte und mehreren Illustrationen. Revidierte Ausgabe. Grindelwald 1906. Preis 2 Fr.

Seit Herr A. v. Rydzewsky, zu meinem Bedauern, seine Beiträge an das Jahrbuch eingestellt hat, ist über die südlichen Bergeller Berge nichts mehr zu meiner Kenntnis und Benutzung gelangt, so daß ich das Erscheinen des Tannerschen Führers, der sich als „ Beiträge zur Erschließung der südlichen Bergeller Berge " ankündigt, lebhaft begrüße. Der Bergeller Führer ist nicht in der Art der Climbers'Guides oder des Glarner und Urner Führers gemacht, sondern er sucht das touristisch Notwendige mit dem besteigungs- und landesgeschichtlichen, auch dem naturwissenschaftlichen Momente zu verbinden und so in handlicher Form ein möglichst vollständiges Bild dieser Berglandschaft zu bieten als Ergänzung zu den vorhandenen aber ungenügenden Reisehandbüchern. Zu diesem Zwecke hat sich Herr Tanner Beiträge zu verschaffen gewußt von dem Grafen Franc. Lurani-Cernuschi, was umsomehr zu bedeuten hat, weil Herr Tanner am rechtzeitigen Besuch der Masinotäler verhindert war und nur den Grenzkamm besuchen konnte, von Christian Klucker, Martin Schocher und vielen andern, unter denen auch der Rezensent mit seiner gewiß recht bescheidenen Gabe genannt ist. Eine geologisch-mineralogische Skizze hat Dr. Chr. Tarnuzzer beigesteuert, einen geschichtlichen Rückblick Präsident G. Giovanoli in Soglio. Von der Fülle und Brauchbarkeit des so Gebotenen ist man überzeugt, auch wenn man keine Nachprüfung im Terrain vornehmen kann, wenn man einzelne Angaben im Führer etwa mit den betreffenden Stellen in Studers „ Über Eis und Schnee ", 2. Auflage, Band 3, vergleicht. Herr Tanner gibt nicht nur die Besteigungsgeschichte, soviel ich sehen kann, komplett, sondern er berichtigt auch die Angaben des topographischen Atlas an einigen Stellen, und gibt Auskunft über vorhandenes Skiterrain, Clubhütten, Unterkunftsverhältnisse, Zugänge und Wege ( die neue Sciorahütte wird geradezu als Anlaß für die Herausgabe des „ Führers " genannt ) u. s. w. Ferner fehlen nicht Führerverzeichnisse, Réglemente und Tarife. Der praktische Teil, die sogenannte Wegleitung, ist geteilt nach den drei im Titel genannten Tälern und innerhalb derselben nach den Rubriken: Kleinere Ausflüge, Pässe und Gipfel. Sehr verdienstlich ist auch pag. 50 ff. der Abschnitt Nomenklatur, worin der Versuch gemacht wird, die im Siegfr. von den aufnehmenden oder revidierenden Topographen aus dem Bergeller-dialekt in fragwürdiger Weise italienisierten Berg-, Alp- und andere Ortsnamen nach Schreibweise und Aussprache richtig zu stellen und etymologisch zu erklären. Man lese namentlich die von Giov. Maurizio in Vicosoprano stammende Belehrung über die das Albignatal betreffenden Namen ( pag. 54-56 ). Die Übertragung dieser Korrekturen auf die Siegfr. Blätter würde allerdings eine wahre Revolution in der Nomenklatur derselben hervorrufen. Wenn ich noch bemerke, daß der „ Führer " hübsch illustriert ist und im Anhang ein paar gut geschriebene Fahrtberichte enthält, so glaube ich zur Empfehlung des Büchleins das Mei-nige getan zu haben.

Einer solchen bedarf es nun nicht für den Illustrierten Führer von Grindelwald, der nur eine revidierte Auflage des von mir im Jahrbuch S.A.C. XXXVI, pag. 335, besprochenen kleinen und nützlichen Buches ist. Es freut mich, daß eine Neuauflage notwendig wurde. Nicht alle „ Führer " finden solchen Lohn und Absatz, aber freilich sind Fr. 2 für das Büchlein mit einer brillanten Karte auch ein Spottgeld.

Redaktion.

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