Hans Peter Duttle als Vorreiter von leichten Expeditionen

Zum Artikel «Versuch eines Ausbruchs. Wie ein Schweizer illegal den Everest bezwingen wollte», in «Die Alpen» 11/2014

Mit grossem Interesse, Vergnügen und nachträglicher Gänsehaut habe ich den Artikel mit Hans Peter Duttle über das verrückte Abenteuer gelesen, auf das er sich zusammen mit drei amerikanischen Kameraden 1962 auf der Nordseite des Everest einliess. Wie der Artikel in Erinnerung ruft, wurde das haarsträubende Unternehmen in Bergkreisen sehr kontrovers aufgenommen. Mein Bruder, meine Kletterfreunde und ich, alles Bergverrückte und ein bisschen Anarchisten, waren, als wir das Buch lasen, fasziniert von der Unverfrorenheit der vier Abenteurer. Sie waren offensichtlich ungenügend ausgerüstet und technisch zu wenig sattelfest, aber bereit, jedes Risiko auf sich zu nehmen (einschliesslich des Verstosses gegen das Verbot der Behörden, das ja auch noch dazukam!), um ihre Sehnsucht zu stillen. Ihre Expedition, die uns faszinierte, war ein Extrembeispiel für die Macht des Geistes und des Willens. Woodrow Wilson Sayre, der die Vornamen seinem Grossvater, dem amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, verdankt, war Philosophieprofessor, Norman Christian Hansen Anwalt, die beiden anderen studierten. Alle waren sie also Intellektuelle. Und obschon diesen Don Quichottes des Alpinismus das Glück mächtig beistand, sodass sie überlebten, zeigten sie dennoch auf, was mit Miniexpeditionen möglich ist und lieferten gleichzeitig eine eindrückliche Illustration des Mottos von Mummery: ­Where there is a will, there is a way!

Feedback