II. Literatur- und Excursionsnotizen

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IL Literatur- und Excursionsnotizen Das hier folgende Literaturverzeichniss kann selbstverständlich keinen Anspruch auf wirkliche Vollständigkeit machen, doch glaube ich, dass Avenigstens wichtige Arbeiten mir nicht entgangen sind. So viel möglich füge ich in kurzen Worten den Inhalt der citirten Werke bei.

1. Geologie.

Arnold Escher v. d. Linth hat eine treffliche Beschreibung des geologischen Baues der Gebirge unseres Gebietes in dem « Gemälde der Schweiz » 1846 geliefert. Der VII. Band dieses Sammelwerkes betrifft den Kanton Glarus, der zweite Abschnitt davon « Gebirgskunde » ist von Escher geschrieben und von einer geologischen Karte begleitet. Escher bespricht zuerst die krystallinischen Gesteine und diejenigen Sedimente, welche unter dem Sernifit liegen, hernach den « veränderten Kalk », jenes oben erwähnte Kalkband, das überall am Hausstock, Kärpfstock etc. über dem eocenen Hauptgebirge und unter der Sernifitdecke liegt, den Sernifit und endlich die über demselben liegenden versteinerungs-reichen Sedimente. Es folgt ein Kapitel über die Mineralien, die nutzbaren Mineralien und Gesteine, und endlich eine sehr merkwürdige Statistik der zahlreichen kleineren Erdbeben, welche im Kanton Glarus verspürt worden sind.

B. Studer, Geologie der Schweiz. 1851. In Bd. I, pag. 179—180 werden die krystallinischen Gesteine der Tödigruppe bei Anlass der allgemeinen Darstellung der Verhältnisse des Finsteraarcentralmassives nach ihrer Beschaffenheit und Lagerung beschrieben; pag. 418 bis 432 bespricht die Verrucano- ( Sernifit- ) Bildungen unseres Gebietes. Bd. II, 183 — 185 erläutert mit Hülfe einiger schematischer Profilskizzen die Lagerungsverhältnisse desselben.

Oswald Heer, Prof. « Arnold Escher v. d. Linth. Zürich, 1873 » enthält von pag. 168 — 193 eine aus Escher's Tagebüchern zusammengestellte Uebersicht über Escher's Forschungen im Kanton Glarus und die südlich angrenzenden Gebiete von Graubünden.

Theobald beschreibt im « Jahresbericht der naturf. Gesellschaft Graubündens, Neue Folge, XIII. Jahrgang, 1867—1869 » den « Brigelser Stock » und im XIV. Jahrgang den Kistenpass und seine Umgebungen nach Gesteinen und deren Lagerung. Beide Aufsätze sind von je einer Tafel mit einem Profil begleitet.

Theobald, « Geologische Uebersicht der Rhätischen Alpen. 1. Tödikette » im III. Jahrbuch des S.A.C. 1866.

Baltzer. « Der Glärnisch, ein Problem alpinen Gebirgsbaues, Zürich bei C. Schmid, 1873 » ( ganzes Buch ) streift ebenfalls unser Gebiet, indem der Zusammenhang des Glärnisch mit den umliegenden Gebirgsmassen erläutert wird, und überdies das Südgehänge des Glärnisch theilweise noch in unsere Karte fällt. Das Buch ist von vielen genauen Ansichten, Profilen und einer geologischen Karte des Glärnisch in 1: 50,000 begleitet.

Baltzer. « Ein Beitrag zur Kenntniss der Glarner-schlinge » Aufsatz im « Neuen Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie » 1876. Der Verfasser führt verschiedene Belege an für die Existenz der oben beschriebenen mächtigen Doppelfalte und erläutert dieselbe durch eine Tafel, die neben einem Profil eine Reihe charakteristischer Abbildungen enthält, welche die Falten des Eocenen und die Ueberlagerungen des- selben durch Kalk und Sernifit zeigen ( Hausstock, Mättlestock, Ruchen etc. ).

G. vom Rath, Geogn. und mineral. Beobachtungen im Quellengebiete des Eheines. Zeitschrift der deutschen geol. Gesellschaft 1862. ( Aufsatz. ) Heim, Geologische Üebersicht der Tödi-Windgellen-gruppe im VII. Jahrbuch des S.A.C. 1872, mit einer Tafel. ( Aufsatz. ) Heim, Notizen aus den geol. Untersuchungen für Blatt XIV, Vierteljahresschrift der naturf. Gesellschaft Zürich, XVI, Heft 3, mit einer Tafel. ( Aufsatz. ) Heim, « Ueber den Mechanismus der Gebirgsbildung im Anschluss an die geologische Monographie der Tödi-"Wìndgellengruppé » mit einem Atlas. Es enthält dies Werk eine geol. Karte der Tödi-Windgellengruppe im Massstäbe 1:100,000, mehrere Tafeln mit geologischen Profilen und Gebirgsansichten.

Salis, Fr. v., Notanden über erratische Erscheinungen im Rheingebiet. Jahrbuch X des S.A.C.

SaHs, BY. v., Die Verwitterung im Hochgebirge Graubündens, VI. Jahrbuch des S.A.C. 1869.

Theobald, Gipfelgesteine, VI. Jahrgang des S.A.C.

In vielen Werken, die sich eine weiter gefasste Aufgabe stellten, wie in Heer's Urwelt der Schweiz, Studer's Index zur schweizerischen Pétrographie etc., findet sich ebenfalls Auskunft über gewisse Partieen unseres Gebietes; es können aber hier selbstverständlich nur diejenigen Werke einzeln genannt werden, welche unser Gebiet zum speziellen Gegenstand der Besprechung machten.

2. Physikalische Geographie und Landwirthschaft.

Heinrich Pf endler, Pfarrer in Schwanden, « Gründliche Beschreibung der hohen Bergen, sammt deren sich darauf befindenden Fruchtbarkeit, wilden Thieren, deren Natur und andere Wunderdingen, 1G70.

J.li. Steimnüller, Pfarrer in Gais, Beschreibung der schweizerischen Alpen und Landwirthschaft, I. Band Kanton Glarus; Winterthur 1802.

J. M. Schuhrr, Pfarrer auf Kerenzen, « Die Linth-thäler ». Zürich 1814.

Prof. O. Heer hat im « Kanton Glarus » aus dem « Gemälde der Schweiz » im dritten Abschnitt des ersten Theiles eine Darstellung der klimatischen Verhältnisse mit Bemerkungen über die Quellentempera-turen des Kantons Glarus niedergelegt; im 1. Abschnitt des gleichen Bündchens unter der Ueberschrift « Erdbeschreibung » ist von Berg und Thal, von den Höhlen und Windlöchern, den Gletschern ( Beschreibung und Geschichtliches ), den Quellen und Brunnen, Flüssen und Bächen, Brücken, Seen die Rede. Das Buch erschien 1846.

G. Tlit'obald, der Pflanzenwuchs des Hochgebirges im Kampfe mit Gletschern und Firnschnee. Jahrbuch des S.A.C. 1867 — 1868.

Pater Placidus ù Spescha. Clima der Alpen am Ende des vorigen und im Anfang des jetzigen Jahrhunderts, 1818, im Jahrbuch des S.A.C., Band V, mit dem Portrait des Verfassers. Auf Reisen in unserem Gebiete hat derselbe das in diesem Aufsatze niedergelegte Beobachtungsmaterial gesammelt.

/. Coaz, Ueberblick über das Excursionsgebiet, und v. Sprecher, Kurzer Abriss einer Geschichte des bündnerischen Oberlandes im X. Jahrgang des S.A.C. betreffen oder streifen doch theilweise unser Excursionsgebiet in seinen südlichen Theilen.

3. Botanik und Zoologie.

Auch hier ist unser Hauptwerk wiederum der Kanton Glarus von O. Heer und Blumer aus dem « Gemälde der Schweiz ». Im Bd. I, Abschnitt 5 ist die Thierwelt, Abschnitt 4 die Pflanzenwelt beschrieben. Der Charakter der Flora wird zuerst in allgemeiner Uebersicht dargestellt, dann folgt eine Statistik der Arten, die Pflanzenwelt nach Gebirgsarten und Lokalitäten und verglichen mit den Nachbargebieten.

Hegetschweiler, « Bemerkungen über die Vegetation des Kantons Glarus » findet sich in den « Reisen in den Gebirgsstock etc. » Dr. O. Heer, Die Vegetationsverhältnisse des südöstlichen Theiles des Kantons Glarus in den « Mittheilungen aus dem Gebiete der theoretischen Erdkunde ». 3. Heft, Zürich 1835—1836. Es ist dies ein Versuch, die pflanzengeographischen Erscheinungen der Alpen aus klimatischen und Bodenverhältnissen abzuleiten.

Dr. O. Heer, Geographische Verbreitung der Käfer in den Schweizeralpen, besonders nach ihren Höhenverhältnissen. I. Kanton Glarus in den « Mittheilungen aus dem Gebiete der theoret. Erdkunde ». 1. Heft.

Am Stein über Dipteren, Myriapoden und Crustaceen Graubündens, Jahresbericht der liaturf. Gesellschaft Graubündens TI, V, 1857—1860.

Am Stein, Verzeichniss der Land- und Wassermollusken Graubündens. Jahresbericht der naturf. Gesellschaft Graubündens III, VII, 1858—1862.

O. Heer, Ueber die obersten Grenzen des thierischen und pflanzlichen Lebens in den Schweizer Alpen. XL VII. Neujahrsblatt der naturf. Gesellschaft Zürich, 1845.

Rösch, Aufzählung der in Bünden bisher entdeckten Bergpflanzen in der Alpina von Steinmüller, II, 1807.

Moritzi, die Gefässpflanzeu Graubündens. Neue Denkschriften der Schweiz, naturf. GesellschaftIII, 1839.

Kilüas, Nachträge hierzu. Jahresbericht der naturf. Gesellschaft Graubündens I, 1856; III, 1858; V, 1860.

Kilüas, Kryptogamen Graubündens. Naturf. Gesellschaft Graubündens IV, 1849; VI, 1861.

Brügger, Beiträge zur rhätischen Laubmoosflora. Jahresbericht der naturf. Gesellschaft Graubündens VII, 1862 und Bericht über 18 kleinste Algen der rhätischen Alpen. 1863.

4. Karten.

Mappa glaronensis territorii, in Scheuchzer von 1746.

Karte von Walser 1768.

Karten in den Chroniken des Kantons Glarus von Tschudi und Trümpi.

Meyers Schweiz. Atlas.

Keller, Karte im helvetischen Almanach 1809.

Escher, geologische Karte des Kantons Glarus im « Gemälde der Schweiz ».

Escher und Strider, Geologische Karte der Schweiz, ( Grundlage ist die Ziegler'sche Karte ) 1:380,000. 2. Auflage 1870.

- J. M. Ziegler, Karte des Kantons Glarus in 1:50,000 mit Curven von 30 zu 30 Meter und in der 2. Auflage Schraffur nehen den Curven, Vertikalbeleuchtung, 1868.

Karte des Kantons St. Gallen in 1: 25,000 mit Schraffur und Curven von 100 Meter Vertikalabstand, Gebirgszeichnung in Vertikalbeleuchtung von Ziegler und Eandegger. Die südlichen Blätter enthalten Theile umseres Gebiets.

Excursionskarte des S.A.C. in 1: 50,000, gestochen von Leuzinger, 1863. Es enthält dieselbe neben der Schraffur noch Curven von 300 Meter Vertikalabstand und ist mit W. Beleuchtung dargestellt.

Eidgenössischer Atlas in 1: 100,000, Blatt XIV., Schraffur und W. Beleuchtung.

Eidgenössischer Atlas im Massstab der Originalaufnahmen 1: 50,000, gleich Excursionskarte für 1876. Blatt 400, 401, 404 und 405.

So wie im Laufe dieses Sommers diese Blätter an die Alpenclubisten abgegeben werden können, sind sie « revidirt », allein, wie ich mich durch Vergleich eines ersten Abdrucks mit den vorangegangenen Ausgaben ( Blatt XIV, Zieglers Kanton Glarus, Leuzingers Clubkarte 1863 ) überzeugte, haben sie in den Formen der Gehänge, in der Vertheilung von Fels und Grashalde oder Schnee und Gletscher etc. denngch alle wesentlichen Fehler der älteren Publikationen getreu beibehalten, während nur die Höhenzahlen wirklich revidirt erscheinen. Die * Revisionen » werden überhaupt ge- wohnlich etwas zu leicht genommen und zu rasch ausgeführt. Hoffentlich wird eine zweite Kevision durch Augen, welche die Felsformen scharfer aufzufassen im Stande sind, und deren Arbeit von wissenschaftlichen, besonders geologischen Kenntnissen und von der nöthigen Gewissenhaftigkeit unterstützt wird, nicht lange auf sich warten lassen.

5. Reisebeschreibungen.

i. Ausserhalb der Jahrbücher des S.A.C.

Schcuclizer, Naturgeschichte der Schweiz, Zürich 1746, Bd. II, von Seite 56 ab.

Helvetischer Kalender für Ì783, von Seite 130 ab ', Reise in den Kanton Glarus.

C. Schütz aus Sigmaringen, Reise von Linththal über die Limmernalp nach Brigels, Zürich 1812. Unter der « Limmernalp » sind offenbar die Alpen Rinkenthal, Nüschen und Mutt am Kistenpasse verstanden.

Dr. J. Hegetschweiler, Reisen in den Gebirgsstock zwischen Glarus und Graubünden in den Jahren 1819, 1820, 1822, Zürich 1825.

K. Kasthofer, Bemerkungen auf einer Alpenreise 1825, pag. 90—105.

Hirzel-Escher, Wanderung in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz, Zürich 1829.

G. Studer, M. Ulrich, J. Weüenmann und Zeller-Horner, Berg- und Gletscherfahrten in den Hochalpen der Schweiz. Der 1. Band, 1859, enthält eine Ersteigung des Tödi von M. Ulrich, der 2., 1863, einen Nachtrag dazu und einen Aufsatz über die Clariden.

G. Studer, Berner Taschenbuch, Jahrgang 1863, der Kammerstock.

G. Studer, über Eis und Schnee, ist eine Darstellung der Geschichte der ersten Ersteigungen der höchsten Alpengipfel, die erste Abtheilung betrifft von pag. 282 an unsere Gruppe.

Neujahrsblatt der naturforschenden Gesellschaft, Zürich i860, beschreibt einen Uebergang über den Hüfigletscher und gibt dazu eine Abbildung. Der erste Uebergang vom Linththal nach dem Maderanerthal über die Clariden scheint in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts, vielleicht der 1835 durch Herrn Zeller-Horner ausgeführte gewesen zu sein.

G. Theobald, das Bündneroberland, Chur 1861 ( mit vielen Holzschnitten ).

Dr. Simmler, der Tödi-Rusein, Bern 1863. Mit Karte und Farbendruckbildern.

Dr. Simmler, der Hochkärpf, Glarus 1862.

E. Rambert, « les Clarides », in den « Alpes Suisses », Genève 1866.

Alpenpost, z.B. Bd. V, pag. 110-113, Jahr 1873. Gemsfayrenstock etc.

Berner Intelligenzblatt, 1853.

Ball, Peaks, Passes and Glaciers — 3 Bd., z.B. Bd. I.

The Alpine Journal. Vergleiche hierüber:

Rütimeyer, Literatur, Jahrb. des S.A.C. III. Jahrg.

2. In den Schriften des S.A.C. publizirte Reisebeschreibungen.

An die betreffenden Citate werde ich, wo es mir passend erscheint, jeweilen Bemerkungen über den 20 Stand der bisher ausgeführten Ersteigungen und über noch zu lösende Aufgaben beisetzen.

I. Jahrbuch.

Th. Simmler, Bericht über die Excursionen im offiziellen Gebiete während des Sommers 1863.

— Ersteigung des Tödi-Rusein durch die Porta da Spescha.

E. Frey-Gessner, die Clariden.

Eugène Rambert, note sur l' ascension des Clarides le 13 Août 1863.

Es ist dies die erste Ersteigung, sie fand wie alle seitherigen von der Hochfläche des Claridenfirn und Hüfigletschers aus statt; man kann vom Claridenfirn in westlicher oder vom Hüfigletscher in östlicher Richtung den Gipfel gewinnen. Die bisherigen Versuche, die Clariden vom Klausenpass aus zu ersteigen, sind alle an dem Hinderniss der merkwürdigen Eiswand gescheitert, welche, schon von der ebenen Schweiz und den Höhen des östlichen Jura aus sichtbar, sich oben auf den Felsgrat vorschiebt. Doch dürfte vom Urnerboden aus weiter östlich ein solcher kurzer Weg auf die Clariden über die Gemsfayrenalp oder den alten Bergsturz des « Teufelsfriedhof » und den nördlichen Claridengletscher zu finden sein — ich möchte dies als eine eines Clubisten würdige Aufgabe bezeichnen. Im Jahre 1864 wurden auch die beiden ersten Ersteigungen des zu den Clariden gehörenden westlichen Gipfels, des Kammlistockes, von Herrn C. Hauser in Glarus und von Dr. Baltzer in Zürich ausgeführt. Hauser stieg über den Griesgletscher in die Lücke zwischen Scheerhorn und Kammlistock und erklomm dessen Südabsturz.

C. Hauser: der vordere Selbsanft, die erste bekannte Ersteigung desselben. Punkte, von welchen herunter wie hier der Blick über eine ununterbrochene kahle Felswand von 1800 Meter Höhe in 's schöne grüne Thal reicht, sind nicht häufig zu finden.

Abr. Roth, G. Sand und Raillard-Stähelin, erste Ersteigung des Bifertenstockes.

Es ist wiederum eine Aufgabe künftiger clubistischer Thaten, auf den Bifertenstock noch andere " Wege zu finden. Dass die Ersteigung vom Frisalgletscher aus möglich sei, bestritt mir zwar vor einigen Jahren der jetzt verstorbene treffliche Brigelser Gemsjäger Cathomen, ich bin dennoch der Ansicht, dass ein Versuch nicht erfolglos sein dürfte. Gelingt er, so kann der Bifertenstock auch vom Puntaiglasgletscher aus erreicht werden, indem man von da aus zwischen den Piz Frisal und Bifertenstock und so auf den obersten Theil des Frisalgletschers gelangen kann. Ein Aufstieg vom ( jriesgletscher aus wird gewiss nicht unmöglich sein. Es ist zu bedauern, dass Selbsanft und Bifertenstock wegen des weitläufigen Zuganges zum Limmerntobel von Norden so ferne liegen. Eine Hütte im Limmernboden würde dem Uebelstande um Vieles abhelfen. Eine Ersteigung des Selbsanft ist, wie ich dies aus eigener Erfahrung weiss, von Brigels aus oder von der Alp Robi leichter und rascher zu bewerkstelligen, als von Linththal oder Nüschen, indem es auf einigen Felsbändern ganz leicht ist, westlich vom Kistenstöckli auf den obern Theil des Limmerngletschers zu gelangen.

Der Mittelselbsanft ist wohl zuerst von Weilenmann erstiegen worden. Im Jahre 1863 wagten es Herr Scheuchzer-Dürr und Begleiter Angesichts eines Gewitters zwischen dem Selbsanft 3024 und dem Scheibenstock 2981 durch ein enges steiles Felsenkamin nach dem Tentiwang und Bifertengletscher hinunterzusteigen. Von Linththal aus wäre der kürzeste Weg auf den Bifertenstock durch dieses Kamin, das « Griesloch », auf den Griesgletscher zu gelangen und von da auf den Bifertenstock. Die Sektion Tödi des S.A.C. hat im Sommer 1876 diesen Weg mit glücklichem Erfolge eingeschlagen.

Simmler, Bemerkungen zur Excursionskarte in den « kleineren Mittheilungen ».

Zu den meisten artistischen Beigaben des ersten Bandes ist die Bemerkung nothwendig, dass man bei Aufsuchung eines Weges der Karte trotz den Fehlern, die sie noch enthält, meistens viel besser trauen darf, als den Ansichten.

III. Jahrbuch.

R. Lindt, die Excursionen im Tödigebiet.

C. Hauser, der Piz Tumbif. Der Verfasser stieg von Alp Tscheng über das leicht zu erreichende und nicht selten besuchte östliche Brigelserhorn, 3060 ( auf der neuen Karte als Piz Tumbif bezeichnet ) uud den scharfen Röthikalkkamm nach dem mittleren, 3217 ( früher Piz Tumbif, jetzt Cavestrau pin ), und sein Führer Rud. Eimer noch von da über den Grat nach dem westlichen höchsten ( 3250, Piz Breil oder Cavestrau grond ). Diese beiden Ersteigungen müssen wohl als erste bezeichnet werden. Vom Piz Tumbif stiegen sie durch eine steile Rinne unmittelbar südlich in 's Val Puntaiglas. Der westlichste Gipfel der Brigelserhörner ( jetzt Crap grond, früher Piz Puntaiglas, 3196 ) ist wahrscheinlich noch unerstiegen. Bei günstiger Beschaffenheit des Gletschers ist es sicher leichter, durch Val Frisai als über Alp Tscheng auf den höchsten Punkt und den Piz Puntaiglas zu gelangen; doch ist die Tour bis jetzt meines Wissens noch nicht ausgeführt worden.

C. Hauser, Stockgron und Porta da Gliems. Es bleibt immer noch ungewiss, ob die ersten Ersteiger des Tödi und zwar wahrscheinlich des höchsten Gipfels, die Führer von Spescha, Namens Curschellas und Bisquolm, durch die Porta da Spescha oder da Gliems auf den Tödi gelangten. Im Juni 1865 erstiegen die Engländer Moore und Walker mit Anderegg den Tödi durch die Gliemspforte; am 14. Juli des gleichen Jahres fand Herr Hauser eine Inschrift der Herren « Harigut, Stoeri und G. B. Man », während er selbst etwa eine Woche später von Val Gliems durch die Porta da Gliems nach dem Grünhorn gelangte.

A. Heim, Uebergang von Val Gliems auf den Puntaiglasgletscher und Ersteigung der Lücke zwischen Bifertenstock und Bündner Tödi.

V. Jahrgang, 1868 - 1869.

Hauser, Ersteigung des Piz Urlaun. Im Jahr 1793 schon hatte der Pater Placidus den Urlaun von der Südseite erstiegen ( in 's gleiche Jahr fällt dessen erste Ersteigung des Oberalpstockes ). Am 11. Juli 1865 ist derselbe von den Engländern Freshfield, Blackhouse und Tuckett erstiegen worden. Dieselben gelangten von Trons über den Puntaiglas hinauf; ob sie über den südlichen Ausläufer oder unmittelbarer emporstiegen, ist mir unbekannt. Den Rückweg nahmen sie über den Gliemsgletscher nach Dissentis. Herr Hauser in Glarus hat den Urlaun zum ersten Male von der Seite des Bifertengletschers angegriffen, und es ist ihm die Ersteigung gelungen. Inwiefern der Grat vom Bündnertödi nach dem Piz Urlaun gangbar sein mag, ist bis zur Stunde unermittelt geblieben.

Speich, der Bündnertödi. Erste Ersteigung. Es fand dieselbe von der Lücke zwischen Bifertenstock und Bündnertödi aus statt, welche vom Puntaiglasgletscher aus Heim 1865 erreicht hatte.

Artistische Beilage von Band V, Panorama des Puntaiglasgletschers von A. Heim.

Vr. Jahrgang, 1869—1870.

Hauser, erste Ersteigung des Piz Frisal 1868 und des Piz Ner. Der Frisalstock wurde über den Frisalgletscher gewonnen, der Abstieg von da zuerst gegen Norden gerichtet und dann durch das oben schon erwähnte Couloir zwischen Piz Frisal und Bifertenstock der Puntaiglasgletscher erreicht. Ein ähnliches, gangbares Felskamin verbindet Frisalthal und Puntaiglasgletscher zwischen dem Piz Frisal und Piz Tumbif. Wenn es möglich ist, da durchzukommen, wo ein Eudel Gemsen in raschem Laufe hinauf fliehen kann, so kann der Piz Frisal am direktesten vom Puntaiglasgletscher aus über seinen südlichen Felsabhang erreicht werden.

Der Piz Ner wurde von Trons über Alp Lievras erstiegen. Seine schwarzen Diorit- und Granitmassen zeigen hier eine unglaubliche Zertrümmerung. Der Abstieg geschah nach Val Gliems. Ich glaube, dass der Piz Ner noch von einer dritten Seite, vom untern Ende des Puntaiglasgletschers aus, zum Theil über Gletscher und Schnee in westlicher Richtung steigend, nicht schwierig zu gewinnen ist.

In der Nähe des Piz Ner finden wir noch den -wilden, scharfen, schwarzen Zahn des Mythahorn ( oder Piz Mut, Metahorn 2861 ). Ich konnte keine Kunde von irgend welcher Ersteigung desselben gewinnen. Es wird dieselbe wohl am ehesten von Alp da Lievras aus bewerkstelligt werden können. Durch seine kühne Form und seinen freien Blick durch das ganze Bündneroberland ladet das Metahorn manchen Besucher des Thales ein — aber hier gilt es, sich nicht abschrecken zu lassen.

Dr. F. Schlüpfer, erste Ersteigung der Tschingelspitzen ( « Piz Glisch » oder < Die Mannen > 2850 ). Schläpfer kletterte mit seinen Führern Eimer und Sohn von Südwesten über alle Zacken der Mannen bis auf deren höchste.

C. Hauser, « zur Topographie des Tödi ». In diesem Aufsatze führt der Verfasser alle bis damals entdeckten und ausgeführten Zugänge zum Tödi auf. Die Zahl derselben ist indessen noch etwas grösser und den ausgeführten Wegen können wir noch auszuführende an die Seite stellen. Die ausgeführten Wege sind nach der vollständigeren Zusammenstellung, die ich mir selbst gemacht habe, die folgenden:

1Vom Grünhorn über das linke Ufer des Bifertengletschers und die Hegetschweilerplatte, bisher gewöhnlichster Weg von Linththal aus.

2Grünhorn, rechtes Ufer des Bifertengletschers bis an den Fuss des Piz Urlaun ( Umgehung der Schneerunse ), Hegetschweilerplatte ( den 26. Juli 1866 soviel bekannt zuerst von C. Hauser mit H. und K. Eimer ausgeführt ).

31866 machte der treffliche, leider sehr früh verstorbene junge Linththaler Führer Jakob Steussi einen kürzern und sicherern Zugang zum Tödi vom Grünhorn über die linke Seite des Bifertengletschers direkte hinauf auf das obere Gletscherplateau ausfindig. Es hat derselbe den Vorzug, dass die durch Herabfallen von Eistrümmern gefährliche Stelle viel rascher passirt werden kann.

4Von der Alp Kusein durch die Porta da Spescha ( zwischen Stockgron und Piz Mellenwahr-scheinlich zum ersten Mal durch Pater Placidus a Spescha und seine Führer Bisquolm und Curschellas 1824 betreten, nachdem Placidus den Stockgron schon 1788 ( erste Ersteigung ) vom Gliemsgletscher — wahrscheinlich von der Porta da Gliems gewonnen hatte. Zum zweiten Male ist die Porta da Spescha und dabei der Piz Mellen von den Herren Hauser, Simmler und Lindt 1863 begangen worden.

5Vom Val Gliems über den Gliemsgletscher durch die Porta da Gliems östlich am Stockgron vorbei über das obere Firnfeld des Bifertengletschers. ( Erste Begehung, wenn nicht 1824 durch die Führer von Placidus, dann 1865 im Juni durch die Engländer Moore und Walker mit Anderegg beim Absteigen vom Tödi. ) 5 ) Von Alp Rusein, anstatt des weiten Umweges, durch Val Gliems direkt aufwärts an den Grat zwischen dem gelben Stock Pintga und den Stockgron, dann über diesen Grat südlich vom Stockgron auf den obersten Theil des Gliemsgletschers und in die Porta da Gliems. Dieser Weg von der Alp Rusein aus ist jedenfalls der leichteste Zugang zum Tödi. Verfasser hat denselben 1868 mit Prof. Theobald ohne Führer bis etwa eine Viertelstunde unter die Porta da Gliems verfolgt, er ist dadurch an den ausgeführten Weg Nr. 5 angeknüpft. Unsere geologischen Untersuchungen veranlassten uns damals, nicht bis in die Porta selbst zu gehen, sondern quer über den Gliemsgletscher gegen den Südfuss des Piz Urlaun zu schreiten. Meines Wissens ist der Tödi niemals auf diesem Wege von unten bis oben erstiegen worden.

7Von Alp Rusein über den Bleisasverdasgletscher hinauf zwischen Tödi und Bleisasverdas durch die enge Schneeschlucht und das Felsenthor der « Ruseinpforte ». Erste Begehung bei Nebel und Schneesturm im Absteigen 1866 durch die Engländer Freshfield und Tucker.

8Die Eis- und Schneekehle der Ruseinpforte lässt sich vom Sandgrat aus unter dem Tödi durch über die Felsen und durch Schneekehlen südöstlich aufsteigend ebenfalls gewinnen, ohne dass man in die Ruseinalp oder an das untere Ende des Bleisasgletscliers hinunterzusteigen braucht. Es ist diese Linie im August 1869 durch Mitglieder der Sektion Tödi, worunter Hr. C. Hauser, ausgeführt worden ( s. Jahrgang IX, pag. 209 etc. ). 9 ) Vom Sandgrat nicht gegen die Schneekehle der Euseinpforte, sondern vom Plateau zwischen Klein- und Gross-Tödi immer unmittelbar östlich gegen den höchsten Punkt des Piz Rusein. Es ist diese Tour den 14. Juli 1866 durch Herrn Prof. Dr. Piccard in Basel im Abstieg ausgeführt worden, und nicht mit der Euseinpforte zu verwechseln, welch'letztere etwa 240 m unter dem Tödigipfel auf die Firnmulde des Bifertengletschers mündet, während Dr. Piccard das Firnfeld schon unmittelbar am Tödigipfel verlassen hatte und oben beständig an der Kante zwischen Sand und Ruseinabdachung furchtbar steil hinunterkletterte. Arnold Escher v. d. Linth hatte diesen gleichen Weg, der im unteren Theile mit Nr. 7 zusammenfällt, von unten schon vor vielen Jahren zur Hälfte ausgeführt, als schlechtes Wetter ihn zum Rückzug zwang. Von einer Schirmhütte zwischen Klein- und Gross-Tödi liesse sich auf diesem Wege, wenn kein harter Schnee mehr liegt, der Tödigipfel am schnellsten erreichen, um den Sonnenaufgang auf demselben zu geniessen. Herr Hauser hält ( IX. Jahrg., pag. 215 ) 8 und 9 für identisch, es ist dies aber ein Irrthum. Einen zehnten Weg hat von oben Herr C. Hauser ein Stück weit ausgekundschaftet. Es ginge der- selbe südwestlich neben dem Sandgipfel durch ein Felskamin zwischen diesem und dem höchsten Tödigipfel unmittelbar gegen den obern östlichen Theil des Sandgletschers und die obere Sandalp hinunter. Herr Kathsherr Kamm von Mühlehorn ist von unten ein Stück weit in die Kehle hinaufgedrungen. Beide sind der Ansicht, dass das Durchkommen möglich ist. Es wäre dieser Weg auf den Tödi kürzer als die bisher genannten, aber jedenfalls nicht für viele gangbar. Eine elfte Linie ist vielleicht noch an der Nordostwand vom vordem Bifertengrätli aus auf das Firnplateau östlich oder südöstlich neben dem Sandgipfel zu finden. Dies sind Aufgaben, die eines umsichtigen, kühnen Kletterers würdig wären.

VIII. Jahrgang, 1871.

C. Hauser, Piz Segnes und Vorab enthält die Beschreibung eines Durchganges durch das Martinsloch, der Ersteigung vom Piz Segnes, Ofen und Voraballes nicht erste Ersteigungen. Prof. Escher v. d. Linth, sowie die eidgenössischen Ingenieure und andere mehr hatten diese Punkte schon früher erreicht. Die Ersteigungen sind leicht und sehr lohnend, wie dies Herr Hauser berichtet.

C. Hauser, « Ein Blumengarten im Eise », macht Mittheilung über sonderbare Anordnung der Eiskrystalle, wahrscheinlich durch den Wind, in Gestalten, die den Berichterstatter an Blumen- und Gartenbeete erinnerten.

IX. Jahrgang.

C. Hauser, « aus dem Tödigebiet », beschreibt zuerst die erste Ersteigung des entsetzlich verwitternden Felszahnes « Klein-Tödi » am 15. Juli 1868. Dann folgt seine Beschreibung des Aufstieges vom Plateau zwischen Klein- und Gross-Tödi nach der Euseinpforte. Die Stelle, an welcher der Tödi-Bifertenfirn betreten wurde, ist leider nicht mit genügender Genauigkeit angegeben, im VI. Jahrgang aber als die « Ruseinpforte » bezeichnet. Bei Gelegenheit dieser Fahrt wurde der Bleisasverdas, in der neuen Excursionskarte mit Piz de Dor bezeichnet, selbst besucht. 1871 ist von Mitgliedern der Sektion Tödi der Punkt 3330 m westlich neben Urlaun, der unglücklicher Weise oft « Porphir > genannt wird, und der Tödi-Sandgipfel besucht worden.

X. Jahrgang.

Titelbild von /. Weber, der Vorab vom Segnesgrat gesehen.

Pater Placidus a Spescha, « Beschreibung der mir bekannten Bergpässe im grauen Bund ».

/. Weber, Xylograph, der Segnespass, mit einer Ansicht der Mannen; in den artistischen Beilagen /. Müller-Wegmann, Gebirgsansicht bei Val im Somvix; es sind auf diesem Blatte Piz Ner, Piz Mut und die Brigelserhörner dargestellt.

Endlich haben wir, als vom S.A.C. publizirt, zu erwähnen:

Itinerar des S.A.C. für 1874. Es enthält dasselbe ausser geschichtlichen Notizen auch verschiedene andere Angaben, die in unser diesjähriges Clubgebiet hinübergreifen. Verfasser desselben ist Herr Forstinspektor Coaz aus Chur.

Das Durchgehen dieser angeführten Reiseliteratur bringt zum starken Bewusstsein, dass ein vollständiges Verzeichniss der literarisch veröffentlichten Leistungen im Begehen des Hochgebirges noch lange keiner Geschichte der Besteigungen gleich kommt. Viele und oft sehr bemerkenswerthe Leistungen und Erfahrungen sind verborgen geblieben. Geologen, Ingenieure, Zoologen, Botaniker haben Besteigungen ausgeführt, deren wissenschaftliche Resultate wohl zum Allgemeingut werden, doch ohne genauen Bericht, wie, und ohne Angabe, wo sie gewonnen wurden. Wer es unternimmt, eine Geschichte der Ersteigungen zu schreiben, der wird immer ungerecht gegen Diejenigen werden müssen, die ihre Thaten im Stillen vollführt und doch sehr oft viel mehr dadurch genützt haben. Ich weiss, dass auf verschiedenen Gipfeln « Steinmannli » errichtet wurden mit Wahrzeddeln der « ersten Ersteiger>, wo vorher schon wiederholt stille Männer weilten. Weil ihr Geist von den Problemen der Naturforschung und nicht von der That der Ersteigung erfüllt war oder weil sie nur ihren Genuss und nicbt Ehre suchten, lag ihnen der Gedanke zu ferne, die kostbare Zeit mit dem Erbauen von Wahrzeichen zu kürzen.

Hier mögen endlich noch einige Notizen über einzelne der höheren Gipfel und deren Ersteigungen folgen. Wir beginnen im Süden.

Der Düssistock, an der Grenze unseres Gebietes, ist von Arnold Escher von der Linth in Jahre 1842 erstiegen worden, seither sehr oft. Es ist dies vom Val Cavrein wie vom Maderanertal aus möglich. Die Wege treffen am « Hagstecke », etwa 350 m unter dem Gipfel, zusammen. Die Ersteigung ist auch für mittelmässige Gänger möglich und im höchsten Grade lohnend. Das nördliche, gelbe, gekrönte Horn des Piz Cambriales, 3208 m, trägt ein Steinmannli, das südliche, 3212 m, ist vielleicht noch unerstiegen. Es liesse sich vom Hüfigletscher aus über das nördliche ( wenigstens wenn der Gletscher noch schneereich ist ), oder wahrscheinlich auch in den zahlreichen, von oben bis unten reichenden Felskaminen, vom Val Cavrein aus direkte gewinnen. Die Lücke zwischen Düssistock und Cambriales, welche von Val Cavrein nach dem Hüfigletscher führt, ist im Spätsommer wegen Gletscherspalten oft sehr schwierig zu begehen. Der Culm Tgietschen ist erstiegen worden. Der Piz Gliems ist ebenfalls in den 40er Jahren von Arn. Escher v. d. Linth bestiegen worden. Von einer Ersteigung des Stock Pintga ist mir Nichts bekannt. Die l' eufelsstöcke sind nur zum Theil betreten. Die Erklimmung einzelner derselben, z.B. desjenigen, dessen Felswand an einer Stelle durchbohrt ist, durfte sehr schwierig sein. Der Gemsfairenstock ist 1854 von Prof. Streckeisen und G. Studer bestiegen worden. Es ist dies von der Seite des Claridenfirnes sehr leicht, von Gemsfayrenalp nicht sehr schwierig. Der Ortstock ist sehr lohnend und von Lintthal wie von der Glattenalp leicht zu gewinnen. Gewöhnlich findet die Besteigung durch den Sattel zwischen Kirchberg und Ortstock statt; Herr C. Hauser stieg einst vom Bockälpeli direkt an der Ostwand in die Höhe.

Von der Glattenalp nach dem Urnerboden über die Märenberge dürften Uebergangsstellen gefunden werden* Die Märenberge selbst sind wenig begangen. Der Abstieg vom Ortstock nach dem Urnerboden ist noch nicht versucht. Pfannstock, Eggstock oder Faulen, 2724 m, und böser Faulen, 2804 m, geben einen überwältigenden Blick in Felseinöden und zum Theil sehr lohnende Fernsicht. Der letztere ist 1868 von Glarner Clubisten von der Nordseite erstiegen worden; dieselben vermuthen, dass die Ersteigung von Süden weniger schwierig wäre.Von der Gutbächialp kann man an zwei Stellen über den Rüchigrat zwischen Glärnisch und Faulen nach dem Klönthal gelangen. Eines Besuches werth ist die merkwürdige Karrenfläche der Silbern.

Durchgehen wir das Gebiet östlich der Linth, westlich des Sernft: Piz Dartjes, Kistenstöckli sind oft erstiegen worden. Vom ersteren ist der Blick in 's Limmerntobel grossartig. Die Muttenberge können vom Kistenpass aus leicht gewonnen werden; der Ruchi, 3117 m, ist von den Glarner Clubisten vom Muttsee aus erstiegen worden. Der Kistenpass ist wohl einer der wildesten Hochgebirgspässe und im höchsten Grade lohnend. Seitdem die Brigelser die Limmern-Nüschen- und Rinkenthalalpen gekauft haben, wird er jährlich von einigen tausend Schafen befahren. Auf dieser Reise freilich gehen immer viele Thiere zu Grunde.

Der Ruchi 2851, der sehr lohnend ist, kann von den Baumgartenalpen rascher als vom Muttsee erstiegen werden. Der Hausstock ist schon 1832 von ProL O. Heer und später von G. Hofmann bestiegen worden. Es ist die Ersteigung sowohl von Hinter-Suls als vom Panixerpass aus möglich. Das Sernifitgébiet des Kärpfstockes ist in allen Richtungen durchwandert worden. Escher, Heer, Zeller-Horner gehören zu den ersten Besteigern des Hochkärpf selbst. Der Wanderer erfreut sich besonders an den imposanten Farben der Felsen und hat, wie überhaupt in unserm Clubgebiete, recht oft Gelegenheit, Gemsen zu sehen, indem das Kärpfgebiet seit dem 17. Jahrhundert im Jagdbann steht. Der Grenzkamm von Glarus und Graubünden, vom Piz Mar bis an den Ofen, ist überall gangbar. Der Aufsteig von der Südseite ist gewöhnlich ein allmäliger über breite Alpflächen; die Nordseite fällt in steilen Wänden ab. Der Panixerpass wurde in den letzten Jahren oft fast vollständig schneefrei. Auf den herrlichen Flimserstein kann man von vielen Seiten, besonders von SO über Bargis, von Segnes Sura und von Gassousalp gelangen. Die Sardona ( Piz Segnes, Saurenstock, Scheibe, Uebergang von Elm nach Cal-feus, Trinserhorn ) werden relativ selten besucht. Die Ersteigung des Sardona ist von verschiedenen Seiten möglich, von Ramin etwas weiter, aber leichter als von Falzüber; sie ist ferner vom Calfeuserthal aus unschwer zu bewerkstelligen.

Nach meinem Dafürhalten haben die ersten « Ersteigungen » meistens wenig mehr als bloss persönlichen Werth für den Ersteiger. Wenn der Alpenclub ein gewisses Gebiet zum Clubgebiete sich wählt, so sollte dies in erster Linie nicht den Sinn haben, dass nun alles noch Unerkletterte erklettert werden sollte, sondern dass zur Erleichterung und Hebung des Besuches neue Schirmhütten erstellt, an schlimmen Stellen Tritte in den Fels gehauen, Geländer befestigt, vielleicht sogar Wege gebaut würden. Die moralische und physische Wohlthat, die der S.A.C. dadurch den Menschen erweist, dass er einer grösseren Zahl den Genuss der herrlichen Bergwelt, des Herniederschauens von den freien Gipfeln ermöglicht, ist gewiss viel grösser, als der Vortheil, welcher der Menschheit daraus erblüht, dass ein noch unerstiegener Felszahn erklettert wird! Leichte Zugänge zu finden und zu schaffen ist lohnender und nützlicher, als schwierige zu forciren. In dem jeweiligen Clubgebiete sollte endlich für systematische Messung des Gletscherstandes an vielen Gletschern für alle Zukunft und wo möglich gemeinschaftlich mit der naturforschenden Gesellschaft wenigstens eine neue regelmässige meteorologische Station gegründet oder registrirende Apparate aufgestellt werden. " Ich mache z.B. darauf aufmerksam, dass Elm trotz seiner wichtigen Lage keine meteorologische Station besitzt. Es kann dergleichen natürlich nur unter Zuzug von Fachleuten — am besten durch die einzelnen Sektionen unter Beihülfe und Kontrole der Centralkasse — geschehen. So leisten wir etwas Bleibendes!

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