In eigener Sache

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Erst am 3. Juni d. J. erhielt ich von Mr. Edward Whymper eine Broschüre zugesandt, die betitelt ist: A Letter addressed to the Members of the Alpine Club. London 1900, printed for private circulation, und datiert vom 30. April 1900. Da mein Name in dieser Broschüre mehrfach vorkommt, so benutze ich den letzten Rest von Zeit und Raum in diesem Jahrbuch zu einer kurzen und freiwilligen Erklärung. Der Brief betrifft den Streit, der sich zwischen Mr. Whymper und Mr. Coolidge erhoben hat wegen der Anmerkung auf pag. 210 des letzten Jahrbuches, welche ich den Leser nachzusehen bitte. Ich habe keinen Anlaß, auf die Streitfrage materiell einzutreten, weil sich Mr. Whymper in dieser Sache niemals direkt an mich gewendet hat. Hätte er dies rechtzeitig gethan, so würde ich ihm das Jahrbuch zu einer Entgegnung geöffnet haben. Jetzt ist es für ein Kontroversverfahren zwischen den Parteien zu spät, und ich kann nur noch meinen Standpunkt als Redaktor so formulieren, wie ich es unaufgefordert am 12. Januar 1900 in einem Briefe an den Herrn Präsidenten des Alpine Club gethan habe. Dieser Brief wurde, was ich vorausgesetzt hatte und billige, Mr. Whymper zum Lesen gegeben und wird nun von ihm in der Streitschrift auszugsweise benutzt, was ich mißbilligen muß, da ich keine Erlaubnis zum Drucken erteilt habe. Ich lege aber auf diesen Punkt kein besonderes Gewicht, weil Mr. Whymper in der Broschüre ( wie der Herr Präsident des Alpine Club in seinem Antwortschreiben an mich ) meine Erklärungen als korrekt und befriedigend anerkennt. Ich wiederhole sie hier einfach für die Leser des Jahrbuches, soweit und in der Form und Reihenfolge, wie sie von Mr. Whymper mitgeteilt worden sind: „ Hätte ich Grund gehabt, zu glauben, daß die Anmerkung oder ein Teil derselben eine Beleidigung gegen Mr. Whymper enthielte, welcher Ehrenmitglied des S.A.C. ist, so wäre es meine Pflicht als Redaktor des Jahrbuches S.A.C. gewesen, das zu verhindern, und Sie können mir glauben, daß ich das zur rechten Zeit eingesehen hätte. " Ferner: „ Hätte Mr. Whymper sich an mich gewendet, so hätte ich Gelegenheit gehabt, ihm zu erklären, daß ich weit davon entfernt bin, ihn in dem offiziellen Organ des S.A.C. beleidigen zu wollen oder beleidigen zu lassen, und ich bedaure, daß durch Mißverständnis der betreffenden Stelledieser Eindruck entstanden ist. " Ferner: „ Ich erkläre mich bereit, eine Erklärung in diesem Sinne im nächsten Jahrbuch zu veröffentlichen. " Endlich: „ Ich sah in dieser Anmerkung nichts Ehrenrühriges oder Beleidigendes gegen Mr. Whymper, sonst hätte ich Mr. Coolidge veranlaßt, sie vor dem Drucke oder während des Druckes zu ändern oder ganz wegzulassen. Ich konnte damals und kann auch heute in derselben nichts anderes finden, als einen Zweifel an der topographischen Genauigkeit der Zeichnung. "

Ich habe diesen Erklärungen nichts beizufügen als die Versicherung, daß ich auch heute noch dazu stehe und daß ich damit meine Pflicht als Redaktor für erledigt halte.

Redaktion.

* ) Anmerkung. Dieser Ausdruck in meinem Briefe an Mr. Bryce bezog sich darauf, daß in der englischen Übersetzung, welche Mr. Whymper von der Anmerkung anfertigen ließ und die seiner Polemik auch jetzt noch zu Grunde liegt, der Schluß lautet: „ such a jump, who must have made a lasting impression on the memory of those who took part in that ascent ", während die englisch geschriebene Originalnote Mr. Coolidge's schloß: „ such a leap, which could hardly have failed to leave an indelible impression on the memory of the principal ac-tor ", was die deutsche Übersetzung im Jahrbuch korrekt wiedergiebt mit: „ der doch sicherlich im Gedächtnis des Hauptbeteiligten einen unzerstörbaren Eindruck hinterlassen hätte ".

Jahrbnch des Schweizer Alpenclub. 35. Jahrg.25

Chronik des S.A.C.

für das Jahr 1899.

Feedback