Irreführende Zahlen

Zum Artikel Wild gefährdet den Bergwald, «Die Alpen» 02/2018

So, jetzt wissen wir es: Wild gefährdet den Bergwald. Die Diskussionen um Wald und Wild kommen immer wieder. Es ist ja auch richtig, wenn das diskutiert wird. Allerdings müsste man schon bei den Fakten bleiben. Wenn wie im ­Artikel von Peter Walthard und Yves Brechbühler als Erstes festgehalten wird, dass 2016 mit 86 500 Gämsen, 36 000 Rothirschen und 132 000 Rehen mehr Schalenwild als je zuvor in den Schweizer Wäldern lebte und die Jagd die Bestandeszunahme kaum zu bremsen vermag, ist das schlichtweg falsch. Wenn wir die erwähnten Zahlen nämlich mit denjenigen von 2013 vergleichen, zeigt sich ein anderes Bild. Gemäss Jagdstatistik gab es 2013 90 760 Gämsen (1991 übrigens 97 407), 138 452 Rehe und 33 553 Rothirsche. Es ist also nicht so, dass seit den 2010er-Jahren konstant hohe Wildbestände zu verzeichnen sind. Im Kanton Bern ist der Bestand der Gämsen so stark zurückgegangen, dass in zwei Wildräumen die Gamsjagd eingestellt wurde und in andern Wild­räumen die vorgesehenen Abschusszahlen gar nicht mehr erreicht werden. Seit bald 50 Jahren lebe man mit für den Wald kaum mehr tragbaren Überbeständen. Da frage ich mich nur, wie kommt es denn, dass in vielen Vivian- und Lotharflächen, die ich kenne, eine Jagd fast bis gar nicht mehr möglich ist, weil die Jungwaldbestände grossartig dicht aufgekommen sind?

Anmerkung der Redaktion

Richtig ist, dass der Gamsbestand in den letzten Jahren leicht gesunken ist. Über einen Zeitraum von 50 Jahren betrachtet, ist er jedoch stark angestiegen. Zum Vergleich: 1968 lebten in der Schweiz lediglich 55 508 Gämsen. Die Eidgenössische Jagdstatistik ist einsehbar unter www.uzh.ch/wild/ssl-dir/jagdstatistik

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