Ist der SAC eine Lobby geworden?

Zum Editorial «Kein freier Zugang im Parc Adula», «Die Alpen» 11/2015

Ich war verblüfft, als ich las, dass der Ressortleiter Umwelt (tatsächlich?) des SAC sich den Nutzungsbeschränkungen in der Kernzone eines Nationalparks widersetzt. Wie lange ist es doch her, dass sich der Alpen-Club dafür einsetzte, unsere grossartigen Alpenräume zu schützen! Heute hat man den Eindruck, dass der SAC zu einem Verein geworden ist, der genauso Partikularinteressen vertritt wie der TCS oder Economie­suisse, also zu einer Lobby.

Muss man René Michel daran erinnern, dass die Kernzone des Parc Adula ungefähr 200 Quadratkilometer ausmacht, also weniger als 3% der Oberfläche des überaus gebirgigen Kantons Graubünden? Sollte er 100 Jahre alt werden, was ich ihm wünsche, er hätte dennoch nicht genügend Lebenszeit, um alle Gipfel zu besteigen, selbst mit den wenigen Einschränkungen in der Kernzone des Parc Adula. Ich fordere den Zentralvorstand dazu auf, Einsicht zu zeigen und zum Engagement zurückzukehren, welches das Ansehen des SAC begründet hat, und eine Vereinigung zu bleiben, die sich um den Schutz dieser wunderbaren Gebirgswelt kümmert, die wiederum den Ruf der Schweiz begründet hat.

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