Jedem sein eigenes Abenteuer!

Acht Monate und 4000 Kilometer zu Fuss: Nach eineinhalb Jahren Vorbereitung haben Daniela Kleck und ­Nicole Schwarz die Strecke von Basel ans Nordkap auf Schusters Rappen zurückgelegt. Von ihrer Haustür gingen sie los und durchquerten Deutschland, Dänemark und Norwegen, ohne je die Orientierung zu verlieren (s. S. 33). Sie haben ihren Alltagstrott hinter sich gelassen und sich dem Unbekannten ausgeliefert. Als Gepäck hatten sie nur ihren Rucksack dabei, und «die einzigen Sorgen waren die täglichen Herausforderungen des Wegs».

Die zwei Baslerinnen sind Protagonistinnen unserer Serie «Berg verrückt», die wir im Januar lanciert haben. Ihre Aussagen zeigen uns, dass in uns allen ein Abenteurer oder eine Abenteurerin steckt. Dazu muss man nicht Gerlinde Kaltenbrunner oder Ueli Steck heissen. Wie sie träumen wir alle von Abenteuern. Die Umsetzung hängt davon ab, wie viel wir zu investieren bereit sind. Und davon, was für uns Abenteuer bedeutet. Ich erinnere mich an mein erstes grosses Abenteuer. Ich war zehn Jahre alt und machte eine Velotour um den Mont­chaibeux (627 m), einen kleinen Hügel bei Dels­berg. Etwas weniger als zehn Kilometer, ein Pass, 110 Meter Höhendifferenz. Wie Gerlinde Kaltenbrunner und Ueli Steck bereitete ich mich minutiös vor: Studium der Karte, Reifendruck kontrollieren, packen, Sonnencreme und Wasser nicht vergessen. Und einen Getreideriegel, für alle Fälle. Wie Gerlinde, Ueli, Daniela und Nicole flirtete ich mit dem Unbekannten, das uns fasziniert und uns gleichzeitig Angst macht. Ich schnupperte an der puren Freiheit. Meine Eltern wussten von nichts – es gab noch kein Handy –, bis sie den Erfolg mitbejubeln konnten. Das war ein Exploit ganz für mich allein. Fast 30 Jahre später sind meine Ambitionen gestiegen, meine Mittel auch, aber das Prinzip bleibt dasselbe. Ich hoffe sehr, dass unsere Serie Ihnen wie mir die Lust gibt, die Abenteurer zu imitieren – so, wie es für Sie passt.

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