Jetzt erst recht!

Die Statistik vom vergangenen Jahr (siehe Seite 50) zeigt eindrücklich, worauf Erfolg oder Misserfolg in den Hütten hauptsächlich basieren: Es sind die Witterungs- und Tourenverhältnisse. Wenn Meteo Schweiz den sonnenärmsten Hochsommer seit Messbeginn (1864!) feststellt, dann findet sich der «Niederschlag» auch unmittelbar in den Übernachtungszahlen wieder. Für 2014 bedeutet dies Einbussen von über sechs Prozent und

eines der schwierigsten Hüttenjahre der vergangenen zwölf Jahre.

Nun mag man ins Feld führen, dass die Wetterabhängigkeit von jeher das Geschäft in den Hütten bestimmt, und Hüttenwarte, Sektionen und Zentralverband damit umzugehen gelernt haben. Das stimmt natürlich. Dennoch: In den zumeist ertragsschwachen Hütten lassen sich kaum mehr Kosten senken und schon gar nicht behördliche Vorgaben umgehen. Lebensmittelinspektoren, Brandschutzbeauftragte und Kontrolleure des Landes-Gesamtarbeitsvertrags (GAV) finden mehr und mehr den Weg in die Hütten. Das wiederum zieht mehr Investitionen und Kosten nach sich.

Glücklicherweise zeigen sich die Gäste ausgabefreudig und lassen sich von den Hüttenteams gerne bewirten und umsorgen. Aber das ändert sich wohl schon bald. Mit der Aufhebung des Euromindestkurses sind nämlich auch die Hütten gefordert, nicht nur diejenigen im Grenzgebiet oder mit hohem ausländischem Gästeanteil. Gäste aus dem Euroraum machen rund einen Drittel der Hüttenbesucher aus. Sie werden diesen Sommer jeden Euro vielleicht zweimal umdrehen, bevor sie ihn in der Schweiz ausgeben. Unser Preis-Leistungs-Verhältnis steht zusätzlich im Schaufenster der Alpendestina­tionen. Umgekehrt lockten schon vor dem 15. Januar ein hoher Frankenkurs und günstige Angebote Schweizer vermehrt ins Ausland.

Man soll bekanntlich Reisende nicht aufhalten. Trotzdem rufe ich an dieser Stelle Sie, liebe Mitglieder, Sek­tionsvorstände und Tourenleitenden, auf, im Jahr 2015 erst recht unsere Hütten zu besuchen, unsere Berge zu erklimmen und Ferienangebote in der Schweiz zu nutzen. Den Hüttenverantwortlichen empfehle ich, sich nicht mit Preisanpassungen, sondern mit innovativen Zusatzleistungen und – wo nötig – Qualitätsverbesserungen den Herausfor-derungen zu stellen. Viel Erfolg!

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