Kein freier Zugang im Parc Adula

Das Projekt des neuen Nationalparks Adula wird voraussichtlich diesen Monat in den Parkgemeinden öffentlich aufgelegt. Der SAC begrüsst grundsätzlich Pärke, welche die einzigartigen Naturlandschaften schützen und einen sanften Tourismus fördern. Der geplanten Einschränkung des freien Zugangs in der Kernzone steht er hingegen kritisch gegenüber. Gemäss Pärkeverordnung darf man sich dort – sommers wie winters – nur – auf vorgegebenen Wegen und Routen bewegen. Der Schutz der Wildtiere vor Störung im Winter wird in der geplanten Kernzone heute bereits durch Jagdbanngebiete und Wildruhezonen sichergestellt. Aber ist es nötig und verhältnismässig, auch im Sommer weglose alpine Touren, die heute vor allem von erfahrenen Berggängern begangen werden, zu reglementieren und dafür eine Bürokratie aufzubauen? Der SAC bezweifelt dies. Im Gegenteil: Eine klare Ausweisung vorgegebener Routen hätte wohl einen Werbeeffekt und würde viele auch weniger erfahrene Besucher anlocken. Bergsteiger wünschen sich eine intakte Naturlandschaft, die mit entsprechender Rücksichtnahme frei begangen werden darf. Im Sommer braucht es keine pauschalen Einschränkungen in neuen Nationalpärken. Ein Blick über die Grenzen zeigt auch: Vergleichbare Nationalpärke im nahen Ausland kommen weitgehend ohne Zugangsbeschränkungen aus. Als die Pärkeverordnung 2007 erarbeitet wurde, formulierte der SAC seine Bedenken – leider ohne Gehör zu finden.

Als Bewohner des Naturparks Gantrisch sehe ich, dass auch dieses Label die wirtschaftliche Entwicklung einer Region fördert. Ich hoffe, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger der Parkgemeinden und insbesondere die betroffenen Bergsteiger und Sektionen die Park-Charta kritisch anschauen. Die geplante Kernzone umfasst fast ausschliesslich alpine Gebiete, in denen wenig handfeste Interessen vorhanden sind. Ich glaube, es wäre nicht fair, wenn Berggänger und Bergführer in ihren Tourengebieten unnötige Beschränkungen hinnehmen müssten, während in der Umgebungszone alles möglich wäre – zum Beispiel Turmbauten in Vals. Der Bergsteiger soll seinen Platz in der Naturlandschaft behalten können! Gerade die Alpinisten waren sich der Vielfalt der Natur schon immer bewusst und verhalten sich entsprechend sorgfältig auf ihren Routen.

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