Keiner muss auf Berge steigen

Mit Interesse habe ich das Editorial, «Risiko: eine Bedingung der Freiheit», in der Septemberausgabe gelesen. Sie schreiben, Bergsteigen sei ungefähr so gefährlich wie der Strassenverkehr, was das Risiko eines tödlichen Unfalls angehe. Da haben Sie Recht, wenn denn diese Risikowahrscheinlichkeit überhaupt quantifizier- und vergleichbar ist. Aber ich muss Ihnen in einem wichtigen Punkt widersprechen (und ich hole dieses Argument immer wieder hervor, wenns um die Gefährlichkeit von Bergsteigen oder anderen Risikosportarten geht): Am Strassenverkehr muss ich teilnehmen, dem Risiko von gewissen Sportarten setze ich mich freiwillig und darum zusätzlich aus. Ich kann kein normales Leben führen, wenn ich nicht einkaufe, zur Arbeit fahre, Kontakte pflege, Sport treibe und, und, und. Und dazu muss ich halt von Zeit zu Zeit ins Auto, aufs Velo steigen, einen Fussgängerstreifen überqueren etc.

Auf einen steilen, hohen Berg steigen muss hingegen niemand, eine Skitour mit Lawinengefahr unternehmen auch nicht, von Basejumpen etc. ganz zu schweigen – diese Risiken geht man zusätzlich ein. Das ist doch nicht gänzlich von der Hand zu weisen, oder?

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