Kritische Gedanken zum Thema Routensanieren

Die Bohrmaschine ist in! Auch beim Kletterclub Chur CKC. In den letzten Jahren waren diverse Mitglieder aktiv am Sanieren von älteren und neueren Routen, vorwiegend im Rätikon und in diversen Klettergärten im Churer Rheintal. Dabei halten wir uns allgemein an die zusammen mit dem Kletterclub Rätikon KCR abgesprochenen Grundsätze: Standplätze mit Muniringen oder besser zwei Bohrhaken mit Kette versehen, nur die wichtigsten Zwischenhaken bohren und den Charakter der Route nicht verändern! Die löbliche Sitte, vorher die Erstbegeher zu kontaktieren, lässt sich leider oft schon des Jahrgangs wegen nicht immer realisieren! Alle bisher angefragten Erstbegeher fanden aber die Sanierung « ihrer » Route eine gute Idee. Leider aber wird viel zu oft, mit guter Absicht wohlverstanden, in irgendwelchen Routen herumgebohrt, dass es nur so staubt. Als wir vergangenen Herbst mit der Bohrmaschine ausrückten, um unsere eigene Route am Tschingelpfeiler bei Fläsch zu sanieren, staunten wir nicht schlecht über nagelneue Inox-Bohrha-ken. Die anfängliche Überraschung wechselte aber bald in Ärger über den uns bis heute unbekannten « Sanierer ». Die in den Achtzigerjahren von unten erstbegangene Route, original VI+ und AO ( frei VIII– ), hat sich durch die Sanierung stark verändert! Einige Stellen sind nun zwingend in einem deutlich höheren Schwierigkeitsgrad frei zu klettern. Vorbei an ehemals gut gesetzten Felshaken, denen, obwohl nicht etwa rostig, die Sanierung den Kopf kostete.

Das Positive: Die Route muss ( darf ) nach wie vor zusätzlich mit gut zu legenden Klemmkeilen abgesichert werden. Dies sollte auch so belassen werden! Negativ die zweite Seillänge: Dank entfernter Originaleinnagelung aber nur teil-weisem Ersetzen durch Bohrhaken muss man neu eine längere Strecke ungesichert bewältigen! Keine Klemmkeile möglich. Keine Angst, wenigstens einen Haken durften wir dann in unserer eigenen Route noch selber bohren! a

Franco Giorgetta, Chur

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