Leicht und (oder) sicher?

Skitourengehen boomt seit Jahren, und ebenso rasant entwickelt sich die dafür erforderliche Ausrüstung. Von der Bekleidung über Ski, Bindungen und Schuhe bis hin zur Lawinen-Notfallausrüstung – das Angebot in den Bergsportfachgeschäften ist schier unüberblickbar geworden. Und der Trend kennt nur eine Richtung: spezifischer, funktionaler, leichter. Dieser Fortschritt ist jedoch nicht gerade billig. Für eine komplette Skitourenausrüstung muss man heute mit 4000 bis 6000 Franken doch ziemlich tief ins Portemonnaie greifen. Aber die Skitourengänger sind offensichtlich nicht knauserig, wenn es sich dafür leichtfüssig aufsteigen und «flowig» abfahren lässt.

Also alles im grünen Bereich? Nicht ganz. Bei der Bergrettung kommt es vermehrt zu Einsätzen wegen blockierter Skitourengeher: Ski verloren oder gebrochen, Bindung defekt oder ausgerissen. Es ist kaum von der Hand zu weisen, dass solche Notfälle zum Teil auch dem immer leichteren Material geschuldet sind. Leider zeichnet sich die Skitourenausrüstung generell nicht durch Langlebigkeit aus. Nach mehreren Touren ist man mit den neuen, mehr als 600 Franken teuren Skischuhen endlich so richtig im Reinen. Nur schade, dass einige nach 50 Touren kaum mehr brauchbar sind.

Nicht nur ärgerlich, sondern unverständlich ist zudem die teilweise fehlende Kompatibilität von Bindungen und Schuhen. Darauf wurde schon im ausführlichen Beitrag über den Bindungstest in der Zeitschrift «Die Alpen» 02/2019 hingewiesen. Es ist wirklich an der Zeit, dass die Hersteller sich finden und eine griffige und brauchbare Normierung dieser Komponenten umsetzen. Ab Seite 19 beleuchten wir diese Problematik aus einer etwas anderen Perspektive.

Die neue Skitourensaison steht vor der Türe. Ich wünsche euch eine tolle und unfallfreie Zeit mit erbaulichen Aufstiegen und stiebenden Abfahrten ohne Materialverdruss.