Mehr als Zahlen

Mit Statistiken kann man alles beweisen, wird kalauert. Doch der Satz ist falsch. Denn im strengen Sinne kann man mit Statistiken nichts beweisen, sie liefern – sorgfältig interpretiert – einfach wertvolle Hinweise. Das gilt auch für die Bergnotfallstatistik, die Sie in diesem Heft finden. Ihre Fülle an Zahlen soll zur Diskus sion Anlass geben und sensibilisieren, gerade weil sich hinter den nackten Zahlen teilweise tragische Schicksale verbergen. Sie stehen zum Teil für grosses Pech, manchmal aber auch für grossen Leichtsinn.

Die Zahlen weisen darauf hin, dass immer mehr Personen die verführerische Schönheit der Berge erleben wollen. Doch wie bei allen Verführungen sollten die Risiken, wenn man sich auf die Schönheit einlässt, nicht vergessen gehen. Erreicht diese Botschaft die Berggänger und passen diese ihr Verhalten an, ist ein wichtiger Zweck der Bergnotfallstatistik erfüllt. Dazu kommt, dass Vorsicht in den Bergen nicht nur einen guten Selbstschutz bedeutet, sondern auch die Augen öffnen kann. Dabei nimmt man dann vielleicht vermehrt Murmeltiere oder die seltenen Blumen, wie sie in dieser Ausgabe für den Monte Generoso beschrieben werden, wieder wahr.

Dass eine vorsichtige Haltung der richtige Weg in die Berge ist, kann auch keine zukünftige Bergnotfallstatistik beweisen. Wenn deren Zahlen sich aber einmal verkleinern sollten, würde man es sicher begrüssen.

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