Mit Licht malen Alpenfolio von Martin Mägli

Wer in die Berge geht, kennt viele der Lichtstimmungen bestens, die Martin Mägli fotografiert. Wenn das Licht durch Wolken bricht, wenn die letzten Strahlen der Abendsonne alles in Goldrosa tauchen, wenn das nahende Gewitter vor einem drohend dunklen Himmel alle Farben intensiver erschienen lässt: Es sind vertraute Szenen nahe am Kitsch. Und doch: Mägli gelingt es, sie so einzufangen, dass sie den Zauber der Einmaligkeit in sich tragen.

Kein Handy kann das nämlich, was Martin Mägli uns hier zeigt: subtilste Abstufungen von Orange und Rosa oder fast nicht mehr wahrnehmbare Lichter in einer wolkenverhangenen Schneelandschaft. Unweigerlich drängt sich der Vergleich zu William Turner auf, dem grossen englischen Landschaftsmaler. Bei ihm wie bei Mägli ist es die Wirkung des Lichts, die wohl beide an den Bergen so fasziniert. Eines Lichts, das auf einer einfachen Schneedecke oder in einem Berghang unendlich viele Farbfacetten zaubern kann.

Dafür ist Martin Mägli bereit, mitten in der Nacht aufzustehen oder stundenlang in eisigen Winden auszuharren. Das richtige Licht einfangen heisst aber vor allem: warten. Etwas, das er offensichtlich schon früh konnte. Ursprünglich Lehrer, hat er sich nebenher während fast 20 Jahren in der Fotografie selbst ausgebildet. Erst 2014 wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. Die Faszination für Berge hat ihn an viele Orte der Welt gebracht. Und eigentlich, sagt der Autodidakt, würde er auch weiterhin viel lieber in der Welt herumreisen, doch die Familie halte ihn in der Schweiz zurück. Ein Glück für uns.

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