Mit Namensänderung lässt sich die Geschichte nicht korrigieren

Zum Artikel Agassizhorn behält Namen,«Die Alpen» 09/2020

Den drei Standortgemeinden, die den Forderungen des Ostschweizer Linksaktivisten Hans Fässler nach Umbenennung des Agassizhorn getrotzt haben, sei an dieser Stelle gedankt. Gewiss, auch die Schweiz muss sich den aus heutiger Sicht nicht mehr tolerierbaren Vergehen, die im Zusammenhang mit dem Kolonialismus, der Sklaverei oder dem Rassismus durch schweizerische Personen oder Gesellschaften mutmasslich verübt worden sind, stellen. Doch mit Denkmalstürzen oder Namensänderungen von Gipfeln, Plätzen oder Strassen allein lässt sich die Geschichte nicht korrigieren. Zudem ist es höchst anmassend, sich mit den heutigen Moralvorstellungen als Ankläger und Richter von längst vergangenen Handlungen aufzuspielen. Vielmehr sind die notwendigen Lehren zu ziehen! Denn mit unserem dreifachen ökologischen Fussabdruck sind auch wir alle Frevler gegenüber der Umwelt und den Ressourcen wie auch gegenüber den Menschen in den Entwicklungsländern. Hier sind unsere Taten gefragt, und zwar nicht diejenigen auf ausartenden Demonstrationen oder in Gerichtssälen.

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